Schweiz bricht Temperaturrekord Mit 38 Grad in Basel hat die Schweiz am Donnerstag die höchste jemals im Monat Juni gemessene Temperatur verzeichnet. Damit sei der bisherige Juni-Rekord von 36,9 Grad aus dem Jahr 1947 gebrochen, teilte der Schweizer Wetterdienst Meteoschweiz mit. Auch vor fast acht Jahrzehnten war die höchste Juni-Temperatur in der Stadt Basel nahe der Grenze zu Deutschland und Frankreich gemessen worden.Wegen der Hitzewelle in Westeuropa gilt auch in weiten Teilen der Schweiz die höchste Hitze-Warnstufe. Am höchsten sind die Temperaturen im Norden der Schweiz, wo außer in Basel in mindestens fünf Wetterstationen das Thermometer über 37 Grad anzeigte. Die Hitzewelle werde voraussichtlich bis Montag anhalten, erklärte Meteoschweiz. Glaskuppel des Bundestages bleibt am Wochenende zu Wegen der extremen Hitze wird die Glaskuppel des Reichstagsgebäudes und die Dachterrasse am Wochenende für Besucher gesperrt. Das teilte der Deutsche Bundestag auf seiner Internetseite mit. Zuvor berichtete der „Tagesspiegel“. Aufgrund der Hitzebelastung können Terrasse und Kuppel am Samstag und Sonntag ganztägig nicht besucht werden, wie es hieß. Bereits bestätigte Besuche seien storniert worden. „Generell kann es aus Sicherheitsgründen bei anhaltend hohen Temperaturen zu Sperrungen der Kuppel und in Ausnahmefällen auch der Dachterrasse des Reichstagsgebäudes kommen."Von der begehbaren Glaskuppel des Reichstagsgebäudes aus können Besucher normalerweise in den Plenarsaal des Deutschen Bundestages blicken. Die Kuppel bietet auch einen weiten Blick auf Berlin. Erfurt: Städtische Museen mit freiem Eintritt ab 30 GradBei Temperaturen ab 30 Grad ist der Eintritt in die städtischen Museen in Erfurt kostenlos. Die Aktion gelte ab sofort für alle Besucher, eine Anmeldung im Vorfeld sei nicht nötig. Das teilte die Stadt am Donnerstag mit. Grundlage sind demnach die Prognosen des Deutschen Wetterdienstes für die Tageshöchsttemperatur in Erfurt. In dieser Woche gelte der kostenlose Eintritt mindestens bis Sonntag.Museen seien mehr als Orte der Kunst, Geschichte oder Naturkunde, so die Stadt. An heißen Tagen dienten sie als klimatisierte Rückzugsräume, die Schutz vor gefährlicher Hitze böten. Ihre Bausubstanz halte hohe Außentemperaturen ab.Zu den städtischen Museen in Erfurt gehören unter anderem das Stadtmuseum, das Naturkundemuseum, das Angermuseum und die Alte Synagoge.Krankenkasse schaltet Hitze-HotlineAngesichts der derzeitigen Hitzewelle schaltet die Barmer Krankenkasse eine medizinische Hotline für alle Interessenten. Die Ärzte am Telefon beantworteten Fragen zu Sonnenschutz, Trinkmenge, Medikamenteneinnahme und Sonnenbrand, teilte die Barmer am Donnerstag mit. Auch Fragen zur Abkühlung oder zum Hitzeschutz in Einrichtungen wie Kitas könnten geklärt werden. Erreichbar ist die Hotline des BARMER-Teledoktors täglich von 6 bis 24 Uhr unter der Rufnummer 089/480 595 84. Die Hotline ist kostenfrei und steht allen Interessenten offen.Hitze setzt Autobahnen zu – Mehr Kontrollen im LandWegen der anhaltenden Hitze verstärkt die Autobahn GmbH ihre Kontrollen auf den Autobahnen in Sachsen-Anhalt. Die Strecken würden zwar ohnehin täglich überprüft, derzeit seien jedoch mehr Mitarbeiter unterwegs, um mögliche Schäden frühzeitig zu erkennen, sagte eine Sprecherin der