Im Glaskasten nach oben: Vorsicht an den Türen

Einer ist schon drin. Im Aufzug an einem U-Bahnhof in Berlin-Kreuzberg kommt es zu einer Begegnung zwischen zwei Menschen.

Illustration:

Donata Kindesperk/taz

N ächster Halt: Mehringdamm. Ich mache mich bereit. Die U6 steht, mein Blick fixiert den Türknopf, wartet aufs grüne Licht … und los. Der Bahnsteig ist voll, aus zwei U-Bahnen ergießen sich sintflutartig Fahrgäste, laufen wirr durcheinander, aber ich hüpfe galant zwischen ihnen hindurch wie ein Rehkitz im Märchenwald. Dann links an den Stehern vorbei die Rolltreppe hoch, weiter zum Aufgang, aber Moment! Der Fahrstuhl steht völlig frei. Kein Mensch weit und breit. Er ist sogar auf meiner Ebene, also los, los, los! Ich erreiche ihn, drücke blitzschnell die große 0 neben der —1 und atme aus. Erst als hinter mir die Tür schließt, sehe ich – da liegt jemand in der Ecke.