PfadnavigationHomePanoramaNordrhein-WestfalenAufregung an Gymnasium – Achtklässler sollen im Unterricht „Puff für alle“ gestaltenStand: 11:25 UhrLesedauer: 2 MinutenQuelle: picture alliance/dpa/Hauke-Christian DittrichEs war eine Unterrichtsaufgabe, die sowohl bei Eltern als auch bei Schülern für Wirbel sorgte: Wie sieht ein „Puff für alle“ aus und wer arbeitet da? Selbst die Preisgestaltung sollten sich 13 bis 14 Jahre alte Kinder überlegen. Nun reagierte die Schulleiterin.Es ist eine Aufgabenstellung, die bei Eltern und Schülern eines Gymnasiums in Kevelaer (Nordrhein-Westfalen) für Wirbel sorgt. Achtklässler sollen im Sexualunterricht ein fiktives Bordell „für alle“ entwerfen. Das schreibt die „Rheinische Post“ und beruft sich auf die ihnen vorliegende Aufgabenstellung.Auf drei Seiten wird demnach die Erwartung erklärt, ein bereits bestehendes Etablissement moderner zu gestalten. Dabei dürfe der bestehende Grundriss aus Keller, Erdgeschoss und Obergeschoss nicht verändert werden. Folgende Fragen sollten die 13 bis 14 Jahre alten Schüler dabei unter anderem bedenken:Welches inhaltliche Angebot muss der neue „Puff für alle“ bereithalten? Welche sexuellen Vorlieben müssen in den Räumen wie bedient und wie angesprochen werden?Für welche Personengruppen braucht es welche Voraussetzungen, damit sie in den Puff gelangen können?Wie muss der Puff von außen gestaltet sein, damit er von allen möglichen Menschen aufgesucht werden kann und aufgesucht werden möchte?Wer muss in diesem neuen Puff arbeiten?Wie muss eine Werbung für einen solchen Puff aussehen?Wie sehen die Hinweise auf Preislisten aus?Von der „Rheinischen Post“ darauf angesprochen, reagierte die Schulleiterin Christina Diehr schriftlich: Tatsächlich habe es wegen der entsprechenden Unterrichtseinheit Diskussionen innerhalb der Schulgemeinschaft gegeben. Sie habe als Schulleitung unverzüglich Gespräche mit der Lehrkraft, der Klassenpflegschaft und mit Eltern geführt. „Die Lehrkraft hat zudem den Eltern und der Klassenpflegschaft die Hintergründe des Unterrichtsmaterials erläutert. Diese Gespräche waren sehr konstruktiv geprägt, sodass Irritationen ausgeräumt wurden. Dieses Ergebnis hat die Klassenpflegschaft mir gegenüber auf Nachfrage ausdrücklich bestätigt.“ Auch im Nachgang sei der Inhalt des Unterrichts mit den Schülern besprochen und eingeordnet worden. Diehr betonte, dass die Unterrichtseinheit explizit zu Diskussionen anregen sollte. Auch sei es darum gegangen, Inhalte aufzugreifen, mit denen die Jugendlichen in sozialen Medien konfrontiert werden würden. Auch wenn die Arbeit der Schüler nicht benotet wurde, verdeutlicht die Stellungnahme, dass es ein einmaliges Projekt bleiben dürfte.„Unter Berücksichtigung der Ergebnisse des intensiven Austauschs mit allen Beteiligten sind alternative Unterrichtseinheiten in Vorbereitung, die das Thema Vielfalt der Lebensformen und der Sexualität in einem anderen Kontext aufbereiten.“ Als Schulleitung bedauere sie es, dass es wegen der Unterrichtseinheit zu Unruhe in der Schulgemeinschaft gekommen sei, heißt es abschließend.jm