Atlanta (dpa) - Wenige Stunden nach dem deutschen Dämpfer gegen Ecuador feierten zunächst die Niederlande, Japan und Schweden den Einzug in das Sechszehntelfinale. Auch Australien darf sich nach einem müden 0:0 gegen Paraguay freuen. Die Südamerikaner kommen sehr wahrscheinlich ebenfalls weiter und wären dann ein möglicher deutscher Gegner. Die USA, die in Gruppe D schon als Sieger feststanden, unterlagen der Türkei nach einem Gegentor weit in der Nachspielzeit 2:3.Der Co-Gastgeber trifft in der Runde der besten 32 auf Bosnien-Herzegowina. Die Niederlande bekommt es nach dem 3:1 gegen Tunesien mit Marokko zu tun, Japan trifft auf Rekordweltmeister Brasilien und Schweden droht ein Duell mit Frankreich.Die weiteren Themen der Nacht:Nächste WM-Geburt bei Belgien? Auch Mechele wird VaterIn der belgischen Nationalmannschaft geht es schon wieder um Nachwuchs. Nach der Debatte um Jeremy Doku und die Geburt seines Sohnes hat auch Abwehrchef Brandon Mechele berichtet, dass seine Frau und er ein Kind erwarten - womöglich während des Turniers.„Ich werde auch Vater, aber das wird erst nach der WM der Fall sein. Meine Frau war gerade beim Arzt, es ist alles in Ordnung“, sagte der 33 Jahre alte Innenverteidiger vor dem entscheidenden Gruppenspiel gegen Neuseeland und schob hinterher: „Vielleicht muss ich aber zurück, wenn es früher kommt.“Offensivstar Jeremy Doku war nach London gereist, um bei der Geburt seines Sohnes Praise dabeizusein. Eine französische Journalistin hatte dies scharf kritisiert, ihr Sender bat im Anschluss um Entschuldigung. Ob Doku nach seiner Rückkehr gegen Neuseeland in der Nacht zum Samstag (5.00 Uhr) zum Einsatz kommt, ließ Trainer Rudi Garcia offen.Nagelsmann rüffelt Kerner: „Hört auf mit dem Quatsch“Julian Nagelsmann hat eine Frage von Magenta-TV-Moderator Johannes B. Kerner nach dem 1:2 im dritten WM-Vorrundenspiel gegen Ecuador überhaupt nicht gefallen. „Bitte hört auf mit dem Quatsch, ehrlich. Warum wollten die Jungs nicht Vollgas geben?“, antwortete der Fußball-Bundestrainer auf Kerners Frage, ob der deutschen Mannschaft das letzte Engagement gefehlt habe angesichts des bereits zuvor feststehenden Gruppensiegs.Julian Nagelsmann (2.v.l.) redet gegen Johannes B. Kerner (l.) an. Tom Weller/dpaEcuador habe es ein bisschen mehr gewollt, insistierte Kerner. Auch das wollte Nagelsmann so nicht stehen lassen: „Nee, die wollte es nicht mehr“, sagte der 38 Jahre alte Cheftrainer. „Die haben halt ein bisschen mehr Risiko genommen in vielen Aktionen.“Advocaat lässt Zukunft bei Curaçao nach WM-Aus offenTrainer Dick Advocaat hat seine Zukunft nach dem WM-Aus mit Curaçao offen gelassen. „Darüber habe ich mir noch keine Minute Gedanken gemacht. Ich habe mich auf die WM fokussiert und wollte das maximale Ergebnis. Vielleicht, wenn ich den Raum verlasse“, sagte der 78-Jährige auf der Pressekonferenz nach dem 0:2 gegen die Elfenbeinküste. Der Niederländer trainiert den Karibikstaat seit Januar 2024 - mit einer kurzen Unterbrechung von Februar bis Mai dieses Jahres.Die Spieler des WM-Neulings haben sich nach Platz vier in der Gruppenphase für einen Verbleib des Trainers ausgesprochen. „Ich will, dass er weitermacht, aber es ist seine Entscheidung. Er hatte eine lange, wunderschöne Karriere. Wir müssen ihm jetzt erstmal ein wenig Freiraum geben. Aber natürlich wollen wir mit ihm weiterarbeiten“, sagte Torhüter Eloy Room.„Zu viel Freestyle“: Was Nagelsmann bei WM-Niederlage störteBundestrainer Julian Nagelsmann hat nach der frühen Führung gegen Ecuador die Abgeklärtheit im deutschen Team gefehlt. „Wir hatten einen super Start ins Spiel und müssen, wenn wir so früh führen, mit viel mehr Überzeugung das Ding zu Ende spielen“, sagte Nagelsmann nach der 1:2-Niederlage in East Rutherford bei MagentaTV. „Leider haben wir direkt nach dem Tor angefangen, Harakiri in der Positionierung zu machen. Dann wurde es schwer.