Für unseren Liveblog verwenden wir neben eigenen Recherchen Material der Nachrichtenagenturen dpa und SID.Hier geht es zum Spielplan, hier zum deutschen Kader, hier zu einer Übersicht über die Spielorte und Stadien, hier zu einem Überblick über alle WM-Teilnehmer und hier zur Schwerpunktseite zur WM mit allen Texten der SZ.Alle Nachrichten und SZ-Geschichten zur WM erhalten Sie auch zweimal täglich mit unseren Newslettern „SZ am Morgen“ und „SZ am Abend“. Hier können Sie sich dafür anmelden.Wichtige UpdatesNachbetrachtung zur deutschen Niederlage: Harakiri hier, Harakiri daDeutschland trifft nun (fast sicher) auf Paraguay – das war die NachtCoach der Elfenbeinküste über Aussagen von Schweinsteiger: „Wir können es rassistisch nennen“ Nagelsmann streitet mit KernerDeutsches Team in der EinzelkritikGoretzka verläuft sich in „Partybus“ von EcuadorLeon Goretzka wurde schnell stutzig. Mit einem Becher in der Hand war der Nationalspieler über den Parkplatz des WM-Stadions in East Rutherford gelaufen, er wollte nach dem 1:2 gegen Ecuador im letzten Gruppenspiel nur in den Bus und weg – aber er brauchte zwei Anläufe: Zunächst stieg er fälschlicherweise in den „Partybus“ des euphorisierten Gegners.Immerhin konnte er sich so kurz wie ein Sieger fühlen, denn er blickte dort wohl in viele glückliche Gesichter. Goretzka drehte noch im Fahrerbereich um, bog links um die Ecke und stieg dann doch ins richtige Gefährt. Die beiden blauen Hyundai-Busse, optisch durchaus ähnlich, aber jeweils mit Flagge und riesigem Landesnamen bedruckt, standen direkt nebeneinander. „Leon ist halt ein Gewinnertyp“, kommentierten deutsche Fans bei Instagram, zudem habe im Gegensatz zu sonst („Goretzkaaaaaaa“) diesmal niemand seinen Namen gerufen. Da kann man sich dann auch mal vertun. Australier stolz über ihr WeiterkommenJackson Irvine strahlte, voller Stolz ließ der australische Führungsspieler seinen Blick durch das Stadion in Santa Clara schweifen, während die mitgereisten Fans auf den Rängen die nächste wilde Party feierten. „Unglaublich“, entfuhr es Irvine. Schon wieder steht Australien in der K.o.-Phase einer WM – doch dabei soll es diesmal nicht bleiben. „Jetzt“, forderte Irvine nach dem 0:0 gegen Paraguay, das den Australiern den zweiten Platz in der Gruppe D gesichert hatte, „müssen wir etwas schaffen, was kein australisches Team je geschafft hat: ein K.o.-Spiel bei einer WM gewinnen.“ Zum dritten Mal haben die „Socceroos“ eine Vorrunde überstanden, bislang war sofort danach jeweils Endstation. Am kommenden Freitag soll sich das im Sechzehntelfinale ändern. In Dallas, betonte Trainer Tony Popovic, werde man „versuchen, etwas Besonderes zu schaffen“.Einem echten Schwergewicht werden die Australier jedenfalls aus dem Weg gehen, Gegner wird der Zweite aus der Gruppe G. Doch komme, wer wolle: Genug Selbstvertrauen haben Irvine und Co. allemal. „Ich glaube, vor Beginn der WM haben uns nicht viele zugetraut, in der Gruppe Zweiter zu werden“, sagte Aiden O'Neill: „Aber genau dieser Glaube herrscht in unserer Mannschaft.“ Allein, dass man zum zweiten Mal in Folge bei einer WM die Gruppenphase überstanden hat, zeige, so Irvine, „welche Schritte wir gemacht haben. Das ist eine großartige Mannschaft, und ich hoffe, dass wir dieses K.o.-Spiel als Nächstes gewinnen können.