Autobahn GmbH.Autofahrer sollten auf ungewöhnliche Fahrbahnschäden achten und diese der Polizei melden. So könnten die Informationen schnell an die Autobahnmeistereien weitergegeben werden, damit Gefahrenstellen zügig abgesichert oder repariert werden. Hohe Ozonwerte – Warnung für empfindliche GruppenIn Nordrhein-Westfalen steigt durch das aktuell extrem sommerliche Wetter auch die Ozonbelastung. An mehreren Messstellen wurde die sogenannte Informationsschwelle von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft überschritten, wie das zuständige Landesamt für Natur, Umwelt und Klima (Lanuk) mitteilte. Ozon kann Symptome wie Schleimhautreizungen, Atemwegsbeschwerden, Kopfschmerzen und eine verminderte körperliche Leistungsfähigkeit verursachen. An den Messstellen in Bottrop-Welheim, Duisburg-Walsum und Mülheim-Styrum wurde zudem die Alarmschwelle von 240 Mikrogramm pro Quadratmeter überschritten. Richtiges Verhalten bei OzonbelastungBei Ozonwerten über der Informationsschwelle wird besonders empfindlichen Personen empfohlen, körperliche Anstrengungen im Freien zu vermeiden. Auch Menschen mit Arbeitsplätzen im Freien, Sportler, Säuglinge und Kleinkinder sind gefährdet. Tückisch ist dabei die nicht direkt spürbare UV-Strahlung. Am Donnerstag werden die bislang höchsten Indexwerte des Jahres erwartet, wie das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) mitteilte. In Norddeutschland werde ein UV-Index bis 8 erwartet, in Mitteldeutschland bis 9, in Süddeutschland seien stellenweise 10 möglich, im Hochgebirge gar 11 («extrem»). Der UV-Index-Wert gibt an, welche Tagesspitzenwerte der sonnenbrandwirksamen Strahlung am Boden erwartet werden.Sportliche Aktivitäten sollten möglichst auf die frühen Vormittags- oder die Abendstunden verlegt werden, hieß es vom Lanuk. Wer sich im Freien aufhalte, solle zudem an ausreichenden Sonnenschutz denken. Bahntickets können in Frankreich erstattet werdenIn Frankreich bietet die staatliche Bahngesellschaft SNCF allen Bahnreisenden an, ihre Tickets wegen der Hitzewelle kostenlos umzutauschen. Das Angebot gilt für alle Verbindungen im TGV oder in den Billigzügen von Ouigo. Die anhaltende Hitze führt teils zu Störungen an den Gleisen. Man wolle den Bahnkunden die Wahl lassen, geplante Reisen zu einem späteren Zeitpunkt anzutreten.AKW in der Schweiz droht AbschaltungWegen der Hitzewelle droht dem Atomkraftwerk Beznau in der Schweiz die vorübergehende Abschaltung. Das kann nach Angaben des Energieunternehmens Axpo am Freitag der Fall sein. Grund ist die hohe Temperatur des Flusses Aare. Ist der Fluss nach Einleitung des für die beiden Reaktoren benötigten Kühlwassers drei Tage lang wärmer als 25 Grad, müsse das AKW heruntergefahren werden, teilte Axpo mit. Dies geschehe mit Rücksicht auf die Tier- und Pflanzenwelt des Flusses.Kühlwasser erwärmt den FlussDie Leistung der etwa 55 Jahre alten Reaktoren war den Angaben zufolge schon am Dienstag um die Hälfte reduziert worden. Für deren Betrieb wird Wasser aus der Aare entnommen, das die Reaktoren kühlt und sich dabei um einige Grad erwärmt. Das Wasser wird dann in den Fluss zurückgeleitet und kann zu dessen Temperatursteigerung beitragen. Berliner Kirchen als Schutz vor HitzeAngesichts der angekündigten Temperaturen von bis zu 40 Grad Celsius sind viele Kirchen in