PfadnavigationHomePolitikDeutschlandAnonymes SchreibenBei AfD-Sieg in Sachsen-Anhalt – Antifa kündigt an, Landtag zu stürmenStand: 05:08 UhrLesedauer: 3 MinutenMitglieder des Bündnisses Widersetzen und die Polizei standen sich unter anderem im November 2025 beim AfD-Parteitag in Gießen gegenüberQuelle: TILMAN BLASHOFER/REUTERSEin anonymes Schreiben auf der linksextremen Plattform „Indymedia“ kündigt drastische Maßnahmen an, sollte die AfD die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gewinnen. Zum Bundesparteitag in Erfurt soll es zudem die „größte Mobilisierung in der Geschichte der antifaschistischen Bewegung“ geben.Selbsternannte Antifaschisten in Deutschland und anderen Ländern Europas sehen dem 6. September offenbar mit Schrecken entgegen – und scheinen im Ernstfall zum Äußersten bereit. An dem Tag wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt – die AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund steht laut Umfragen aktuell kurz vor der absoluten Mehrheit.Sollte es tatsächlich so kommen, kündigt ein anonymes Schreiben auf der linksextremistischen Plattform „Indymedia“ für den Tag der „voraussichtlichen faschistischen Machtübernahme in Deutschland“ die Stürmung des Landtags an. „Wir werden mit einer großen Schar von Antifas aus ganz Deutschland den Magdeburger Landtag stürmen“, heißt es in dem Schreiben. Zuerst hatten „Nius“ und „Apollo News“ berichtet.Doch nicht nur für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt kündigen die anonymen Verfasser erbitterten Widerstand an. „Tag X in Erfurt naht“, heißt es. Zum Bundesparteitag am 4. Juli in der thüringischen Hauptstadt soll es die „größte Mobilisierung in der Geschichte der antifaschistischen Bewegung“ geben. Die Verfasser danken „allen Bündnissen, die diese Aktion möglich machen, mit der wir erstmals ein Zusammentreffen der AfD komplett verhindern“.Lesen Sie auchZudem hätten die anonymen Widerständler am „vorletzten Sonntag bei den G-7-Riots in Genf antifaschistische Gruppen aus Italien, Frankreich und der Schweiz nach Erfurt einladen“ können. „Sie werden uns an diesem 4. Juli mit ihrer Erfahrung in europäischen Kämpfen unterstützen“, kündigen die Verfasser des Schreibens an.So sollen in Erfurt erstmals die Hausdächer von Gebäuden besetzt werden, „die auf der Anfahrtsroute der AfD-Faschisten liegen“. „Wir werden diese Dächer militant verteidigen und auch von diesen Angriffe ausführen“, kündigt das Schreiben an. Um welche „Angriffe“ es sich genau handelt, bleibt unklar.Lesen Sie auchDoch die Erfahrungen der letzten Events hätten die Antifaschisten gelehrt, dass Aktionen „nur auf der Straße“ strategisch keinen langfristigen Vorteil gegenüber „dem riesigen Heer an Bullen bieten“. Daher besinne man sich „auf Strategien, die wir von G20 bis R94 bereits erprobt haben“. Teilnehmer werden gebeten, in Erfurt auf Ankündigungen in einschlägigen Infokanälen zu achten, „um den Bullen nicht die Option zu bieten, sich auf Überraschungsaktionen unsererseits vorzubereiten“. 50.000 Gegendemonstranten in Erfurt zu AfD-Parteitag erwartetBehörden und Polizei haben vor dem AfD-Bundesparteitag in Erfurt die Gegendemonstranten zu friedlichen Protesten aufgerufen. Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD) rechnet mit bis zu 50.000 Menschen. „Darunter werden sich auch gewaltbereite Demonstranten befinden. Das zeigen alle Erfahrungen aus der Vergangenheit“, sagte Maier. Es könne Versuche geben, Straßenblockaden aufzubauen. Dies sei rechtswidrig, sagte er. Darauf sei die Polizei vorbereitet. Die Polizei werde das Recht der AfD durchsetzen, den Parteitag abzuhalten. Maier und Erfurts Oberbürgermeister Andreas Horn (CDU) appellierten an die Teilnehmer der Aktionen, sich friedlich zu verhalten. Lesen Sie auch„Wer gegen eine Partei demonstriert, die er für verfassungsfeindlich hält, sollte selbst nicht verfassungswidrig vorgehen“, sagte Maier. Er unterstütze friedliche Demonstrationen. „Diese Demokratie steht unter Druck“, so Maier, der auch SPD-Landesvorsitzender ist. saha mit afp/dpa