AnalyseZwischen Erleichterung über die Entspannung im Nahen Osten, steigenden Zinsen und Investitionsboom: Die Zeichen stehen wieder auf mehr Wachstum. Welche Branchen profitieren davon besonders – und mit welchen ETF lässt sich investieren? Plus: in welchen Börsenindizes wie viel SpaceX drinsteckt.Die Welt atmet auf: Die Krise am Persischen Golf ist entschärft, die kriegerischen Handlungen dürften vorbei sein, und der Transport von Energie und Düngemitteln aus dem Nahen Osten sollte sich in den kommenden Monaten normalisieren. Bereits jetzt zeigt sich, dass der Schiffsverkehr in der Strasse von Hormuz wieder anzieht.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenThemarket.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Entsprechend haben die Energienotierungen deutlich nachgegeben. Der Preis für ein Fass Rohöl der europäischen Referenzsorte Brent hat sich seit dem Höchst von Anfang April um fast 40% auf rund 73 $ und damit auf Vorkriegsniveau ermässigt, der Preis für das amerikanische Pendant West Texas Intermediate ist ähnlich kräftig gefallen.Das sind erfreuliche Nachrichten für die unter Druck stehenden Konsumenten und auch für die Weltwirtschaft. Die Gefahr einer globalen Rezession hat sich markant verringert.Allerdings dürfte der Inflationsdruck hoch bleiben. Wie Anatole Kaletsky vom Hongkonger Analysehaus Gavekal Research schreibt, gehe der Inflationsdruck in den USA primär von einer zu expansiven Fiskal- und Geldpolitik, den rasant steigenden Vermögenspreisen, dem angespannten Arbeitsmarkt, den Handelszöllen und einem enormen Investitionsboom im Bereich der künstlichen Intelligenz aus.Straffere GeldpolitikNicht nur in den USA, rund um den Globus zeigt die Inflation wieder nach oben, wie der von Citigroup ermittelte Inflation Surprise Index zeigt. Im Mai ist er erstmals seit dem Frühling 2023 in den positiven Bereich geklettert und signalisiert, dass die Teuerungsdaten – berücksichtigt werden u.a. Konsumenten- und Produzentenpreise, aber auch die Löhne – die Erwartungen übertreffen.Vor diesem Hintergrund sahen sich einige Notenbanken bereits gezwungen, die Zinsen zu erhöhen. So haben die Europäische Zentralbank (gelb in der Grafik) und die Bank of Japan (violett) die Leitzinsen im Juni jeweils um 25 Basispunkte angehoben.Auch das Fed schlug unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh schärfere Töne an. Im begleitenden Statement des Offenmarktausschusses heisst es: «Der Ausschuss wird für Preisstabilität sorgen», was die Märkte als erhöhte Wahrscheinlichkeit für eine baldige Leitzinserhöhung interpretierten. Die Terminmärkte rechnen mittlerweile fest mit mindestens einer Erhöhung bis Ende Jahr.Angesichts der Inflation ist eine geldpolitische Straffung durchaus angezeigt: Im Mai ist der US-Konsumentenpreisindex (CPI) im Jahresvergleich um 4,2% gestiegen. Seit nunmehr 62 aufeinanderfolgenden Monaten übersteigt die CPI-Wachstumsrate das Ziel der Notenbank von 2%. Dazu passt die Beobachtung, dass z.B. die Renditen auf zweijährige US-Staatsanleihen trotz fallender Ölnotierungen unvermindert nach oben streben.Damit könnte nun an den Aktienbörsen wieder eine Rotation in diejenigen Sektoren einsetzen, die vor dem US-israelischen Angriff auf Iran zu den Zugpferden zählten. Dazu gehörten global betrachtet die konjunktursensitiven Segmente Industrie, Grundstoffe (Materials) sowie Energie. Die Sektoren Informationstechnologie, Kommunikation und zyklischer Konsum blieben damals zurück.Doch wenige Tage nach dem Kriegsausbruch flüchteten die