Berlin zum Abkühlen geöffnet. Die „Kühlen Kirchen“ böten Schutz vor der Hitze und einen Ort der Ruhe, teilte die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz am Donnerstag mit. Bischof Christian Stäblein lud in der Hitzewelle dazu ein, „länger in der Kirche zu sitzen, den Kopf zu kühlen und den Geist zu stärken“.In unterschiedlichen Berliner Stadtteilen öffnen nach kirchlichen Angaben verschiedene Kirchengebäude ihre Türen zum Schutz vor Hitze. Obdachlose Menschen und alle anderen, die unter der Hitze leiden, seien eingeladen, sich abzukühlen, hieß es. Teilweise werde Wasser bereitgestellt, es gebe eine Kinderspielecke, einen kleinen Imbiss oder freies Internet zum mobilen Arbeiten.Frankreich verzeichnet zweiten neuen Hitzerekord in Folge Die massive Hitzewelle in Frankreich stellt immer neue Rekorde auf: Mit einer durchschnittlichen Mindesttemperatur von 22 Grad hat das Land in der Nacht zum Donnerstag zum zweiten Mal in kurzer Folge die wärmste Nacht seit Beginn der Aufzeichnungen erlebt. Der vorherige Höchstwert war mit 21,6 Grad erst in der Nacht zum Dienstag erreicht worden. Dienstag und Mittwoch waren zudem die heißesten Tage seit Aufzeichnungsbeginn.Frankreichs Premierminister Sébastien Lecornu rief die höchste Bereitschaftsstufe für das Gesundheitssystem des Landes aus. Ziel sei es, „dem Gesundheitssystem zu ermöglichen, auf Dauer durchzuhalten und die Verwundbarsten zu schützen“, erklärte er. Unter anderem soll das Krankenhauspersonal aufgestockt werden, nicht notwendige Operationen können verschoben werden.Derzeit gilt in 72 von 101 französischen Départements die höchste Warnstufe - damit sind so viele Départements betroffen wie nie zuvor. In Paris war das Thermometer am Mittwoch auf 40,3 Grad geklettert. Es war erst das vierte Mal in 150 Jahren, dass in der Hauptstadt die 40-Grad-Marke überschritten wurde. Die landesweit höchste Temperatur wurde mit 43,8 Grad im Westen des Landes gemessen. Die Gewerkschaft CGT appellierte an die Regierung, staatlich finanzierte Kurzarbeit bei Hitzewellen einzuführen. Die Regierung solle zudem Arbeit auf Baustellen am Nachmittag verbieten, sobald die höchste Hitze-Warnstufe gelte. Das Bildungsministerium meldete 3500 geschlossene Schulen, in 10.000 weiteren Schulen wurden die Stundenpläne an die hohen Temperaturen angepasst. Kind stirbt in überhitztem AutoEin dreijähriger Junge ist inmitten der Hitzewelle in Frankreich eingesperrt im Auto gestorben. Rettungskräfte versuchten am Mittwochabend vergebens, das Kind in Saint-Gratien in der Nähe von Paris wiederzubeleben. Zuvor hatten die Eltern bereits versucht, ihr Kind noch zu retten, wie die Staatsanwaltschaft Pontoise mitteilte.Nach ersten Erkenntnissen der Ermittlungsbehörde hatte die Mutter mit dem jüngeren Geschwisterkind des Jungen eine Siesta eingelegt. Der Vater arbeitete demnach im Gartenschuppen und hatte den Dreijährigen gebeten, sich ebenfalls schlafen zu legen. Von den Eltern unbemerkt sei das Kind dann in das draußen am Hauseingang stehende Auto der Familie gestiegen. Die Türen seien offen gewesen, doch wegen der Kindersicherung habe der Kleine sich im Inneren eingesperrt. Die 37 Jahre alten Eltern fanden das Kind letztlich leblos im Wagen. Die Mutter wurde unter Schock ins Krankenhaus gebracht. Die Behörden leiteten eine Untersuchung