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Baywa: Gläubiger und Eigentümer vor Einigung auf Schuldenschnitt Im Rahmen eines neuen Sanierungskonzepts wollen Gläubiger des Agrarkonzerns auf Forderungen verzichten. Das erfuhr das Handelsblatt von Insidern. Unter Umständen gibt es auch neues Kapital.

Axel Höpner, Elisabeth Atzler 26.06.2026 - 16:52 Uhr Artikel anhörenBaywa-Zentrale: Das Sanierungskonzept für den Agrar- und Baustoffkonzern soll bis zum 30. Juni stehen. Foto: BayWa AGMünchen, Frankfurt. Gläubigerbanken und Eigentümer des angeschlagenen Baywa-Konzerns stehen kurz vor der Einigung auf ein neues Sanierungskonzept. Die Verhandlungen seien nach drei intensiven Wochen in der finalen Phase, es gehe vor allem noch um technische Details, erfuhr das Handelsblatt aus Finanzkreisen.Eine Lösung soll bis kommenden Dienstag präsentiert werden. Laut Verhandlungskreisen sieht diese laut aktuellen Plänen einen Schuldenschnitt im Volumen eines hohen dreistelligen Millionenbetrags vor. Im Gegenzug sollen die Eigentümer des Münchener Agrar- und Baustoff-Handelskonzerns schrittweise und geknüpft an bestimmte Fortschritte noch einmal frisches Kapital geben.Dass es zu einem Schuldenschnitt kommt, hatte sich bereits abgezeichnet. Die Banken forderten aber einen stärkeren Beitrag der Eigentümer, die primär aus dem Genossenschaftssektor kommen. Größte Aktionärin ist mit 36,5 Prozent die Bayerische Raiffeisen-Beteiligungs-AG (BRB), gefolgt von der österreichischen Raiffeisen Agrar Invest (RAIG) mit 30,6 Prozent. Hinter der BRB stehen im Wesentlichen Volks- und Raiffeisenbanken aus Bayern.Schuldenberg nach wie vor HauptproblemIm Zuge der Einigung wird angepeilt, die Erneuerbare-Energien-Tochter Baywa r.e., deren hohe Schulden und schlechte Geschäftslage den Konzern belasten, gesellschaftsrechtlich aus dem Konzern herauszulösen, wie zwei mit der Sache Vertraute dem Handelsblatt sagten. Dadurch könnte auch die Schuldenlast des Restkonzerns weiter reduziert werden.Der Baywa-Konzern stand 2024 kurz vor dem Kollaps. Eine Expansion in Niedrigzinszeiten mit kostspieligen Akquisitionen vor allem im Ausland hatte zu hohen Schulden geführt. Als die Zinsen stiegen, geriet das Konstrukt ins Wanken.Hauptproblem ist der noch immer hohe Schuldenberg. Da das Kerngeschäft der Baywa rund um Agrar- und Baustoffhandel eher margenschwach ist, müssen operative Ergebnisse und Verschuldung in einem vernünftigen Verhältnis stehen. Ziel ist es, die Verbindlichkeiten bis 2028 um vier Milliarden Euro zu senken. Durch Verkäufe gelang bislang eine Reduzierung um deutlich mehr als eine Milliarde Euro.Weil der Verkauf der Baywa r.e. im ersten Anlauf im März jedoch scheiterte, musste der bisherige Sanierungsplan neu verhandelt werden. Die 1,7 Milliarden Euro, die der 2028 geplante Verkauf des 51-Prozent-Anteils einbringen sollte, seien nun nicht mehr realistisch, hatte der Konzern mitgeteilt.Nun wurde laut mehreren Quellen in Verhandlungskreisen ein Kompromiss gefunden, mit dem beide Seiten leben können. An einer theoretisch denkbaren Insolvenz der Baywa hat niemand ein Interesse. Der Genossenschaftssektor ist als Anteilseigner und Kreditgeber stark involviert. Zudem spielt der Konzern als Händler für die Landwirtschaft und die Baubranche in Deutschland eine wichtige Rolle. Daher war auch die Politik an einer Rettung interessiert. Veröffentlicht nach den redaktionellen Standards des Handelsblatts. Mehr Informationen finden Sie in unseren Richtlinien. Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige remind.me Jetziges Strom-/Gaspreistief nutzen, bevor die Preise wieder steigen Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige FREITAG® Immobilien FREITAG® Immobilien – Ihr Makler und Gutachter für München & Starnberg Anzeige Presseportal Direkt hier lesen! Anzeige STELLENMARKT Mit unserem Karriere-Portal den Traumjob finden Anzeige Expertentesten.de Produktvergleich - schnell zum besten Produkt