Anleger in US-Valoren und insbesondere in IT-Aktien und technologienahe Branchen.Wie präsentiert sich das derzeitige Umfeld mit Blick auf die elf globalen Aktiensektoren? The Market untersucht sie hinsichtlich fünf Kategorien: 1) konjunkturelles Umfeld, 2) Kursentwicklung, 3) Gewinnmomentum, 4) Bewertung und 5) Positionierung/Sentiment.Konjunkturelles Umfeld begünstigt ZyklikerDas soeben beschriebene Umfeld ist grundsätzlich unterstützend für konjunktursensitive Segmente. Das wird durch einen Blick auf einen der verlässlichsten Frühindikatoren bestätigt: Trotz Unsicherheit und Krieg im Nahen Osten (und in der Ukraine) zeigten die Industrie-Einkaufsmanagerindizes jüngst nach oben und notieren derzeit komfortabel über der Wachstumsschwelle von 50 Zählern.Der Bloomberg Economics GDP Tracker, der das erwartete Wachstum des globalen Bruttoinlandprodukts für die nächsten zwölf Monate schätzt, hatte sich mit dem Kriegsbeginn abgeschwächt, zeigte zuletzt aber wieder nach oben. Der am Mittwoch veröffentlichte Ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland hat sich ebenfalls verbessert.Das dürfte sich auch im Wachstum der Unternehmensgewinne niederschlagen. In einem solchen Umfeld bleiben defensive Valoren in der Regel hinter dem Gesamtmarkt zurück. Diese findet man typischerweise in den Branchen Gesundheit, Versorger, Basiskonsum und Kommunikation, deren Umsatz- und Gewinnentwicklung weniger vom Auf und Ab der Konjunktur abhängt.Steigender Einkaufsmanagerindex ist positiv für die Unternehmensgewinne:In der Grafik sind der US-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe (ISM Manufacturing, blaue Linie, linke Skala) sowie die Jahresveränderung der globalen Gewinnerwartungen (grüne Linie, rechte Skala) abgebildet. Ein ISM-Indexwert über 50 geht typischerweise mit steigenden Gewinnen einher.Quelle: MRB PartnersRohstoffkonzerne, Industrie- und Technologieunternehmen profitieren in der Regel von der Wachstumsdynamik und vermögen ihren Gewinn überdurchschnittlich zu steigern.Eine allzu starke wirtschaftliche Expansion erhöht allerdings die Gefahr, dass die Notenbanken eine straffere Geldpolitik verfolgen müssen, um den damit verbundenen Teuerungsdruck in Schach zu halten. Gemäss Michael Howell, der sich auf die Liquiditätsbedingungen an den Finanzmärkten spezialisiert hat, könnte dies höhere Anleihenrenditen und einen stärkeren Dollar zur Folge haben. Ein Stück weit hat diese Entwicklung mit der jüngsten Erholung des Dollars bereits eingesetzt.Segmente, die unter steigenden Bondrenditen (Immobilien) und einer potenziell flacheren Zinskurve leiden (Finanz), bleiben dann auch oft hinter dem Gesamtmarkt zurück. Auch IT-Konzerne könnten den Zinsanstieg stärker zu spüren kriegen, weil ein Grossteil ihres Gewinns weit in der Zukunft anfällt und der Gegenwartswert wegen des höheren Diskontierungssatzes sinkt.Ein potenzieller Risikofaktor ist zudem die wachsende Kapitalaufnahme der Unternehmen: Die grossen Börsengänge – nach SpaceX streben auch Anthropic und OpenAI eine Publikumsöffnung an – entziehen dem Markt Liquidität. Dasselbe gilt für die verstärkte Aufnahme von Fremdkapital, das für die gewaltigen Investitionen in Rechenzentren benötigt wird, was den freien Cashflow der Tech-Kolosse schmelzen lässt und auch die Aktienrückkäufe zum Erliegen bringt. Noch stecken die Aktienmärkte diese Entwicklung erstaunlich gut weg.Momentum spricht für TechnologiewerteDiesbezüglich spricht das Momentum eine klare Sprache: Allein in den letzten drei Monaten ist der globale