PfadnavigationHomePolitikDeutschlandGymnasium in KevelaerSchüler sollten „Puff für alle“ entwerfen – Ministerium rügt Aufgabe an SchuleStand: 14:43 UhrLesedauer: 2 MinutenAn einem Gymnasium in Kevelaer mussten Schüler im Sexualunterricht einen „Puff für alle“ gestalten. Heinz-Peter Meidinger, Ehrenpräsident des Deutschen Lehrerverbands, bezweifelt, dass dies „die richtige Art ist, Jugendliche zu einem vernünftigen Umgang mit Sexualität zu erziehen“.Achtklässler eines Gymnasiums am Niederrhein sollten einen Businessplan für ein „Freudenhaus der sexuellen Lebenslust“ erstellen – samt Personal, Grundriss, Werbung und Gestaltung der Räume. Nun schreitet das Bildungsministerium ein.Eine Unterrichtsaufgabe zur Gestaltung eines fiktiven Bordells im Fach Sexualerziehung an einem Gymnasium im niederrheinischen Kevelaer ist vom NRW-Schulministerium als ungeeignet kritisiert worden. Die Achtklässler sollten zufolge in Gruppenarbeit ein Bordell mit dem Titel „Der neue Puff für alle“ entwerfen. Dazu gehörte auch eine Art Businessplan, um ein bestehendes Bordell zu modernisieren und ein „Freudenhaus der sexuellen Lebenslust“ zu entwerfen.Die Aufgabe führte bei Eltern, in der Schulpflegschaft und der Schulgemeinde zu Irritationen. Auch die „Rheinische Post“ berichtete. Im NRW-Schulministerium gingen schließlich drei Bürgerbeschwerden ein, hieß es weiter. „Die Thematik ‚Sexualität‘ bedarf in allen pädagogischen Zusammenhängen einer besonders sensiblen Behandlung“, heißt es nun auch in der Antwort des nordrhein-westfälischen Schulministeriums auf eine Kleine Anfrage der AfD-Landtagsfraktion. Daher müsse Unterrichtsmaterial zur Sexualerziehung sorgsam ausgewählt werden.Lesen Sie auchNeben der sachlichen und formalen Richtigkeit müsse auch geprüft werden, ob das Unterrichtsmaterial altersangemessen sei und zur Förderung der Handlungs- und Urteilskompetenz geeignet beitrage. „Diesen Anforderungen genügt das verwendete Material ‚Der neue Puff für alle‘ eindeutig nicht“, folgerte das Ministerium.Ähnliche Fälle seien der Landesregierung nicht bekannt. Im Fall des Kevelaerer Gymnasiums seien alle beteiligten Personen dafür sensibilisiert worden, „dass der Einsatz dieses Materials als eindeutig ungeeignet einzustufen ist“. Lesen Sie auchAuch der WDR hatte den Fall aufgegriffen. Die 13- bis 15-jährigen Schüler sollten unter anderem Fragen beantworten wie: „Welche sexuellen Vorlieben müssen in den Räumen wie bedient und angesprochen werden?“, zitiert der Sender aus dem Unterrichtsmaterial. Unter anderem sollten sie dafür einen Grundriss des Gebäudes erstellen oder die „Fähigkeiten und Fertigkeiten“ der Menschen beschreiben, die dort arbeiten, „damit alle möglichen Menschen bedient und zufriedengestellt werden können“. Zudem sei eine Diskussion vorgesehen.Die Schulleitung hatte die Aufgabe jedoch verteidigt. Das Material unter der Überschrift „Sexualpädagogik der Vielfalt. Praxismethoden zu Identitäten, Beziehungen, Körper und Prävention für Schule und Jugendarbeit“ sei bewusst irritativ angelegt, um Diskussionen anzuregen, wurde Christina Diehr, Schulleiterin des Kardinal-von-Galen-Gymnasiums, vom WDR zitiert. Es reagiere auf die Entwicklung hin zu vielfältigen Lebensmodellen und Geschlechterrollen sowie auf die intensive Nutzung sozialer Medien durch Kinder und Jugendliche. Damit verbunden sei eine wachsende Informationsflut zu unterschiedlichen Formen von Sexualität.dpa/kami