ErklärtDie Schattenseiten des Sommers: Weshalb die Velogriffe kleben, das Handy ins Koma fällt, der Schlagrahm zusammensackt – und was man dagegen tun kannDer Sommer könnte so schön sein. Doch Hitze und UV-Strahlung sorgen für allerlei Missgeschicke. Tipps und Tricks im Umgang mit fünf typischen sommerlichen Patzern.25.06.2026, 08.57 Uhr6 LeseminutenMats Silvan / GettyDie Füsse in den Sand graben, mit dem Velo an den See radeln, auf dem Stand-up-Paddle-Board übers Wasser gleiten: Der Sommer ist schön. Doch es kann viel schiefgehen. Die Füsse schmerzen auf dem heissen Sand, die Hände kleben an den sich auflösenden Velogriffen, das aufblasbare Board platzt in der Sonne. Hitze und UV-Strahlung sorgen für jede Menge Missgeschicke in dieser Jahreszeit.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. 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Wer während der Hitzewelle das Päckchen Rahm aus dem Supermarkt nach Hause transportiert, es dann minutenlang in der Küche stehen lässt, das zimmerwarme Rührgerät und die ebenso warme Schüssel aus dem Schrank kramt und schliesslich den Snack zubereiten will – der hat keine Geling-Garantie, sondern eine Missling-Garantie. Wenn wir einmal ganz nah auf den Rahm zoomen, wird auch klar, warum das so ist.Beim Rahmschlagen gelangen Luftblasen in die Flüssigkeit. Ein erster Schaum entsteht, weil sich bestimmte Proteine aus der Flüssigkeit an diesen Blasen anlagern. Jetzt unbedingt weiterschlagen, denn noch ist der Schaum zu instabil. Damit er steif wird, braucht es ein Netz aus teilweise miteinander verbundenen Fettkügelchen, das die Luftblasen umgibt und stabilisiert. Im Schlagrahm, der mindestens 30 Prozent Fett enthält, sind viele Fettkügelchen. Beim Weiterschlagen wird ihre Schutzhülle beschädigt, und sie können sich miteinander verbinden.Das gewünschte Netz, das die Luftblasen stabilisiert, bilden die Fettkügelchen aber nur, wenn der Rahm kalt genug ist. Idealerweise beträgt seine Temperatur etwa vier Grad Celsius. Denn dann liegt ein Teil des Fetts in Form von Kristallen vor. In diesem Fall können sich die Fettkügelchen nur zum Teil verbinden und es entsteht das gewünschte Netz.Ist der Rahm beim Schlagen zu warm, dann gibt es zu wenige Kristalle. Die Fettkügelchen klumpen aneinander und bilden eine feste Masse. Im Extremfall entsteht daraus Butter.Deshalb sollte man den Rahm nach dem Einkauf einige Stunden lang kühlen und auch Schüssel und Küchengerät kaltstellen. Wer die Sahne zudem im kühlen Keller schlägt, erhöht die Wahrscheinlichkeit für einen gelungenen Snack noch mehr. Guten Appetit.Klebrige Velogriffe – ein Übel des SommersUwe Moser / GettyDer Tag wird heiss – ab aufs Velo, um an den See zu radeln. Am Ziel angekommen, freut man sich umso mehr aufs Wasser: Die Hände fühlen sich nämlich an, als hätte jemand Klebstoff daraufgeschmiert. Womöglich hängen sogar kleine Krümel der Lenkergriffe an den Handinnenflächen. Die Griffe scheinen sich geradezu aufzulösen. Was ist da los?Meist sind die Griffe aus einem weichen Material, denn das empfinden viele Menschen als komfortabler. «Diese Griffe werden durch Wärme noch weicher, und dadurch können Weichmacher und andere Materialien an die Oberfläche wandern», sagt Markus Grob, Leiter des Instituts für Kunststofftechnik an der Fachhochschule Nordwestschweiz.Die UV-Strahlung der Sonne in Kombination mit Wärme setzt dem Material darüber hinaus zu. «Sie zerhackt Polymere», sagt Markus Grob. Aus den langen Kunststoffmolekülen werden kürzere Moleküle, die leichter an die Oberfläche wandern.Theoretisch könnte man Griffe sehr viel hitze- und UV-beständiger herstellen. «Für Abdichtungsbahnen auf Flachdächern nutzt man zum Beispiel spezielle Kunststoffe, die 30 Jahre lang oder noch länger halten», sagt Grob. Allerdings sind sie auch besonders teuer. Markus Grob empfiehlt daher, in regelmässigen Abständen ein neues Tape über die Griffe zu wickeln. «Ich habe schon Tennisschläger-Bänder darum herumgewickelt. Das ist nichts für die Ewigkeit, aber es hilft eine Weile.»Und er hat einen weiteren Tipp: Erst aufs Velo steigen, nachdem man die Reste der Sonnencrème von den Handinnenflächen entfernt hat. Denn die Öle aus der Crème wandern in den Kunststoff, lösen Stoffe daraus und sorgen somit dafür, dass sie noch schneller an die Oberfläche gelangen.Weshalb das Smartphone bei zu hohen Temperaturen ins Koma fälltOlga Pankova / GettySchwarzer Bildschirm, weisse Schrift: «Das iPhone muss abkühlen, bevor es benutzt werden kann». Das Smartphone fällt in eine Art Koma. Tragisch – wenn man