SZ-Magazin: Dominik Krause hat nach seinem Wahlsieg bei der Münchner Oberbürgermeisterwahl im März spontan seinen Partner auf der Bühne geküsst. Waren Sie ein bisschen neidisch über die Selbstverständlichkeit des Kusses, Herr Wowereit?Klaus Wowereit: Das war eine schöne Geste, wunderbar! Sein Partner gehört zu Herrn Oberbürgermeister Krause dazu, so wie mein Jörn zu mir gehört hat (Wowereits Lebenspartner Jörn Kubicki ist 2020 verstorben, Anm. d. Red.). Im politischen Betrieb ist ein öffentlicher Kuss unter gleichgeschlechtlichen Partnern zum Glück kein großes Thema mehr. In anderen gesellschaftlichen Bereichen schon, da bleibt Homosexualität leider keine Selbstverständlichkeit, zum Beispiel im Profifußball der Männer.