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VW: Volkswagen will vier Werke loswerden – Zehntausende Jobs in Gefahr Bei VW sind mehr Jobs in Gefahr als bislang angenommen. IG Metall und Betriebsrat schlagen Alarm und sprechen von „unverantwortlichen Drohungen“.

26.06.2026 - 15:45 Uhr VW Werk in Zwickau im Stadtteil Mosel. (Archivbild) Foto: IMAGO/Wolfgang Maria WeberVier Werke stehen auf der Kippe, zehntausende weitere Stellen könnten wegfallen: Europas größter Autobauer Volkswagen steht vor dem größten Umbauprogramm in seiner fast 90-jährigen Geschichte. Insidern zufolge legte Volkswagen-Chef Oliver Blume dem Vorstand seine Pläne für das Sanierungsprogramm vor.Diese sehen Insidern zufolge unter anderem vor, die Produktion von Konzernautos in den Werken Emden, Zwickau und Hannover sowie im Audi-Werk in Neckarsulm auslaufen zu lassen, was Auswirkungen auf mehrere zehntausend Arbeitsplätze hat. Eine Zahl, wie viele Jobs wegfallen sollen, sei in dem Papier selbst nicht enthalten, sagte ein Insider. Das „Manager Magazin“ schrieb unter Berufung auf Insider von 100.000 Stellen, die in den nächsten Jahren wegfallen sollen – das wäre doppelt so viel wie bislang vereinbart.Nach Informationen der WirtschaftsWoche ist diese Zahl aber wohl deutlich zu hoch. So dürfte der neue Sparplan von VW-Chef Oliver Blume eher auf eine Erhöhung des bislang angestrebten Abbaus (50.000 Stellen) um 20.000 bis 30.000 Stellen hinauslaufen. Das berichten Konzerninsider. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte.)IG Metall und Betriebsrat schlagen AlarmBei Arbeitnehmern und Politik stießen die Abbaupläne auf harsche Kritik. IG-Metall-Vorsitzende Christiane Benner, VW-Betriebsratschefin Daniela Cavallo und Thorsten Gröger, Verhandlungsführer der IG Metall für die VW-Verträge, erklärten, die erneuten Medienberichte verunsicherten die Belegschaft und die Standortregionen. „Angriffe auf das VW-Gesetz, die Mitbestimmung und unsere Standorte sind unverantwortliche Drohungen. Sollten solche Pläne vorangetrieben werden, würden wir sie mit aller Macht verhindern“, teilten sie gemeinsam mit. „Statt blinden Aktionismus zu zeigen, sollte der Vorstand endlich seinen Job machen und sich auf seine eigene Arbeit konzentrieren: wettbewerbsfähige Produkte, Technologien, Konzernstrukturen und -synergien und damit auch sichere Beschäftigung.“Stellenabbau VW vor dem Kahlschlag – womit intern wirklich gerechnet wird von Martin SeiwertNiedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies sagte, sein Land werde keiner Entwicklung zustimmen, die auf Werksschließungen als vermeintlich einfache Lösung setzt oder die bewährte Mitbestimmung infrage stellt. „Die Zukunft von Volkswagen wird nicht dadurch gewonnen, dass man immer neue Werksschließungen oder immer größere Stellenabbauprogramme in den Fokus stellt.“ Das Land Niedersachsen, das über eine Sperrminorität und zwei Sitze im Aufsichtsrat verfügt, werde seine Verantwortung dort mit der gebotenen Sorgfalt wahrnehmen.Der Chef der SPD Hannover, Adis Ahmetovic, bezeichnete die Pläne als „Frontalangriff und eine deutliche Kampfansage“. „Das Volkswagen-Management scheint sich inzwischen vor allem mit Ankündigungen zum Stellenabbau profilieren zu wollen.