Tech-Aktienindex MSCI World IT um ein Viertel gestiegen, über zwölf Monate beträgt das Plus 36%.The Market hat die elf Sektoren nach ihrem Momentum in drei Gruppen – starkes, neutrales und schwaches Momentum – eingeteilt. Die Grundlage ist die Kursveränderung des Sektorindex von MSCI über sechs und zwölf Monate. Dies, weil diverse akademische Studien gezeigt haben, dass Valoren, die über diese Perioden gut abschnitten, auch in den darauffolgenden Monaten überdurchschnittlich oft die Nase vorn haben.Die vier Branchen mit der im Durchschnitt besten Kursentwicklung landen in der Gruppe mit starkem Momentum, die vier schwächsten bilden die Schlussgruppe, die übrigen drei gehören zu den neutralen Sektoren.Wer ausschliesslich auf das Momentum als Auswahlkriterium abstellt, setzt auf Energie, Grundstoffe, Industrie und Technologie. Diese Segmente bestachen in den vergangenen Monaten mit den kräftigsten Avancen. Nicht zu überzeugen vermögen derzeit Gesundheit, Immobilien sowie die beiden Konsumsektoren, die klar hinter dem Gesamtmarkt zurückgeblieben sind.Gewinnwachstum wird wichtigDie Branchen mit Schwung profitieren von den erfreulichen Gewinnaussichten, wie ein Blick auf die Gewinnschätzungen zeigt. So gehen die von Bloomberg erfassten Analysten davon aus, dass die Unternehmen aus den Sektoren Technologie, Energie, Grundstoffe und Industrie ihren Profit in den kommenden zwölf Monaten am kräftigsten steigern können.Im Vergleich bilden Immobiliengesellschaften, denen ein Gewinnplus von gerade einmal 1,2% zugetraut wird, das Schlusslicht. Finanz, Basiskonsum sowie Kommunikationsdienste gehören ebenfalls zu den Nachzüglern. Dazwischen bewegen sich Gesundheits- und Versorgerkonzerne sowie die Unternehmen, die dem Sektor zyklischer Konsum zugeordnet werden.Bewertung spiegelt Optimismus der AnlegerLeider nehmen die meisten der globalen Aktiensektoren bereits ein überaus zuversichtliches Szenario vorweg, wie ein von The Market ermittelter Bewertungsindikator zeigt. Er umfasst fünf Kennzahlen – das Shiller-Kurs-Gewinn-Verhältnis, das vorwärtsgerichtete KGV, das Kurs-Umsatz-Verhältnis, das Kurs-Buchwert-Verhältnis sowie die Dividendenrendite –, die jeweils mit der Historie jedes Sektors verglichen und in ein Gesamtmass aggregiert werden. Es bewegt sich zwischen 0 und 100; je höher sein Wert, desto unattraktiver ist die Bewertung.Nach der Hausse der vergangenen Monate handelt keiner der elf Sektoren unter seiner langfristigen mittleren Bewertung (was dem 50. Perzentil entspricht). Am günstigsten sind Gesundheitsaktien, die nur geringfügig über ihrer durchschnittlichen Bewertung notieren. In einem angemessenen Rahmen bewegen sich zudem die Bewertungen der Energietitel, akzeptabel ist die Bewertung des Basiskonsumgütersektors, wobei vor allem die Industrien Haushalts- und persönliche Produkte sowie Lebensmittel, Getränke und Tabak attraktiv sind.Ein nahezu perfektes Szenario preisen Industrieaktien ein, aber auch die Branchen Technologie und Kommunikationsdienste sind anspruchsvoll bewertet. Die Sicherheitsmarge ist minimal, bereits geringfügige Enttäuschungen bergen die Gefahr, heftige Rückschläge auszulösen.Unbeliebte KonsumaktienUmso wichtiger ist es, ein Gefühl dafür zu erhalten, wie beliebt die verschiedenen Sektoren sind. Natürlich spiegeln die Bewertungen auch die Zuversicht der Anleger, dennoch erscheint ein Blick auf Umfragen gerechtfertigt. Eine der bekanntesten wird monatlich von Bank of America durchgeführt. In der jüngsten Befragung schwingen Banken, Technologie, Kommunikationsdienste