“Julian Nagelsmann war mit der deutschen Leistung nicht einverstanden. Federico Gambarini/dpaAuch in der ARD befand der Bundestrainer, dass die Mannschaft lernen müsse, souveräner in solchen Situationen zu spielen. „Das war ärgerlich, dass wir da den Gegner wieder reinholen“, sagte Nagelsmann. „Wir haben sie leider selber wieder ins Spiel zurückgeholt.“Faé zu Schweinsteiger: „Könnten es rassistisch nennen“Der Trainer der Elfenbeinküste, Emerse Faé, hat Bastian Schweinsteiger scharf für dessen Aussage über den Spielstil der Afrikaner kritisiert. „Das ist traurig. Wir könnten es rassistisch nennen. Als ich seinen Kommentar gehört habe, war ich enttäuscht. Ich habe keine andere Möglichkeit, als das zu akzeptieren“, antwortete Faé, als er nach dem Einzug in die K.-o.-Runde auf die Äußerung des früheren DFB-Profis angesprochen wurde. Er könne nicht ändern, was Schweinsteiger oder andere Leute erzählen.Trainer Emerse Faé kritisiert Bastian Schweinsteiger für seine Aussage über den Spielstil der Afrikaner. (Archivbild) Tom Weller/dpaWenige Tage zuvor war Schweinsteiger für Äußerungen über den Fußball der Elfenbeinküste kritisiert worden. Der frühere Nationalspieler und aktuelle ARD-Experte beschrieb das Spiel des deutschen Gruppengegners, wie in Videos zu sehen ist, als „bisschen afrikanischer Fußball natürlich, der manchmal so ein bisschen unorthodox ist, ein bisschen wild ist, bisschen vielleicht auch manchmal nicht ganz so von der Taktik geprägt ist. Wir müssen uns einstellen, dass es unberechenbar wird manchmal.“© dpa-infocom, dpa:260626-930-285747/2
Das war die WM-Nacht: Vaterschaften und Weiterkommen
Atlanta (dpa) - Wenige Stunden nach dem deutschen Dämpfer gegen Ecuador feierten zunächst die Niederlande, Japan und Schweden den Einzug in das Sechszehntelfinale. Auch Australien darf sich nach einem müden 0:0 gegen Paraguay freuen. Die Südamerikaner kommen sehr wahrscheinlich ebenfalls weiter und wären dann ein möglicher deutscher Gegner. Die USA, die in Gruppe D schon als Sieger feststanden, unterlagen der Türkei nach einem Gegentor weit in der Nachspielzeit 2:3.Der Co-Gastgeber trifft in der Runde der besten 32 auf Bosnien-Herzegowina. Die Niederlande bekommt es nach dem 3:1 gegen Tunesien mit Marokko zu tun, Japan trifft auf Rekordweltmeister Brasilien und Schweden droht ein Duell mit Frankreich.Die weiteren Themen der Nacht:Nächste WM-Geburt bei Belgien? Auch Mechele wird VaterIn der belgischen Nationalmannschaft geht es schon wieder um Nachwuchs. Nach der Debatte um Jeremy Doku und die Geburt seines Sohnes hat auch Abwehrchef Brandon Mechele berichtet, dass seine Frau und er ein Kind erwarten - womöglich während des Turniers.„Ich werde auch Vater, aber das wird erst nach der WM der Fall sein. Meine Frau war gerade beim Arzt, es ist alles in Ordnung“, sagte der 33 Jahre alte Innenverteidiger vor dem entscheidenden Gruppenspiel gegen Neuseeland und schob hinterher: „Vielleicht muss ich aber zurück, wenn es früher kommt.“Offensivstar Jeremy Doku war nach London gereist, um bei der Geburt seines Sohnes Praise dabeizusein. Eine französische Journalistin hatte dies scharf kritisiert, ihr Sender bat im Anschluss um Entschuldigung. Ob Doku nach seiner Rückkehr gegen Neuseeland in der Nacht zum Samstag (5.00 Uhr) zum Einsatz kommt, ließ Trainer Rudi Garcia offen.Nagelsmann rüffelt Kerner: „Hört auf mit dem Quatsch“Julian Nagelsmann hat eine Frage von Magenta-TV-Moderator Johannes B. Kerner nach dem 1:2 im dritten WM-Vorrundenspiel gegen Ecuador überhaupt nicht gefallen. „Bitte hört auf mit dem Quatsch, ehrlich. Warum wollten die Jungs nicht Vollgas geben?