bedenkt, dass dieses Gerät für viele Menschen fast schon zu einem Teil ihrer selbst geworden ist. Zum Glück stehen die Chancen gut, dass es sich wieder erholen wird. Das Gerät verordnet sich in solch einer Situation notfallmässig einfach etwas Ruhe, um abzukühlen und anschliessend wieder einsatzbereit zu sein.Würde es das nicht tun, könnte das verschiedene Schäden nach sich ziehen: Der Lithium-Ionen-Akku verliert durch zu hohe Temperaturen an Leistung. Im schlimmsten Fall kann er brennen. Auch das Display und andere im Smartphone verbaute Teile können durch zu viel Wärme Schaden nehmen.Die Hersteller Apple und Samsung geben auf ihren Websites an, dass die Umgebungstemperatur des Smartphones nicht höher als 35 Grad Celsius sein sollte. Im Sommer ist das manchmal schwer einzuhalten. Wer das Smartphone etwa im Auto liegen lässt, das auf einem sonnigen Parkplatz steht, mutet dem Gerät weitaus höhere Temperaturen zu.Wer das Smartphone bei allzu hohen Temperaturen intensiv nutzt, sich damit etwa durch eine Stadt navigiert oder Fotos und Videos aufnimmt, wird die Warnmeldung übrigens früher bekommen als jemand, der es gerade nicht nutzt. Denn manche Programme benötigen viel Energie – auch dadurch heizt sich das Gerät auf. Und auch beim Aufladen erwärmen sich Smartphones.Deshalb sollte man sie nicht in der Sonne laden und bei Hitze so wenige Apps wie möglich nutzen. Wann immer man das Gerät nicht braucht, gehört es in den Rucksack oder in eine Tasche, damit es die Sonnenstrahlung nicht direkt abbekommt.Heisser Sandstrand: Wenn Barfusslaufen zur Mutprobe wirdNick Dolding / GettyDen Sand unter den Füssen spüren, sich mit den Zehen hineingraben, das gehört zum Strandurlaub. Doch wer am ersten Ferientag voller Vorfreude die Badelatschen auszieht und mit nackten Füssen in Richtung Meer laufen will, wird das an einem heissen Tag mit schmerzverzerrtem Gesicht tun. Trockener Sand heizt sich erstaunlich stark auf. Er kann die 50 Grad Celsius durchaus übersteigen. Jedenfalls auf der oberen Schicht. Dabei gilt: Je dunkler der Sand ist, desto heisser ist er. Denn hellerer Sand reflektiert einen grösseren Teil der Sonnenstrahlung als dunkler.Sand ist an einem heissen Tag eine brutale Hitzefalle, weil seine Temperatur sehr schnell steigt, wenn man ihm Wärme zuführt. Und er kann sie nicht gut weiterleiten. Die Hitze staut sich daher in der oberen Schicht des Strands. Wer trotzdem unbedingt barfuss bis zum Meer gehen möchte, sollte das später am Tag tun. Denn Sand gibt die Wärme rasch wieder ab, sobald die Sonne weg ist. Beim Meer ist es anders: Es erwärmt sich auch bei starker Sonnenstrahlung nur langsam, bleibt aber dafür auch dann warm, wenn die Sonne untergegangen ist. Wer in der Dämmerung baden geht, verbrennt sich deshalb nicht die Füsse am Sand und schwimmt in Wasser, das ungefähr so warm ist wie mitten am Tag.Das Stand-up-Paddle-Board platzt in der HitzeOleh Slobodeniuk / GettyKein Fluss, kein See ohne SUP-Fahrer. Aufblasbare Stand-up-Paddle-Boards (kurz: SUP) gehören seit Jahren zum Sommer. Manche Menschen legen darauf lange Distanzen zurück. Andere lassen sich gemütlich treiben. Wieder andere nutzen sie als schwimmende Yogamatte. Machen die Wassersportler eine Pause an Land, so stehen ihre Boards oft reihenweise am Ufer. Plötzlich gibt es einen lauten Knall – ein SUP platzt und sackt in sich zusammen. Das lässt sich vermeiden, wenn man weiss, wie es zu diesem Missgeschick kommt.Platzt das SUP, dann hat das mit steigendem Luftdruck zu tun. Warme Luft dehnt sich aus. Wer das Board bereits am kühlen Morgen mit allzu viel Luft füllt, der riskiert eine böse Überraschung in der Mittagshitze. Dass das eine Board platzt und das andere überlebt, hat aber auch mit anderen Faktoren als dem Luftdruck zu tun.Markus Grob vom Institut für Kunststofftechnik der Fachhochschule Nordwestschweiz erklärt: «Es kommt auch darauf an, wie alt das Board schon ist, wie ermüdet das Material ist. Es wird an der schwächsten Stelle platzen, und das sind normalerweise Nähte oder verschweisste Stellen.» Womöglich habe das Board bereits Mikrorisse gehabt, die man zwar nicht sehen könne, die sich aber dadurch bemerkbar machten, dass es nach ein paar Stunden an Druck verliere. Ein geplatztes SUP hatte also für gewöhnlich ein geschwächtes Material.Am besten pumpt man das Board am Morgen nicht vollständig auf, lagert es in der Pause im Schatten und kauft sich ein helles SUP, weil es sich weniger stark aufheizt als ein dunkelblaues.Passend zum Artikel
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