PfadnavigationHomePolitikDeutschlandDeutschlandweite Störung„Das macht mich fassungslos“ – Kritik an Notfallmanagement der BahnStand: 08:14 UhrLesedauer: 2 MinutenIm ganzen Land standen Züge der Deutschen Bahn für rund anderthalb Stunden still. Nun rollen die ersten wieder. Es wird aber noch lange mit Verspätungen und Ausfällen gerechnet.Nach dem bundesweiten Bahn-Stillstand wächst der Druck auf die Deutsche Bahn. NRW-Verkehrsminister Krischer spricht von einem „neuen Tiefpunkt“. Der Verband der privaten Güterbahnen fordert Aufklärung. Die Reaktionen im Überblick.Nach der bundesweiten Störung bei der Bahn am späten Dienstagabend wird Kritik laut. NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer (Grüne) sagte der Nachrichtenagentur dpa: „Das macht mich fassungslos. Dass durch einen technischen Defekt der komplette Bahnverkehr in Deutschland zum Erliegen kommt, ist ein neuer Tiefpunkt bei einer ohnehin schwachen Betriebsqualität.“„Ich erwarte, dass die Bahn diesen Vorfall transparent und lückenlos aufklärt. Es kann nicht sein, dass wegen des Ausfalls eines Systems Zehntausende Menschen die Nacht in Zügen und Bahnhöfen verbringen müssen“, sagte er.Der NRW-Minister äußerte auch Kritik am Notfallmanagement der Bahn. „Hier braucht es Notfallmechanismen, die ein solches Desaster in Zukunft vermeiden. Menschen verlassen sich darauf, mit der Bahn wenigstens einigermaßen pünktlich ans Ziel zu kommen“, forderte Krischer.Lesen Sie auchDer Verband der privaten Güterbahnen forderte eine genaue Aufarbeitung. Die Ursache für den Ausfall am späten Dienstagabend dürfe „nicht allein durch eine ‚Selbstauskunft‘ der DB InfraGo als Betreiberin beantwortet werden“, sagte Verbandsgeschäftsführer Peter Westenberger der dpa. Es brauche eine bessere Überwachung und Steuerung des Schieneninfrastrukturbetriebs. Der Verband fordert dazu seit Langem die Gründung eines Bundesamts für Schieneninfrastruktur. Die privaten Güterbahnen, also die Konkurrenten von DB Cargo, waren ebenfalls von der Störung betroffen – und das ausgerechnet am späten Abend. „Da der Güterverkehr zu einem erheblichen Teil in den Nachtstunden unterwegs ist, sind die Beeinträchtigungen durch den Shutdown auch sehr hoch“, sagte Westenberger. Lesen Sie auchEine deutschlandweite Störung hatte bei der Bahn am späten Dienstagabend für rund zwei Stunden Stillstand gesorgt. Es waren etliche Reisende betroffen. Gegen 0.30 Uhr fuhren die ersten Züge wieder.Im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen lief der Verkehr am Mittwochmorgen wieder weitgehend normal. Es waren nur noch wenige Züge aus der Nacht mit massiver Verspätung unterwegs. Der Grund für den Stopp des Zugverkehrs war demnach eine Störung des digitalen Bahnfunksystems GSM-R. Die Ursache der Störung hatte die DB noch in der Nacht identifiziert – ohne allerdings zu erklären, worin sie bestand.Viele Reisende saßen durch den Ausfall fest. Zwar wurden laut einem Bahnsprecher Taxi- und Hotelgutscheine ausgegeben – in Frankfurt am Main berichteten Menschen aber zum Beispiel, es gebe in der ganzen Stadt gar kein Hotelzimmer mehr. Und: Ein ICE nach Mannheim und Stuttgart fuhr dort nahezu ohne Passagiere los. Niemand hatte den vielen Wartenden vor der Abfahrt Bescheid gegeben. Unter anderem am Berliner Hauptbahnhof beklagten Fahrgäste, dass es keine Auskünfte gab. Aber die Bahn-Mitarbeiter seien freundlich und ansprechbar gewesen, hieß es.dpa/ll