und Industrie in der Beliebtheit obenaus. Diese Segmente werden von Portfoliomanagern am deutlichsten übergewichtet.Kaum erwärmen können sich die Anlageprofis für Konsumaktien, für Versicherer und für Versorger.Aus Contrarian-Optik ist eine grosse Abneigung ein positives Signal, heisst das doch, dass die Erwartungen niedrig sind. Bereits etwas weniger schlechte Nachrichten können für eine Kurserholung sorgen.Gesamtübersicht: risikoreichere Segmente im VorteilWie sieht das Gesamtbild aus? Gibt man allen fünf Faktoren das gleiche Gewicht und aggregiert sie, zeigt sich, dass zyklische Segmente derzeit tendenziell besser abschneiden: In einem grundsätzlich positiven konjunkturellen Umfeld überzeugen die Rohstoffsektoren sowie Industriewerte mit Kurs- und Gewinnmomentum sowie vertretbaren Bewertungen. Bei Industrie und zyklischem Konsum überwiegen die positiven Faktoren ebenfalls, wenngleich knapp.Die Marktteilnehmer setzen offenbar auf Branchen und Unternehmen, die von den Themen Aufrüstung, Infrastrukturinvestitionen und Massnahmen zur Verbesserung der Umweltbilanz profitieren.Zur Vorsicht mahnen teilweise sportliche Bewertungen sowie eine in gewissen Bereichen euphorische Anlegerstimmung. Das gilt insbesondere für KI-nahe Bereiche und vor allem für Halbleiterkonzerne, die einen aussergewöhnlichen Lauf hatten. «Merkmale einer Blasenbildung liegen vor», schreibt etwa der Marktbeobachter Alfons Cortés zur Halbleiterindustrie.Defensive Valoren haben derzeit einen schweren Stand. In gewissen Segmenten sind die Bewertungen vorteilhaft (Basiskonsum, Gesundheit, Immobilien), oder die Anleger sind derart negativ, dass es wenig braucht für positive Überraschungen (Konsumsektoren, Versorger). In der Summe vermögen sie aber noch nicht zu überzeugen, obwohl in den vergangenen Tagen eine gewisse Rotation in Nachzügler wie Nestlé zu beobachten war.Obwohl Zykliker derzeit stark abschneiden, ist es ratsam, defensive Werte nicht gänzlich zu vernachlässigen. In ruppigeren Marktphasen oder falls sich die Zweifel wieder verstärken, ob sich die KI-Investitionen tatsächlich rechnen werden, dürften sie für Stabilität im Portfolio sorgen.Auswahl an Sektor-ETFAnleger, die eine Sektorstrategie umsetzen möchten, können beispielsweise die folgenden an der Schweizer Börse kotierten globalen Branchen-ETF in Erwägung ziehen.Börsenindizes: wo wie viel SpaceX drinstecktDer grösste Börsengang aller Zeiten war fulminant: Am 12. Juni wurde die von Elon Musk geführte Space Exploration Technologies (SpaceX) erstmals an der Nasdaq gehandelt. Der Ausgabepreis der Aktien wurde bei 135 $ fixiert, und sogleich schossen die Titel in die Höhe, bevor etwas Ernüchterung eintrat. Vorübergehend handelten die Valoren des Weltraumunternehmens mit KI-Ambitionen über 200 $, am Donnerstag kosteten sie rund 150 $. Zu diesem Preis erreicht SpaceX einen Marktwert von rund 2 Bio. $ und gehört damit auf Anhieb zu den zehn wertvollsten Konzernen der Welt. Noch schreibt sie rote Zahlen: Im ersten Quartal resultierte ein Minus von 4,3 Mrd. $.Der Streubesitz, also der Anteil der an der Börse frei gehandelten Titel (Free Float), erreicht weniger als 5%. Die übrigen Aktien sind in der Hand von Elon Musk, Mitarbeitern und frühen privaten Investoren.Das stellt die wichtigen Indexanbieter vor ein Problem: Sollen die Aufnahmekriterien punkto Profitabilität und Streubesitz aufgeweicht werden, um den Mega Cap sofort adäquat abbilden zu können, oder sollen die Indexregeln konsequent angewendet werden, womit eines der wichtigsten