Ein ehemaliger russischer Soldat sorgt mit einem Videoaufruf an Kremlchef Wladimir Putin für Aufsehen. Alexander Lunin, der nach eigenen Angaben am Krieg gegen die Ukraine beteiligt war, behauptet, eine Botschaft aus Kreisen des Militärs und der Sicherheitsbehörden zu überbringen. Sollte Putin ihm keine öffentliche Audienz gewähren, könne es zu einer Meuterei kommen.
Das auf Instagram veröffentlichte Video verbreitete sich binnen weniger Stunden millionenfach. Nach Angaben des oppositionellen russischen Mediums Meduza erreichte es innerhalb von vier Stunden mehr als 3,5 Millionen Aufrufe. Auch ukrainische Medien und weitere oppositionelle russische Kanäle berichteten über den Fall.
„Tausende verrotten derzeit in Erdlöchern“
Lunin behauptet, am Mittwoch und Donnerstag hätten ihn drei Männer besucht – nach seinen Angaben Vertreter des russischen Verteidigungsministeriums, des Innenministeriums sowie eines weiteren russischen Sicherheitsdienstes. Diese hätten ihn gebeten, Putin eine Botschaft zu übermitteln. Unabhängig überprüfen lassen sich diese Angaben bislang nicht.
In seiner Videobotschaft erhebt Lunin schwere Vorwürfe gegen die russische Militärführung. „Dutzende, Hunderte, Tausende unserer Soldaten verrotten derzeit in Erdlöchern“, sagt er. Die Männer würden von ihren eigenen Kommandeuren „gefoltert und misshandelt“, weil sie sich weigerten, „dumme Selbstmordbefehle“ auszuführen oder Geld an ihre Vorgesetzten abzugeben. Anschließend würden sie als vermisst geführt.