“ Nachbetrachtung zur deutschen Niederlage: Harakiri hier, Harakiri daJulian Nagelsmanns Wechsel bringen Verunsicherung, die Spieler halten ihre Positionen nicht. Wenn man nach den Gründen für das 1:2 gegen Ecuador sucht, landet man bei vielen Erklärungen. Die SZ-Reporter Philipp Schneider und Philipp Selldorf haben bei ihrer großen Analyse zum dritten Gruppenspiel grundlegende Probleme bei der DFB-Elf beobachtet. Deutschland trifft nun (fast sicher) auf Paraguay – das war die NachtDas DFB-Team trifft am Montag in Boston (22.30 Uhr dt. Zeit) im WM-Sechzehntelfinale höchstwahrscheinlich auf Paraguay. Durch das 0:0 zwischen den Südamerikanern und den Australiern zieht Paraguay mit vier Punkten ziemlich sicher als einer der acht besten Gruppendritten ins Sechzehntelfinale ein. Australien wird hinter den USA Zweiter der Gruppe D und trifft auf den Zweiten der Gruppe G.Deutschland kann als Sieger der Gruppe E laut Reglement nur auf die Gruppendritten der Gruppen A, B, C, D und F treffen. Die genaue Zuteilung ergibt sich, welche Dritten genau aus allen zwölf Gruppen es in die nächste Runde schaffen. A und B sind durch die bisherigen Ergebnisse für Deutschland ausgeschlossen, die Konstellation für F (Schweden) und C (Schottland) unwahrscheinlich. Bleibt der Dritte der Gruppe D – das ist Paraguay. Die Simulatoren, etwa der New York Times, die solche Konstellationen berechnen, beziffern die Wahrscheinlichkeit, dass Paraguay der deutsche Gegner sein wird, auf aktuell 99 Prozent.Ach so, Deutschland hat sein abschließendes Gruppenspiel gegen Ecuador 1:2 verloren. Alles zu diesem Spiel hat Philipp Schneider aus East Rutherford hier aufgeschrieben.Außerdem haben die Ergebnisse der Nacht für zwei interessante K.-o.-Spiele gesorgt. Die Niederlande schlagen Tunesien 3:1 und trifft nun auf den Geheimfavoriten Marokko. Japan sichert sich durch das 1:1 gegen Schweden Rang zwei in der Gruppe und darf (muss) nun Brasilien herausfordern.Diese Sechzehntelfinals stehen bereits schon fest: Südafrika – Kanada, 28. Juni, 21 Uhr MEZ, Los AngelesBrasilien – Japan, 29. Juni, 19 Uhr, Houston Niederlande – Marokko, 30. Juni, 3 Uhr, Guadalupe USA – Bosnien-Herzegowina, 2. Juli, 2 Uhr, San FranciscoAußerdem bereits für die K.-o.-Runde qualifiziert, aber noch ohne definitiven Gegner, sind Deutschland, Elfenbeinküste, Ecuador, Schweiz, Mexiko, Argentinien, Schweden und Australien.Coach der Elfenbeinküste über Aussagen von Schweinsteiger: „Wir können es rassistisch nennen“ Der ivorische Trainer Emerse Faé hat Bastian Schweinsteiger wegen dessen Aussagen über den afrikanischen Fußball kritisiert. „Das ist traurig“, sagte der 42-Jährige angesprochen auf Schweinsteigers Zitate: „Er war ein sehr guter und großartiger Spieler. Ich liebe ihn persönlich. Ich mochte die Art, wie er gespielt hat. Ich wurde Bastian genannt, weil ich ihn so verehrt habe. Als ich seine Kommentare gehört habe, war ich persönlich enttäuscht.“ Wenn man den Fußball so gut kenne, wie Schweinsteiger dies tue, sei „es komisch, wenn du solche Aussagen tätigst. Wir können es rassistisch nennen“, sagte Faé zu den Äußerungen, die Schweinsteiger vor dem Spiel des DFB-Teams gegen die Ivorer (2:1) in der ARD getroffen hatte. Dabei sprach er pauschal vom „afrikanischem Fußball“, der „ein bisschen unorthodox“, „ein bisschen wild“ und „vielleicht auch manchmal nicht ganz so von der Taktik geprägt“ sei. Er hoffe, sagte Faé nach dem Sieg gegen Curaçao (2:0) und dem Einzug in die K.-o.-Runde als Zweiter in der deutschen Gruppe E, dass dies „nur ein unreflektiertes und ungeschicktes Statement war. Ich weiß nicht, was in seinem Kopf vorgeht“. Jürgen Klopp hatte angesprochen auf die Aussagen von Schweinsteiger am Mittwoch bei einem Termin in Brooklyn gereizt reagiert und das auf Englisch geführte Interview abgebrochen. Nagelsmann streitet mit KernerJulian Nagelsmann hat eine Frage von Magenta-TV-Moderator Johannes B. Kerner nach dem 1:2 im dritten WM-Vorrundenspiel gegen Ecuador überhaupt nicht gefallen. „Bitte hört auf mit dem Quatsch, ehrlich. Warum wollten die Jungs nicht Vollgas geben?“, antwortete der Fußball-Bundestrainer auf Kerners Frage, ob der deutschen Mannschaft das letzte Engagement gefehlt habe angesichts des bereits zuvor feststehenden Gruppensiegs.Ecuador habe es ein bisschen mehr gewollt, insistierte Kerner. Auch das wollte Nagelsmann so nicht stehen lassen: „Nee, die wollten es nicht mehr“, sagte der 38 Jahre alte Cheftrainer. „Die haben halt ein bisschen mehr Risiko genommen in vielen Aktionen.