Ein Astrophysiker zeigt, wie wundersam farbig das Weltall istFlorian Freistetter lehrt uns, die Farben des Universums zu sehen: Rot, Grün, Violett.André Behr28.06.2026, 05.30 Uhr2 LeseminutenDer über 5000 Lichtjahre entfernte «Rosettennebel» im Sternbild «Einhorn».Imago / Alan Dyer / VWPicsÜber Farben gibt es aus physikalischer, naturhistorischer oder künstlerischer Perspektive eine ganze Bibliothek schöner Bücher. Der Astronom Florian Freistetter steuert nun ein weiteres bei, dessen origineller Fokus überrascht. Denn wenn wir in den Himmel hinaufschauen, erwarten wir Blau, Grau oder Schwarz und allenfalls Wolken, Sonne, Mond oder Sterne. Aber gleich alle Farben des Universums, wie es der Titel verspricht? Nun, es braucht lediglich eine klare Nacht und die luziden Anleitungen des Autors, um sie zu entdecken!Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Wie und warum wir dann was sehen oder eben nicht, erklärt uns Freistetter ausführlich, geduldig und bestens verständlich. Nach seinem Astronomie-Studium in Wien lancierte er den erfolgreichen Astronomie-Blog «Astrodictium Simplex» und erhielt dank seinem Podcast «Sternengeschichten» viel Aufmerksamkeit. Er wurde ein gefragter Wissenschaftsautor und ist seit 2015 Mitglied der Wissenschaftskabarettgruppe «Science Busters».Aus seinem Buch lernen wir nun, dass die Sonne nicht gelb, sondern weiss ist. Ihre Oberflächentemperatur beträgt gut 5500 Grad Celsius, und sie strahlt die meiste Energie mit einer Wellenlänge im Bereich zwischen 380 und 780 Nanometern ab, was etwa dem Bereich des Lichts entspricht, den unsere Augen sehen können. Spaltet man Sonnenlicht mit einem Prisma in seine Bestandteile auf, erhält man den Regenbogen aller Farben. Dass sie weiss strahlt, würden wir sehen, wenn wir direkt in sie blicken könnten, was bekanntlich keine gute Idee ist. Schauen wir sie gefahrlos frühmorgens an, lenkt die Luft ihr Licht wie ein Prisma ab. Der Blauanteil geht verloren, und wir sehen eine rot-orange-gelbliche Scheibe.Freistetter erklärt auch das Rot des Mars, eines der hellsten Objekte am Nachthimmel, erzählt von orangen Sternen, von einem planetarischen Nebel, der in schönem grünen Licht leuchtet, von blauen Blitzen oder von violetten Lichtern, die Geräusche machen. Und auch der Anfang allen Lebens wird thematisiert, der vielleicht violett war. Ein wundersames und wunderbares Buch!Florian Freistetter: Die Farben des Universums. Hanser 2026. 254 Seiten.Ein Artikel aus der «NZZ am Sonntag»Passend zum Artikel
Astrophysik: Wundersames farbiges Weltall
Florian Freistetter lehrt uns, die Farben des Universums zu sehen: Rot, Grün, Violett.







