Israels Ministerpräsident Benjamin Netanyahu ist nach Medienberichten bei einer Rede vor Offiziersanwärtern mit Zwischenrufen gestört worden. Wie die israelischen Zeitungen »The Times of Israel« und »Haaretz» weiter berichteten und auf zahlreichen Social-Media-Videos zu hören ist, rief ein Anwesender: »Geh nach Hause«. Das löste bei einigen Anwesenden Beifall und Jubel aus.
Ein weiterer Zuhörer rief demnach danach: »Geh, Bibi«. Laut den Berichten folgten jedoch auch Applaus und Jubel für den Regierungschef – die Situation spiegelt die Zerrissenheit der israelischen Gesellschaft treffend wieder. Der Vorfall ereignete sich während einer Abschlusszeremonie an einer Offiziersschule der israelischen Streitkräfte.Netanyahu wies in seiner Rede Kritik an seiner Führung im laufenden Krieg zurück. Er erklärte, dass sich die strategische Lage im Nahen Osten grundlegend verändert habe. Dabei verwies der Ministerpräsident auf militärische Erfolge gegen Iran, die palästinensische Terrororganisation Hamas im Gazastreifen und die schiitische Hisbollah-Miliz im Libanon.
Netanyahu dürfte dennoch erleichtert auf diese Woche zurückblicken. Der 76-Jährige hat seine Aussagen in den gegen ihn laufenden Korruptionsprozessen abgeschlossen. Das teilte eine Sprecherin des Justizministeriums am Mittwoch mit. Seit Ende 2024 hatte Netanyahu in den Verfahren insgesamt 98 Mal ausgesagt. Oftmals wurden die Anhörungen auf Antrag seines Anwalts aufgrund von Regierungsverpflichtungen oder gesundheitlichen Problemen verkürzt oder verschoben.