“Volkswagen Bei VW müssen Werke weg – nicht der Chef Lassen die Porsches und Piëchs VW-Chef Oliver Blume wegen schlechter Zahlen fallen? Die Eigentümerfamilie sollte sich besser um etwas ganz anderes kümmern. Ein Kommentar. Kommentar von Martin SeiwertEin VW-Sprecher erklärte zu dem Bericht, sein Unternehmen kommentiere interne, vertrauliche Unterlagen nicht. Die zugrunde liegenden Sachverhalte würden in den zuständigen Gremien besprochen und verabschiedet. Diesem Prozess solle nicht vorgegriffen werden. „Richtig ist, dass die gesamte Automobilindustrie und die Volkswagen Group eine tiefgreifende Transformation durchlaufen“, ergänzte er. Der gesamte VW-Konzern einschließlich der Marken und Gesellschaften müsse sich tiefgreifend verändern. Der Konzernvorstand habe dazu in den vergangenen Monaten intensiv an einem Zukunftsplan für die Neuaufstellung des Unternehmens gearbeitet. „Es geht darum, das Unternehmen insgesamt effizienter und schlanker aufzustellen sowie technologische Synergiepotenziale konsequent zu nutzen.“ Der Aufsichtsrat soll am 9. Juli über das Thema beraten.Blume sieht Rüstung oder chinesische Autos als MöglichkeitZu schnellen Werksschließungen dürfte es jedoch nicht kommen. Zum einen läuft die Fertigung in den vier Werken noch mehrere Jahre, zum Teil bis in die 2030er Jahre hinein. Zum anderen ist für eine Schließung laut VW-Gesetz eine Zweidrittelmehrheit im Aufsichtsrat nötig, was den Arbeitnehmern und dem Land Niedersachsen sehr weitgehende Mitspracherechte gibt. Blume selbst hatte in der Vergangenheit erklärt, es gebe intelligentere Lösungen, als Werke zu schließen. Eine Möglichkeit wäre eine Zusammenarbeit mit Rüstungsunternehmen, sagte er bei der Vorlage der Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr. Zudem könnten eigentlich in China für den chinesischen Markt entwickelte Autos in Deutschland vom Band laufen. Das wäre wohl vor allem für das Werk in Zwickau eine Option, das Insidern zufolge inzwischen über die konzernweit niedrigsten Fabrikkosten in Deutschland verfügt.Insider: Blume will Führungskräfte disziplinierenBereits Anfang der Woche präsentierte einem Insider zufolge Blume seine Pläne den Führungskräften des Konzerns. Um das Management zu disziplinieren, habe er die Führungskräfte unterschreiben lassen, damit sich später niemand hinter den anderen verstecken und ausscheren könne. Dem Vorstand sei bewusst, dass das Vorhaben auch intern auf Widerstände stoßen dürfte.Dem „Manager Magazin“ zufolge gehen die Pläne Blumes über einen reinen Stellenabbau weit hinaus. So sollen die Marke Volkswagen sowie die Komponentensparte ausgegliedert und in eigene Gesellschaften überführt werden. In der Logik könnten auch einzelne abgespaltene Marken einfacher am Kapitalmarkt platziert werden. rtr, dpa, sha Mehr zum Thema Unsere Partner Anzeige Stellenmarkt Die besten Jobs auf Handelsblatt.com Anzeige ImmoScout Jetzt kostenlos den Wert deiner Immobilie ermitteln Anzeige IT BOLTWISE Fachmagazin in Deutschland mit Fokus auf Künstliche Intelligenz und Robotik Anzeige Remind.me Jedes Jahr mehrere hundert Euro Stromkosten sparen – so geht’s Anzeige Presseportal Lesen Sie die News führender Unternehmen! Anzeige Bellevue Ferienhaus Exklusive Urlaubsdomizile zu Top-Preisen Anzeige Übersicht Ratgeber, Rechner, Empfehlungen, Angebotsvergleiche Anzeige Finanzvergleich Die besten Produkte im Überblick