Buch über Heideggers Verhältnis zum NS: Adorno hätte es besser wissen müssen

Oliver Jahraus zeichnet die Kontroverse um Heideggers Beziehung zum Nationalsozialismus nach. Leider ermüdet das Buch in seiner Detailfülle.

Zeittypisches völkisches Vokabular sickerte in sein Werk ein: Martin Heidegger vor der Kulisse des Schwarzwalds

Digne Meller-Marcovitz/bpk

Das Reizthema „Heidegger und der Nationalsozialismus“ erschüttert die philosophischen Debatten nicht erst seit Martin Heideggers Tod vor 50 Jahren. Der Münchner Literatur- und Medienwissenschaftler Oliver Jahraus zitiert jetzt in seinem Buch „Verstrickte Philosophie“, das die alten Fäden wieder und wieder aufrollt, eine Bemerkung von Heideggers verbissenem Antipoden Theodor W. Adorno. Der Leiter des Frankfurter Instituts für Sozialforschung, führender Kopf der marxistischen Neuorientierung und einer der bekanntesten jüdischen Exilanten in den USA, bemerkte 1963 über den schwäbischen Kollegen, der sich „innere Emigration“ zugutehielt: „Heideggers Philosophie ist bis in ihre innersten Zellen faschistisch.“