Sparte nicht mit Zuversicht: Boschs Stefan Hartung. Foto: Bernd Weißbrod/dpaZuletzt schien ihm der Ehrgeiz schlicht abhandengekommen zu sein. Auf einem seiner letzten öffentlichen Termine als Bosch-Chef saß Stefan Hartung Anfang Juni auf einer Bühne der hauseigenen Techmesse in Berlin und versuchte einmal mehr Zuversicht zu demonstrieren: Bosch investiert in humanoide Robotik, so die Botschaft. Ein nächstes mögliches Milliardengeschäft. Ein Hoffnungsfeld, das die Rückgänge bei den Autos, den Waschmaschinen, den Akkubohrern und Heizungen kompensieren könnte. Vielleicht. Eines Tages. Wenn überhaupt.Richtig überspringen wollte der Funke an diesem Tag auf die Zuhörer nicht. Was auch an Hartung selbst lag, der in seinen Ausführungen vage blieb, viel sprach, ohne viel zu sagen, mehr von tanzenden Robotern in China schwärmte als über die eigenen Fähigkeiten bei Bosch. So hatte man ihn selten erlebt.Im Nachhinein fragt man sich, ob seine Entscheidung, den erst im Herbst 2025 verlängerten Vertrag jetzt aufzukündigen, schon da reif war. Hatte Hartung nach den massiven Investitionsvorstößen der vergangenen Jahre (und bisherigen Flops) in die Zukunftsfelder Elektromobilität, autonomes Fahren, Industrieautomatisierung oder Software die Kraft für einen neuen Anlauf?Technologiekonzern Stefan Hartung tritt als Bosch-Chef ab – Christian Fischer folgt Das sind Spekulationen, die sich nach einem solch abrupten Ende stellen. Fest steht: Mit den zuletzt sich wiederholenden schlechten Bilanzergebnissen und dem mageren Ausblick in die Zukunft wurden die Rufe im Aufsichtsrat nach Veränderungen lauter. Bosch müsse krisenresistenter werden. Hat Hartung das geschafft?Hartung bei Bosch: Unterm Strich bleibt die EnttäuschungIn vier Jahren hat der Ex-McKinsey-Mann vieles angestoßen, was dem Konzern in Zukunft helfen wird. Hartung hat Bosch in China zu einem regionalen Powerhouse aufgezogen, das mit den Wettbewerbern auf allen Feldern konkurrieren kann. Er machte den Konzern in vielen Bereichen schlanker und schneller. Er scheute sich nicht vor radikalen Entscheidungen, die an der historisch gewachsenen Konzernidentität rührten.Unterm Strich bleibt die Enttäuschung. Stefan Hartungs Mantra vom Sieben-Prozent-Wachstum, die das Unternehmen jährlich bräuchte, um für die Zukunft zu investieren, hat Hartung als Bosch-Chef selbst nie erreicht. Zu viele Krisen gleichzeitig, zu viele Transformationen. Zu wenige Zukunftstechnologien, die nie gezündet haben, seien es das Wasserstoffgeschäft oder das autonome Fahren.Hartungs Bosch bleibt „Work in Progress“, ein taumelnder Riese auf der Suche nach Kurs.