zu fahrlässiger Tötung ein.Drei Atomreaktoren in Frankreich abgeschaltet Wegen der massiven Hitzewelle in Frankreich sind inzwischen drei Atomreaktoren abgeschaltet. Betroffen sind die Atomkraftwerke Bugey nahe Lyon an der Rhône, Nogent-sur-Seine westlich von Paris und Golfech im Süden des Landes. Grund seien „Umweltbedingungen“, teilte der Kraftwerkbetreiber EDF am Donnerstag mit. Konkret geht es darum, die Temperatur der durch die Hitzewelle bereits aufgewärmten Flüsse durch das Kühlwasser der Reaktoren nicht noch weiter zu erhöhen. Wegen der Hitzewelle drosselte EDF zudem die Produktion von zwei weiteren Reaktoren. Die 57 französischen Atomkraftwerke sind alle an Flüssen oder am Meer gebaut, um das Wasser zum Kühlen der Reaktoren zu nutzen. Bei Hitzeperioden kommt es regelmäßig vor, dass einige Reaktoren heruntergefahren werden, um die Gewässer zu schützen. Bislang macht dies lediglich 0,3 Prozent der Produktion aus. Experten schätzen, dass die Ausfälle infolge von Hitzewellen, die durch den Klimawandel verstärkt werden, bis 2035 auf 1,4 Prozent der Gesamtproduktion steigen könnten. Wetterdienst weist auf hohe Waldbrandgefahr hinDurch Sonnenschein und Hitze ist die Waldbrandgefahr verbreitet auf höchsten Stufen 4 und 5 gestiegen, teilt der Deutsche Wetterdienst mit. Insbesondere von der Pfalz bis nach Franken sowie regional im Osten sei das Risiko besonders hoch. „Häufige Auslöser eines Waldbrands sind weggeworfene Zigarettenkippen“, mahnen die Meteorologen.Fehlende Abkühlung bedroht Gesundheit„Großflächige Hitzewellen bedrohen die Gesundheit sehr vieler Menschen und zählen zu den tödlichsten Extremwetterereignissen überhaupt“, schreibt die Bundesärztekammer. „Die aktuelle Lage ist gerade deshalb so riskant, weil die hohen Temperaturen anhalten und sich Gebäude, Wohnungen und Praxisräume über die Tage immer weiter aufheizen und nachts kaum noch abkühlen.“Die gesundheitliche Belastung sei daher oft nicht am ersten, sondern erst an den folgenden Tagen am größten. „Genau dann, wenn die Aufmerksamkeit nachzulassen droht, steigen die Risiken am stärksten“, schrieb sie am Mittwoch. Besonders gefährdet seien ältere Menschen, chronisch Kranke, pflegebedürftige und allein lebende Personen, Schwangere und kleine Kinder sowie Menschen, die körperlich im Freien arbeiteten.Erste Abkühlung könnte zum Wochenstart kommen. „Spätestens am Sonntag und Sonntagabend steigt das Unwetterpotential von Westen her aber ebenso deutlich an, sodass bis zum Montag mit teils schweren Gewittern gerechnet werden muss. Erst dann wird es eine Spur kühler, es bleibt aber sommerlich warm oder sogar heiß“, schreibt der Wetterdienst. Mehr als 200 Hitzetote in Spanien seit SonntagWegen der Rekordhitze in großen Teilen Europas sind in Spanien in den vergangenen Tagen nach Behördenangaben mehr als 200 Menschen gestorben. Mindestens 212 Todesfälle zwischen Sonntag und Mittwoch könnten den extremen Temperaturen zugeordnet werden, erklärte das Gesundheitsinstitut Carlos III. am Donnerstag. Die Schätzung basiert auf einer Datenbank, mit der die aktuellen täglichen Sterbefälle mit statistischen Daten aus der Vergangenheit abgeglichen werden. Insgesamt gab es in Spanien demnach zwischen Mitte Mai und Ende September vergangenen Jahres 3832 Hitze-Tote. Mehr ladenTickarooLive Blog Software