“ Durch den Sieg gegen die favorisierte DFB-Elf steht Ecuador als Gruppendritter wie Nagelsmanns Team und der Tabellenzweite Elfenbeinküste ebenfalls im Sechzehntelfinale.Einen Einfluss habe die Gruppenkonstellation allerdings schon gehabt, gab Nagelsmann zu. „Natürlich haben wir anders gewechselt, als wir gewechselt hätten, vielleicht in Momenten, wo wir zwingend noch ein Tor brauchen. Aber ich kann jetzt keinem Spieler sagen, er hat nicht Gas gegeben. Das ist mir viel zu plakativ.“ Die Spieler Deniz Undav und Joshua Kimmich sahen es dagegen eher wie Kerner: „Ecuador war griffiger, ekliger und wollte den Sieg mehr. Wir waren auch nicht so zielstrebig wie in den ersten beiden Spielen", sagte Undav. „Was mich am meisten ärgert, ist, dass man das Gefühl hatte, dass der Gegner mehr gewinnen wollte als wir", sagte Kimmich.Deutsche Gruppe: Elfenbeinküste zieht in die K.-o.-Runde einDie Elfenbeinküste hat Geschichte geschrieben und erstmals bei einer Fußball-WM die K.-o.-Runde erreicht. Der Afrikameister von 2024 gewann sein letztes Vorrundenspiel gegen Außenseiter Curaçao mit 2:0 (1:0) und folgt Gruppensieger Deutschland ins Sechzehntelfinale. Mit einem Doppelpack war Nicolas Pépé (7./64. Minute) vor 68 324 Zuschauern in Philadelphia der Matchwinner. Den ersten Treffer hat RB Leipzigs Yan Diomande vorbereitet. Im Sechzehntelfinale treffen die „Elefanten“ entweder auf Norwegen oder Titelkandidat Frankreich. Deutsches Team in der EinzelkritikDas 1:2 gegen Ecuador ist der erste Dämpfer für die deutsche Nationalmannschaft bei der WM. In einigen Mannschaftsteilen funktionierten die Abläufe nicht wie gewohnt – und dann begann Bundestrainer Nagelsmann auch noch mit seinem Wechselspiel. Lesen Sie die Einzelkritik meiner Kollegen Boris Herrmann und Philipp Selldorf aus East Rutherford: Hohes Bein von Pavlovic: Hätte das deutsche Führungstor nicht zählen dürfen?Für Diskussionen sorgte der frühe Führungstreffer für Deutschland gegen Ecuador (Leroy Sané, 2. Minute). Der frühere Bundesliga-Schiedsrichter Patrick Ittrich jedenfalls hätte das Tor nicht gegeben. Seiner Meinung nach habe Aleksandar Pavlovic unmittelbar vor dem Treffer den Fuß im Zweikampf mit seinem Gegenspieler zu weit oben gehabt. „Vor der Torerzielung ein klares Foulspiel, da lege ich mich fest“, sagte Ittrich bei MagentaTV: „Ein klarer Fußtreffer oben zu sehen.“Auch ein weiterer ehemaliger Bundesliga-Referee meldete Zweifel an: „Das ist aus meiner Sicht eine sehr mutige Entscheidung“, sagte Lutz Wagner in seiner Rolle als ARD-Experte. „Das wundert mich jetzt sehr, dass da auch kein Einspruch vom VAR kam. Wir hätten uns nicht beschweren können, wenn dieses Tor zurückgenommen wird“, sagte der DFB-Schiedsrichter-Lehrwart. So spielt Deutschland gegen EcuadorHier übrigens die Aufstellung für das dritte Gruppenspiel der deutschen Mannschaft. Wie von Bundestrainer Julian Nagelsmann angekündigt, ersetzen Antonio Rüdiger und David Raum den verletzten Nico Schlotterbeck (Innenbandverletzung) und den angeschlagenen Nathaniel Brown (Adduktorenbeschwerden). Neuer – Kimmich, Rüdiger, Tah, Raum – Pavlovic, Nmecha – Sané, Musiala, Wirtz – Havertz. – Trainer: Nagelsmann Medienberichte: Auto fährt bei WM-Party in Mexiko in Menschenmenge Nach dem WM-Sieg Mexikos gegen Tschechien im letzten Gruppenspiel hat sich im Ferienort Cabo San Lucas ein Unglück mit mehreren Verletzten ereignet. Wie mehrere Medien übereinstimmend berichten, fuhr ein Auto auf dem Boulevard Lázaro Cárdenas in eine feiernde Menschenmenge. Dabei wurden mindestens 17 Menschen verletzt. Sie wurden anschließend in verschiedene Krankenhäuser gebracht.Laut dem Generalsekretär der Stadtverwaltung von Los Cabos, Alberto Rentería Santana, gab ein Autofahrer, der in der Gegend unterwegs