PfadnavigationHomePanorama„Merkwürdige Dinge“„Vieles von dem Weltraumschrott ist nicht von uns“ – Forscher finden anomale Phänomene im AllVeröffentlicht am 27.10.2025Lesedauer: 3 MinutenBlick in den Nachthimmel: Sind wir allein?Quelle: GettyForscher aus Stockholm haben auf alten Himmelsaufnahmen Lichtblitze entdeckt, die weder technisch noch natürlich erklärbar sind – und wohl von Objekten stammen, die nicht menschlichen Ursprungs sind. Brisant ist auch der Zeitpunkt der Anomalien.Wurden die Atomtests in den 50er-Jahren von Außerirdischen beobachtet? Was nach Science Fiction klingt, liegt für Forscher der Universität Stockholm zumindest im Bereich des Möglichen. Die Gruppe aus Wissenschaftlern hat historische Himmelsfotos aus der Zeit vor 1957 – also noch vor dem Start des ersten Satelliten Sputnik 1 am 4. Oktober 1957 – untersucht und dabei eine Vielzahl an kurzen Lichtblitzen – Transienten – entdeckt. Bislang gibt es keine plausible Erklärung für die anomalen Phänomene. Für die Studie, über die unter anderem der „Spiegel“ berichtet, wurden der Astrophysikerin Beatriz Villarroel und ihren Kollegen rund 2000 Fotoplatten des Palomar-Observatoriums, einer der großen Sternwarten in den USA, zur Verfügung gestellt. Die Autoren kommen dabei zu dem Ergebnis: „Vieles von dem, was wir Weltraumschrott nennen, ist nicht von uns“, so fasst Villarroel die Studie gegenüber dem „Spiegel“ zusammen.Bei der Auswertung der historischen Fotos stellten sie eine Vielzahl an Transienten fest – das sind schnelle, impulsartige Strom- oder Spannungsänderungen, wie sie zum Beispiel durch Blitzschläge auftreten können. Diese Erscheinungen reflektierten auf den historischen Aufnahmen kurz das Sonnenlicht und verschwanden wieder, sobald sie in den Erdschatten traten.Sogenannte Schattentests zeigten, dass die Lichtblitze nicht im Erdschatten auftraten und Sonnenlicht brauchten. Damit kann nahezu ausgeschlossen werden, dass es sich um Fehler der Kamera handelte. Die Reflexionen im Weltall können laut den Wissenschaftlern aber auch nicht dadurch entstanden sein, dass Lichtblitze auf Stein trafen, sondern auf „sich schnell bewegende und rotierende Objekte mit glatter, metall- oder spiegelartiger Struktur“.Künstliche Objekte im Orbit stammen nicht von MenschenNachdem die Wissenschaftler Fehlerquellen wie chemische Defekte oder Bildstörungen ausschließen konnten, schlussfolgerten sie, dass rund ein Drittel der bislang unerklärlichen Erscheinungen im Erdorbit durch künstliche Objekte verursacht worden sein könnte – die historisch gesehen aber nicht von Menschen stammen können. Der Zeitpunkt passt zudem mit den sogenannten „Ufo-Sichtungswellen“ zwischen 1952 und 1954 zusammen (Ufo ist die Abkürzung für ein unidentifiziertes Flugobjekt). Kampfjets wurden damals sogar wiederholt eingesetzt, um die mysteriösen Objekte abzufangen, konnten aber nicht mit ihnen Schritt halten.Lesen Sie auchDer Zeitpunkt ist laut den Forschern noch aus einem anderen Grund bemerkenswert. „Darüber hinaus verdienen die zeitlichen Zusammenhänge zwischen den Transienten der 1950er-Jahre und den Ufo-Ereignissen von Washington 1952 sowie 124 US-amerikanischen, sowjetischen und britischen Atomwaffentests ernsthafte Beachtung“, erklären die Autoren in der Studie. Demnach seien die Transienten 45 Prozent häufiger an Tagen beobachtet worden, die in diese Zeit der Nukleartests fielen. „Keine astrophysikalischen Phänomene, die so erscheinen und verschwinden können“Unter wissenschaftlichen Kollegen finden die Ergebnisse Beachtung. „Villarroel und ihr Team versuchen sehr sorgfältig, alltägliche Erklärungen für die Transienten zu eliminieren“, sagte der Physiker und Ufo-Experte Matthew Szydagis von der US-Universität Albany jüngst auf der IFEX-Konferenz an der Universität Würzburg zu „Bild“. „Es gibt keine astrophysikalischen Phänomene, die so erscheinen und verschwinden können, wie die, die sie gefunden hat. Wenn es stimmt, dass es vor Sputnik keine Objekte im Orbit gab, dann können die gefundenen eindeutig nicht von Menschen stammen.“Lesen Sie auchDie Wissenschaftler kommen in ihrer Studie dennoch nicht zu dem Schluss, dass es sich bei den Sichtungen um Ufos handelt. Sie weisen jedoch darauf hin, dass die Erscheinungen möglicherweise wirklich nicht-menschlichen und technologischen Ursprungs sein könnten und weitere Studien angebracht seien. „Wenn Sie anfangen, in den Daten merkwürdige Dinge zu sehen, müssen Sie dorthin gehen, wohin die Daten Sie führen“, sagt Villarroel dem „Spiegel“.Zuletzt beschäftigte sich auch der US-Kongress wieder mit Ufo-Sichtungen. Grund dafür war, dass es laut Pentagon-Berichten für dutzende Himmelserscheinungen bislang noch keine Erklärungen gebe. Allerdings existieren bislang auch keine konkreten Hinweise auf intelligentes außerirdisches Leben. saha