Burkhard Weller ist Chef einer der größten Autohandelsketten Deutschlands. Wohl auch, weil er ziemlich flexibel ist, was die angebotene Markenpalette angeht. In seinen 42 Autohäusern verkauft er Neuwagen von Marken wie BMW, Mini, Seat, Cupra, Toyota und Lexus – aber auch Autos chinesischer Marken wie BYD oder MG. Gegenüber Veränderungen am Markt ist er damit nicht nur gut gewappnet, er kann auch besser als andere vergleichen, wie sich die Gewichte zwischen den Marken verschieben. Und jetzt ergibt sich gerade eine neue Dynamik.Seit Mitte Mai können Privatleute die neue Kaufprämie für E-Autos beantragen. Und seither, sagt Weller, verschiebe sich die Interessenslage in seinen Autohäusern gewaltig. „Als vor wenigen Wochen klar wurde, wie die neue Prämie ausgestaltet ist, ist der Absatz chinesischer E-Autos in unseren Autohäusern explodiert. Wir konnten den Absatz chinesischer E-Automarken um mehr als das Doppelte steigern“, so Weller, geschäftsführender Gesellschafter der Weller Holding.Weller schildert ganz offen, was das in Zahlen bedeutet. Während Kunden von Januar bis März noch rund 150 Autos von MG pro Monat bei ihm orderten, waren es im April bereits 231. Für die Marke BYD gingen bei Wellers Autohäusern im Januar 77 Bestellungen ein – im April waren es bereits 235. Vergleichbare Zuwächse bei europäischen Marken habe es nicht gegeben, so Weller. Lediglich die spanische VW-Marke Cupra habe spürbar zulegen können: Hier verkaufte Weller im Januar 121 Fahrzeuge – und im April dann schon 178.Energiekrise „Dieser E-Auto-Boom ist deutlich anders als frühere“ 2026 wurden mehr reine Elektroautos zugelassen als Benziner. Ein reiner Iran-Effekt? Früher folgte auf ähnliche Anstiege oft der Einbruch. Warum es dieses Mal anders sein dürfte. von Stefan HajekSeit Januar steht der PlanSo breit Wellers Angebot ist, völlig repräsentativ sind seine Zahlen nicht, schon weil in seiner Palette einzelne deutsche Marken fehlen. Dennoch werfen seine Einschätzungen die Frage auf, ob die E-Auto-Prämie der Bundesregierung ihr Ziel erreicht. Oder ob dort, zumindest nebenbei, etwas gefördert wird, was die Regierung gar nicht im Sinne hatte: der vereinfachte Markteintritt chinesischer Anbieter in den deutschen Automarkt.Die Bundesregierung hatte im Herbst 2025 beschlossen, ein neues Programm zur Förderung von Elektroautos zu entwickeln, um mehr Privatpersonen den Umstieg auf klimaneutrale Mobilität zu ermöglichen. Am 19. Januar verkündete das Bundesumweltministerium dann, wie die konkreten Modalitäten ungefähr ausfallen würden: „Wer sein Elektroauto oder bestimmte Plug-in-Hybride sowie Elektroautos mit Reichweitenverlängerer ab dem 1. Januar 2026 neu zugelassen hat oder zulässt und unter einer bestimmten Einkommensgrenze liegt, kann je nach Fahrzeug, Einkommen und Familiengröße Fördermittel in Höhe von 1.500 bis 6.000 Euro beantragen. Auf entsprechende Eckpunkte hat sich die Bundesregierung verständigt.“
E-Auto-Förderung: Prämie hilft vor allem chinesischen Anbietern
Die neue Förderung für Elektroautos dürfte größtenteils an chinesische Anbieter gehen. Darauf deuten erste Zahlen einer großen Händlergruppe hin.







