Treffen mit Hendrik Riehmer laufen anders ab, als man es bei einem Banker eigentlich erwartet. Der persönlich haftende Gesellschafter des altehrwürdigen Hamburger Bankhauses Berenberg, gegründet 1590, ist sich für keinen Spruch zu schade. Während andere seiner Zunft sich zumindest nach außen zurückhalten, lästerte Riehmer in der Vergangenheit auch gerne mal über die Konkurrenz. Oder er schwärmte, wie 2019 im Gespräch mit der F.A.S., im besten Investmentbanker-Slang von „einer Super-Pipeline, ich will gar nicht sagen, wie groß die war“. Damit waren Börsengänge gemeint – ein Geschäft, dem traditionelle Privatbanken eigentlich eher reserviert gegenüberstehen.