In Danzig beginnt am Donnerstag die nächste große Wiederaufbaukonferenz für die Ukraine. Regierungschefs, EU-Spitzenpolitiker, Investoren aus mehreren Dutzend Ländern und Tausende Unternehmensvertreter kommen in der polnischen Ostseemetropole zusammen, um über Investitionen, Kredite und den Wiederaufbau der Ukraine zu sprechen. Ein Land, das weiterhin tagein, tagaus unter massivem russischem Beschuss steht. Einer der prominentesten Gäste ist Bundeskanzler Friedrich Merz. Doch seinen ukrainischen Amtskollegen Wolodymyr Selenskyj wird Merz auf der Ukraine-Konferenz, die vor zwei Jahren am Messegelände in Charlottenburg stattfand, nicht treffen. Selenskyj lässt die Milliarden-Konferenz sausen. Allein dieser Umstand erzählt viel über den aktuellen Zustand der europäischen Ukraine-Politik.
Denn die sogenannte Ukraine Recovery Conference soll eigentlich, wie seit acht Jahren, immer kurz vor dem Hochsommer, ein Signal der gesamteuropäischen Geschlossenheit senden. Stattdessen überschattet der diplomatische Streit zwischen Kiew und Warschau die Geberkonferenz, die in diesem Jahr ausgerechnet in Polen stattfindet. Auslöser war Selenskyjs Entscheidung, einer Einheit der ukrainischen Spezialkräfte den Ehrennamen „Helden der UPA“ zu verleihen. Für viele innerhalb der ukrainischen Elite steht die ukrainische Aufstandsarmee symbolisch für den eigenen Unabhängigkeitskampf gegen die Sowjetunion und Nazi-Deutschland. Das Problem: In Polen erinnert die UPA hingegen an die Massaker in Wolhynien, bei denen während des Zweiten Weltkriegs Zehntausende Polen von ukrainischen Nationalisten ermordet wurden.










