»Es gab klare Hinweise, dass Franz Hengsbach ein Täter war«, sagte die Forscherin Helga Dill. Bisher waren zwei mögliche Übergriffe aus den Fünfzigerjahren und Sechzigerjahren bekannt.Der viele Jahre hoch angesehene Ruhrbischof soll in drei Fällen in den Fünfzigerjahren bis Achtzigerjahren sexualisierte Gewalt gegen junge Mädchen ausgeübt haben, ein möglicher Übergriff gegen einen Jungen gilt als »in der Schilderung konsistent«, sagten die Forscher. Hengsbach soll unter anderem Mädchen an die Brust gefasst und eine 16-Jährige zu sexuellen Handlungen gezwungen haben. Einen Firmling soll Hengsbach Ende der Sechzigerjahre in der Sakristei aufgefordert haben, sich auf seinen Schoß zu setzen und »hin- und herzurutschen«.

»Sexualstraftäter ohne Wenn und Aber«»Hengsbach war ein Sexualstraftäter – ohne Wenn und Aber«, sagte der Sprecher der Betroffenen, Johannes Norpoth. Die Kirche müsse Konsequenzen ziehen und Macht in ihren Strukturen begrenzen.»In mindestens drei Fällen sexualisierter Gewalt gegen junge Frauen ist davon auszugehen, dass sie so stattgefunden haben, wie Betroffene sie schildern«, räumte der aktuelle Essener Bischof Franz-Josef Overbeck ein. Betroffenen sei über viele Jahrzehnte nicht geglaubt worden, sagte er.