Die Pläne von Volkswagen, das von Schließung bedrohte Werk in Osnabrück durch eine Kooperation mit dem Rüstungskonzern Rafael zu erhalten, hängen wohl in der Schwebe. Nach Informationen von Reuters erschwert der katarische Staatsfond Qatar Investment Authority (QIA) als drittgrößter VW-Anteilseigner die Verhandlungen zwischen Volkswagen und Rafael. Das betroffene Werk liegt zudem in der Heimatstadt des Verteidigungsministers Boris Pistorius, der dort von 2006 bis 2013 Oberbürgermeister war.
Auf Nachfrage der Berliner Zeitung wollte sich Volkswagen nicht konkret zu dem Bericht äußern. Das Unternehmen kommentiere grundsätzlich keine einzelnen Medienberichte und Spekulationen, hieß es von einem Sprecher. Allgemein erklärte der Konzern, man prüfe weiterhin Perspektiven für den Standort Osnabrück über das Auslaufen der aktuellen Fahrzeugfertigung im Jahr 2027 hinaus. Der Standort sei innerhalb des Produktionsnetzwerks der Volkswagen AG auf Kleinserien- und Spezialprojekte spezialisiert; auch deshalb führe man Gespräche mit Unternehmen aus der Verteidigungsindustrie, um nachhaltige Beschäftigungsperspektiven zu entwickeln.
Volkswagen sei und bleibe in erster Linie ein Mobilitätsanbieter, hieß es weiter. Gleichzeitig stehe Europa vor der Herausforderung, die Verteidigungsfähigkeit nachhaltig zu stärken. Als größter europäischer Automobilhersteller sehe sich der Konzern auch in einer gesellschaftlichen Verantwortung, technologische Expertise und industrielle Kapazitäten dort einzubringen, wo sie im gesamtwirtschaftlichen Interesse sinnvoll unterstützen könnten.