Unternehmen (noch) ausgeschlossen würde?Nicht alle Indexanbieter gelangen zur selben Antwort. Das sind die wichtigsten Anbieter und ihr Umfang mit SpaceX:S&P 500: Standard & Poor’s ist der bekannteste «Verweigerer». Zwar hat die Gesellschaft die Regeln des Streubesitzes etwas aufgeweicht, anders als die meisten Konkurrenten hält sie aber an ihren wichtigsten Aufnahmekriterien fest. Sie besagen, ein Unternehmen müsse für die Inklusion mindestens zwölf Monate kotiert sein und in der Summe der letzten vier Quartale einen Nettogewinn gemäss Rechnungslegungsstandard GAAP erzielt haben. Im ersten Quartal 2026 erwirtschaftete SpaceX einen Verlust von rund 4,3 Mrd. $. Die Aufnahme in den wohl wichtigsten US-Index, den S&P 500, ist somit frühestens im Sommer 2027 realistisch. Das gilt natürlich auch für die Aufnahme in alle ETF, die den Index abbilden.Dow Jones Industrial: Der Dow Jones Industrial umfasst lediglich dreissig etablierte Unternehmen, die zu den bedeutendsten und traditionsreichsten der USA gehören. Die Auswahl erfolgt durch ein Komitee und basiert nicht auf starren Regeln. Börsenneulinge haben typischerweise geringe Chancen auf die Aufnahme, was gegen eine baldige Indexmitgliedschaft des Weltraumkonzerns spricht.Nasdaq 100 und Nasdaq Composite: Die US-Börse Nasdaq hat die Aufnahmekriterien für ihre Indizes eigens für SpaceX aufgeweicht. Erstens stützt sich die Indexzulassung nun auf die kombinierte Marktkapitalisierung von kotierten und nicht kotierten Aktien, und die Anforderung eines Streubesitzes (Free Float) von 10% wurde abgeschafft. Zweitens wird die Aufnahme eines Unternehmens bereits nach fünfzehn Handelstagen ermöglicht. In der Folge dürfte SpaceX bereits am 3. Juli in den Technologieindex (und entsprechende ETF) aufgenommen werden. Um zu verhindern, dass ein derart grosses Unternehmen aufgrund des winzigen Streubesitzes im Index völlig untergeht, wendet die Nasdaq bei extrem niedrigem Free Float einen Gewichtungsmultiplikator von bis zu drei an. Dadurch könnte der SpaceX-Anteil im Nasdaq 100 mehr als 1% erreichen.MSCI AC World, MSCI World und MSCI USA: Der Indexanbieter MSCI bestätigte ebenfalls, die (Fast-Track-)Regeln angepasst zu haben, um die SpaceX-Aktien vorzeitig aufnehmen zu können. Das Unternehmen wird am 29. Juni 2026 offiziell in die Global-Standard-Indizes wie den MSCI All Country World (mit einem Gewicht von 0,07 bis 0,09%), den MSCI World (rund 0,08%) sowie den MSCI USA (0,12 bis 0,16%) aufgenommen. Auch in den Sektorindex MSCI Communication Services soll es dann Einzug halten, und zwar mit einer Gewichtung von 1,1 bis 1,5%.FTSE Russell: Auch FTSE Russell hat die Hürden für den minimalen Streubesitz für grosse Börsenneulinge gesenkt, sodass SpaceX in den entsprechenden Indizes abgebildet werden kann. Die Aufnahme in den FTSE All-World wurde bereits Mitte Juni 2026 vollzogen, das Gewicht des Börsenneulings beläuft sich wegen des niedrigen Free Float auf insgesamt bescheidene rund 0,08%.ESG- und Nachhaltigkeitsindizes: Da SpaceX bei gewissen Nachhaltigkeits- und ESG-Kriterien (ESG steht für Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung) überaus schlecht abschneidet, ist es wenig wahrscheinlich, dass sie bald in entsprechende Indizes aufgenommen wird. So hat MSCI SpaceX u.a. wegen mangelnder Unabhängigkeit der Geschäftsleitung, der extremen Stimmrechtskonzentration bei Elon Musk sowie ökologischer Risiken mit dem schlechtesten Nachhaltigkeitsrating – CCC – versehen.Indexanteil wird zunehmenDerzeit ist das Gewicht von SpaceX