“, antwortete der Fußball-Bundestrainer auf Kerners Frage, ob der deutschen Mannschaft das letzte Engagement gefehlt habe angesichts des bereits zuvor feststehenden Gruppensiegs.Julian Nagelsmann (2.v.l.) redet gegen Johannes B. Kerner (l.) an. Tom Weller/dpaEcuador habe es ein bisschen mehr gewollt, insistierte Kerner. Auch das wollte Nagelsmann so nicht stehen lassen: „Nee, die wollte es nicht mehr“, sagte der 38 Jahre alte Cheftrainer. „Die haben halt ein bisschen mehr Risiko genommen in vielen Aktionen.“Advocaat lässt Zukunft bei Curaçao nach WM-Aus offenTrainer Dick Advocaat hat seine Zukunft nach dem WM-Aus mit Curaçao offen gelassen. „Darüber habe ich mir noch keine Minute Gedanken gemacht. Ich habe mich auf die WM fokussiert und wollte das maximale Ergebnis. Vielleicht, wenn ich den Raum verlasse“, sagte der 78-Jährige auf der Pressekonferenz nach dem 0:2 gegen die Elfenbeinküste. Der Niederländer trainiert den Karibikstaat seit Januar 2024 - mit einer kurzen Unterbrechung von Februar bis Mai dieses Jahres.Die Spieler des WM-Neulings haben sich nach Platz vier in der Gruppenphase für einen Verbleib des Trainers ausgesprochen. „Ich will, dass er weitermacht, aber es ist seine Entscheidung. Er hatte eine lange, wunderschöne Karriere. Wir müssen ihm jetzt erstmal ein wenig Freiraum geben. Aber natürlich wollen wir mit ihm weiterarbeiten“, sagte Torhüter Eloy Room.„Zu viel Freestyle“: Was Nagelsmann bei WM-Niederlage störteBundestrainer Julian Nagelsmann hat nach der frühen Führung gegen Ecuador die Abgeklärtheit im deutschen Team gefehlt. „Wir hatten einen super Start ins Spiel und müssen, wenn wir so früh führen, mit viel mehr Überzeugung das Ding zu Ende spielen“, sagte Nagelsmann nach der 1:2-Niederlage in East Rutherford bei MagentaTV. „Leider haben wir direkt nach dem Tor angefangen, Harakiri in der Positionierung zu machen. Dann wurde es schwer.“Julian Nagelsmann war mit der deutschen Leistung nicht einverstanden. Federico Gambarini/dpaAuch in der ARD befand der Bundestrainer, dass die Mannschaft lernen müsse, souveräner in solchen Situationen zu spielen. „Das war ärgerlich, dass wir da den Gegner wieder reinholen“, sagte Nagelsmann. „Wir haben sie leider selber wieder ins Spiel zurückgeholt.“Faé zu Schweinsteiger: „Könnten es rassistisch nennen“Der Trainer der Elfenbeinküste, Emerse Faé, hat Bastian Schweinsteiger scharf für dessen Aussage über den Spielstil der Afrikaner kritisiert. „Das ist traurig. Wir könnten es rassistisch nennen. Als ich seinen Kommentar gehört habe, war ich enttäuscht. Ich habe keine andere Möglichkeit, als das zu akzeptieren“, antwortete Faé, als er nach dem Einzug in die K.-o.-Runde auf die Äußerung des früheren DFB-Profis angesprochen wurde. Er könne nicht ändern, was Schweinsteiger oder andere Leute erzählen.Trainer Emerse Faé kritisiert Bastian Schweinsteiger für seine Aussage über den Spielstil der Afrikaner. (Archivbild) Tom Weller/dpaWenige Tage zuvor war Schweinsteiger für Äußerungen über den Fußball der Elfenbeinküste kritisiert worden. Der frühere Nationalspieler und aktuelle ARD-Experte beschrieb das Spiel des deutschen Gruppengegners, wie in Videos zu sehen ist, als „bisschen afrikanischer Fußball natürlich, der manchmal so ein bisschen unorthodox ist, ein bisschen wild ist, bisschen vielleicht auch manchmal nicht ganz so von der Taktik geprägt ist. Wir müssen uns einstellen, dass es unberechenbar wird manchmal.“© dpa-infocom, dpa:260626-930-285747/2











