Zum ersten Mal seit 2014 hat die deutsche Nationalmannschaft wieder die K.-o.-Phase einer Fußballweltmeisterschaft erreicht. Am 29. Juni läuft das DFB-Team um 22.30 Uhr mitteleuropäischer Zeit zum Sechzehntelfinale in Boston auf. Das Fußballfieber hält also an – doch eine große, öffentlich zugängliche Fanmeile sucht man immer noch vergeblich.Die Olympiapark GmbH hatte ein Public Viewing wie zur Europameisterschaft 2024 bereits vor dem Start der WM für kaum durchführbar erklärt. Die Gründe: Das Olympiastadion ist sanierungsbedingt nicht verfügbar, Events wie der Münchner Sommernachtstraum oder ein Konzert der Toten Hosen blockieren während der Spielzeit immer wieder den Hans-Jochen-Vogel-Platz. Das Sechzehntelfinale fällt beispielsweise in die Abbauphase des Actionsport-Festivals Mash, danach wird für Konzerte umgebaut. Ein von der SPD-Stadtratsfraktion initiierter Antrag auf eine „bewusst niedrigschwellig“ gehaltene Fan Zone konkretisierte sich nicht.Auch in der Arena des FC Bayern ist großformatiges Public Viewing ausgeschlossen. Momentan dient das Stadion in Fröttmaning als Ausweichspielstätte für Großveranstaltungen, die sonst im Olympiastadion stattfänden. Bis zum 17. Juli läuft die Konzertphase, deren Bühnenaufbau danach wieder rückgebaut werden muss. „Aus diesem Grund ist es uns logistisch und zeitlich leider nicht möglich, im fraglichen Zeitraum ein Public Viewing in der Allianz Arena umzusetzen“, heißt es auf SZ-Anfrage aus der Presseabteilung. Auf den Großleinwänden des Stadions sind statt Fußball The Weeknd und Helene Fischer zu sehen, die dort Konzerte geben.Für eine Münchner Fanmeile bliebe als geräumiger, gut erreichbarer Ort also nur noch die Theresienwiese. Das Referat für Arbeit und Wirtschaft räumt jedoch alle Hoffnungen auf ein großes Public Viewing mitten in München aus: „Ab dem 29. Juni beginnt der Aufbau für das Oktoberfest auf der Theresienwiese. Während der Zeit des Aufbaus ist die Theresienwiese für Veranstaltungen nicht nutzbar, auch um die Querungsmöglichkeiten über das Gelände für die Anwohnenden möglichst lange gewährleisten zu können“, erklärt das Referat. Zudem spiele Lärmschutz eine Rolle.Damit dürfte die Aussicht auf ein großes öffentliches Fanfest zur WM 2026 endgültig begraben sein. Trotz eines Vorrückens der Nationalelf müssen die Fans also weiterhin ihr eigenes Sommermärchen gestalten – daheim, in der Bar oder im Biergarten.