Die Bundesregierung muss schleunigst etwas gegen die Krise des Staatskonzerns unternehmen. Es braucht eine gemeinwohlorientierte Deutsche Bahn.

D er Kollaps der Deutschen Bahn in der Nacht zu Mittwoch ist ein Weckruf. Die Bundesregierung muss schleunigst etwas gegen die Krise des Staatskonzerns unternehmen. Mit der jüngsten Personalentscheidung, ausgerechnet den Automanager und Ex-VWler Michael Obrowski zum Finanzvorstand zu machen, geht sie aber weiter in die falsche Richtung.

Die Deutsche Bahn braucht endlich eine Führungsspitze, die etwas von nachhaltiger und kun­d:in­nen­freund­li­cher Mobilität versteht – und eine attraktive Alternative zum Auto anbieten kann und will.

Der flächendeckende Zugstillstand in der vergangenen Woche zeigt, wie dringend die Generalüberholung der Deutschen Bahn ist. Seit 1994 ist sie eine Aktiengesellschaft. Von dieser Rechtsform versprach sich die Politik seinerzeit die Umwandlung der „Behördenbahn“, wie die frühere Bundesbahn spöttisch genannt wurde, in ein modernes, effektives Unternehmen. Das ist gründlich schiefgegangen.

Eine gemeinwohlorientierte Rechtsform wäre besser. Ältere erinnern sich mit Wehmut an jene „Behördenbahn“, die noch dem Spruch „So pünktlich wie die Eisenbahn“ gerecht wurde – und die bei allen Wetterlagen zuverlässig fuhr. Heute hat die Bahn ganzjährig Probleme. Sie ist ein maroder, nach privatwirtschaftlichen Vorgaben arbeitender Konzern in Staatsbesitz, bei dem es an allen Ecken und Enden knirscht.