Mitglied eines Rettungsteams aus El Salvador mit Suchhund in La Guaira
Venezuela steht nach den verheerenden Erdbeben vor entscheidenden Stunden bei der Suche nach Überlebenden. Das sagte die geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez mit Blick auf den dritten Tag der Suche nach unter Trümmern verschütteten Menschen. »Es sind kritische Stunden für die Rettung von Leben«, sagte Rodríguez. Mindestens 920 Menschen sind laut Behörden bislang ums Leben gekommen, mehr als 3000 wurden verletzt.
Interimspräsidentin Rodríguez ist bei einem Besuch in einem Erdbebengebiet in Caracas ausgebuht worden. Anwohner und Angehörige von Menschen, die nach dem Einsturz eines Gebäudes unter Trümmern eingeschlossen sind, riefen am Freitag (Ortszeit) »Raus, raus«.Rodríguez besuchte das Gebiet in einem wohlhabenden Viertel der Hauptstadt. Hinter der Absperrung an einem am Mittwoch eingestürzten Gebäude warfen ihr Menschen vor, aus der Katastrophe politisches Kapital schlagen zu wollen. »Es reicht jetzt, inmitten einer Tragödie wie der, die wir gerade erleben, Wahlkampf zu machen«, riefen Anwohner. Zudem warfen sie der Regierung vor, »nichts für das Volk« zu tun.
Militär übernimmt KontrolleAngesichts der schweren Schäden im Bundesstaat La Guaira hat die venezolanische Regierung die Region im Norden des Landes militarisiert. Die Streitkräfte hätten die Kontrolle übernommen, um die öffentliche Ordnung aufrechtzuerhalten und die Arbeit der Rettungskräfte zu erleichtern, sagte der Präsident der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez. Auch die Zufahrtsstraßen nach La Guaira wurden gesperrt. Damit will die Regierung verhindern, dass Menschen unnötig dorthin reisen. Freiwillige Helfer müssen sich zuvor registrieren.










