Nach einem Bericht der WirtschaftsWoche schlugen die Wellen im Bundesumweltministerium hoch: Die Redaktion hatte die Vermutung geäußert, dass die Regierung mit der neuen, drei Milliarden Euro schweren Förderung für E-Autos nun vor allem chinesische Autobauer subventionieren könnte.Ein großer Autohändler, der auch die chinesischen Marken BYD und MG vertreibt, hatte erklärt: „Als vor wenigen Wochen klar wurde, wie die neue Prämie ausgestaltet ist, ist der Absatz chinesischer E-Autos in unseren Autohäusern explodiert. Wir konnten den Absatz chinesischer E-Automarken um mehr als das Doppelte steigern“, so Burkhard Weller, geschäftsführender Gesellschafter der Weller Holding. Weller ist eine der größten Autohandelsketten Deutschlands.Seit Mitte Mai können Privatleute die neue Kaufprämie für E-Autos beantragen. Und seither, sagte Weller, verschiebe sich die Interessenslage in seinen 42 Autohäusern gewaltig. Er verkauft Autos von Marken wie BMW, Mini, Seat, Cupra, Toyota und Lexus – aber auch BYD oder MG.Ziel verfehlt Subventioniert die Regierung ungewollt chinesische Autobauer – mit Steuergeld? von Annina ReimannNach weiteren Medienberichten und empörten Reaktionen aus der Politik sah sich das Bundesumweltministerium dann am 17. Juni dazu gezwungen, die Berichte mit einer Stellungnahme zu relativieren. „Vermutungen“, dass vom Förderprogramm „größtenteils chinesische Hersteller profitieren“ würden, entspräche „nicht den bislang vorliegenden Daten“, so ein Sprecher der Behörde. Aufgrund der bislang noch begrenzten Bewilligungszahlen seien repräsentative Aussagen derzeit „noch nicht seriös möglich“.Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer hält das für vorgeschoben. Angesichts von mehr als 50.000 vorliegenden Anträgen lägen dem Ministerium sehr wohl genügend Daten vor, aber „man weigert sich scheinbar, die an die Öffentlichkeit zu geben“.