Auch wenn man sie vor allem als Ensemble-Schauspielerin mit kleinen, entscheidenden Auftritten kannte und ihre großen frühen Rollen nicht gesehen hat, spürte man sofort, dass die Bühne ihr gehört. Dieser erkennbare Anspruch hatte nichts Anmaßendes oder gar Eitles, sie musste auch gar nicht im Zentrum oder im Licht stehen, sondern er ergab sich aus einem biografischen Bewusstsein und durch die Praxis. Nun teilt das Deutsche Theater mit, dass Gabriele Heinz am 23. Juni im Alter von 78 Jahren in Berlin gestorben ist.

Sie kam 1948 in Wien zur Welt, geboren als Tochter des Schauspielerehepaars Wolfgang Heinz und Erika Pelikowsky, die nach ihrer Emigration in der Schweiz zunächst am Wiener Theater Neue Scala arbeiteten, bevor die Familie 1956 nach Ost-Berlin übersiedelte. Wolfgang Heinz war als Jude 1930 in die KPD eingetreten, blieb der Idee zeitlebens verbunden.

Bestimmtheit und Offenheit

Als Oberspielleiter (1956–62) und Intendant (1963–69) des Deutschen Theaters sowie als Direktor der Staatlichen Schauspielschule in Berlin (1959–62) leitete und formte er Institutionen, die nach seinem Weggang auch lebensbestimmend für seine Tochter wurden: 1966–70 absolvierte sie in Berlin ihre Ausbildung und nach vier Spielzeiten mit großen Rollen am Theater in Karl-Marx-Stadt (heute wieder Chemnitz) wurde sie 1974 ans Deutsche Theater engagiert, wo sie 1975 als Eva in Peter Hacks’ „Adam und Eva“ in der Regie ihres Vaters Wolfgang Heinz debütierte.