Ein einziger Satz kann politische Karrieren beenden – oder Geschichte schreiben. Im Juni 2001 hatte Klaus Wowereit sein berühmtes Coming-out. Nun warnt er vor wachsender Intoleranz.

04.06.2026, 08.02 Uhr

Klaus Wowereit

Berlins früherer Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, 72, sieht 25 Jahre nach seinem öffentlichen Coming-out teilweise eine Rückwärtsentwicklung bei der Gleichberechtigung von Schwulen und Lesben. »Es gibt Fortschritte, vor allem im rechtlichen Bereich. Gleichzeitig sehen wir aber auch gesellschaftliche Rückschritte«, sagte Wowereit.

»Man hat den Eindruck, dass es auch wieder zunimmt mit Intoleranz, Anfeindungen und Übergriffen. Das ist auch in einer toleranten Stadt wie Berlin ein großes Problem«, so Wowereit. Als Gesellschaft müsse man aufpassen, dass man diese Formen von Diskriminierung und Hass nicht zulasse. »Da waren wir schon mal weiter. Die Intoleranzen sind nicht weg, sondern werden teilweise geschürt und verstärkt. Das ist eine Entwicklung, die man sehr ernst nehmen muss.«