in den wichtigsten Börsenbarometern gering. Der Free Float wird in den kommenden Monaten jedoch steigen, wenn die Altaktionäre die Gelegenheit erhalten, sich über die Börse von ihren Titeln zu trennen. Erstmals wird das nach der Publikation der Unternehmenszahlen für das zweite Quartal möglich sein, voraussichtlich im August.Dann dürfte SpaceX auch in den Indizes prominenter vertreten sein. Wer partout keine SpaceX-Aktien im Depot haben möchte, setzt mit Vorteil auf ESG-Indizes.Finanzielle Massenvernichtungswaffen«Anlegen sollte so sein, als würde man Farbe beim Trocknen oder Gras beim Wachsen zusehen. Wenn Sie Nervenkitzel wollen, nehmen Sie 800 $ und fahren nach Las Vegas», meinte der Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Samuelson einst. Dahinter steckt die Philosophie, ein ausgewogenes Portfolio zusammenzustellen, möglichst langfristig zu investieren und unnötige Kosten durch übermässiges Handeln zu vermeiden. Denn die meisten Investoren vermögen die breiten Aktienindizes ohnehin nicht zu schlagen.Wagemutigeren Zeitgenossen ist das natürlich zu langweilig. Gerade jetzt, wo die Aktienkurse in populären Segmenten steil nach oben zeigen und Tagesbewegungen von 10% und mehr auch bei Grosskonzernen keine Seltenheit sind, wird die Geduld mancher Investoren auf die Probe gestellt. Wer hat nicht schon mit dem Gedanken gespielt, etwas Pfeffer ins Portfolio zu geben – vielleicht mit gehebelten ETF? Womöglich auf Einzeltitel?NahtoderfahrungDieser Schritt will gut überlegt sein, wie ein Blick auf zwei zweifach gehebelte Produkte – den T-Rex 2X Long MSTR Daily Target ETF und den T-Rex 2X Short MSTR Daily Target ETF – auf Strategy (vormals Microstrategy) zeigt.Strategy ist eine Softwaregesellschaft, die 1989 von Michael Saylor mitgegründet wurde und auf Analysesoftware für Geschäftskunden fokussiert. In der Dotcom-Blase kam sie ins Visier der US-Börsenaufsicht, weil sie gewisse Finanzzahlen geschönt hatte. Es kam zu Sammelklagen und Vergleichen. Die Marktkapitalisierung brach vorübergehend um mehr als 99% ein. Das Unternehmen überlebte nur knapp, restrukturierte sich und baute das Business-Intelligence-Geschäft langsam wieder auf. Heute ist Strategy am Markt ein Begriff, weil sie Hunderttausende Bitcoin als primäres Treasury Asset hält.Das ideale Unternehmen also, um dagegen zu wetten, könnte man meinen. Wer bei der ETF-Lancierung im September 2024 doppelt gehebelt gegen Strategy gewettet und den ETF bis heute gehalten hat, hat jedoch sage und schreibe 97% seines Einsatzes verloren (gelbe Linie in der Grafik).Langweilig ist gutUnd wie steht es um diejenigen Spekulanten, die von Strategy und Michael Saylor überzeugt waren und die Gegenposition eingegangen sind, also doppelt gehebelt «long» gegangen sind? Auch sie mussten Federn lassen: Nach einer rasanten Avance begann der Kurs zu bröckeln, und derzeit beläuft sich ihr Verlust auf happige 92%.Warum haben beide ETF an Wert verloren, obwohl sie auf eine gegenläufige Entwicklung setzen? Der Grund liegt in ihrer Konstruktion. Bei gehebelten ETF findet ein tägliches Rebalancing statt, weshalb sich ihre langfristigen Kurse z.T. deutlich entgegen der Erwartung der Investoren entwickeln können.Solche Strategien erfordern ein hohes Mass an Aufmerksamkeit. Für die meisten Anleger ist ein «langweiliges» Portfolio die bessere Wahl.
Welche Aktiensektoren im jetzigen Umfeld überzeugen
Die Zeichen stehen wieder auf Boom. Welche Branchen überzeugen im jetzigen Umfeld – und mit welchen ETF lässt sich investieren?