war, Gas, als er auf der Straße auf eine Gruppe von Menschen stieß. Der mutmaßliche Täter wurde nach dem Vorfall in dem Ort an der Südspitze der mexikanischen Halbinsel Baja California festgenommen. Die Ermittlungen laufen.Trainingsstadion der Schweden: Tribüne stürzt einAuf dem Trainingsgelände der schwedischen Nationalmannschaft im texanischen Frisco nahe Dallas ist eine Tribüne zusammengekracht. Der Manager der schwedischen Elf, Stefan Pettersson, erklärte, Hintergrund sei, dass das Stadion gerade renoviert werde. „Sie wollten etwas abreißen, aber es sieht aus, als sei es in die falsche Richtung gefallen“, sagte Pettersson der Zeitung Aftenposten. „Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Sie haben wohl etwas gesprengt – und dabei ist etwas schiefgelaufen.“ Eine Längsseite war den Angaben zufolge auf die provisorische Pressetribüne gefallen.Auf das letzte Vorrundenspiel gegen Japan in der deutschen Nacht zum Freitag (1 Uhr) konnte sich das Team von Trainer Graham Potter trotzdem planmäßig vorbereiten. „Wir können den ganzen Platz und alle anderen Anlagen wie gewohnt benutzen“, sagte Pettersson.Norwegische Fußballfans feiern beim BaseballDie schottische „Tartan Army“ hat es in Boston vorgemacht – jetzt zogen die Norweger in New York gewissermaßen nach. Zu Hunderten besuchten norwegische Fußballfans das Baseballspiel der New York Mets und sorgten unter anderem mit ihrem inzwischen berühmten „Viking Row“ für reichlich Stimmung. Dabei „rudern“ die Menschen gemeinsam wie auf einem Wikingerboot. Zuletzt hatten die Norweger damit bereits auf dem Times Square für Aufsehen gesorgt.Undav bleibt auf der Bank, Südafrika im Turnier – das war die NachtAls der DFB die Mitteilung verschickte, dass Deniz Undav zusammen mit Julian Nagelsmann auf der Abschlusspressekonferenz die Fragen beantworten würde, da wurde das in Reporterkreisen als klares Signal gedeutet. Denn in der Regel wählen Trainer oder Medienstäbe für diesen Termin nur Spieler aus, die am kommenden Tag in der Startelf stehen werden. Aber Pustekuchen. Er werde nur die notwendigen Wechsel vornehmen, sagte der Bundestrainer. Sprich: Für den verletzten Nico Schlotterbeck und den angeschlagenen Nathaniel Brown rücken Antonio Rüdiger und David Raum in die Startelf. Deniz Undav konnte aber dank seiner Einladung zur Pressekonferenz immerhin sofort auf die Entscheidung reagieren. Philipp Schneider berichtet für uns aus New York.Die sportliche Nachricht der Nacht: Südafrika ist noch im Turnier. Und wie. Nach dem eher katastrophalen Eröffnungsspiel mit zwei roten Karten gegen Mexiko und dem eher glücklichen, späten Ausgleich gegen Tschechien schlug der WM-Gastgeber von 2010 überraschend Südkorea mit 1:0 und zieht damit als Gruppenzweiter in die K.-o.-Runde ein. Dort treffen Bafana Bafana auf Kanada, die den Gruppensieg verpassten und deswegen zum Sechzehntelfinale in die USA reisen müssen.Der Rückkehrer der Nacht: Neymar. Nach der völlig überraschenden Nominierung von Trainer Carlo Ancelotti verpasste er verletzt die ersten beiden Gruppenspiele Brasiliens. Beim 3:0-Sieg gegen Schottland (zwei Tore Vinícius Junior) forderte das Publikum seine Einwechslung und Ancelotti erhörte sie.Brasiliens Sieg bedeutet wahrscheinlich das Aus für Schottland. Mit drei Punkten und einer Tordifferenz von minus drei Treffern rechnet zumindest Trainer Steve Clarke nicht mehr mit einem Weiterkommen. „Ich denke, wir fahren nach Hause“, sagte der 62-Jährige nach dem 0:3 gegen Brasilien: „Ganz sicher“. Die Leistung gegen den Rekordweltmeister sei „enttäuschend“ gewesen, sagte er: „Wir haben es uns selbst schwer gemacht. Wir haben ihnen die Tore geschenkt, wir haben ihnen das Spiel gegeben, das sie wollten.“ In Erinnerung werden die Schotten trotzdem bleiben. Natürlich wegen ihrer Fans und der "Boston Beer Party".Mehr ladenTickarooLive Blog Software