Nach schweren Erdbeben in Venezuela werden Tausende Tote befürchtet – das ist bislang bekanntInnerhalb weniger Minuten richteten zwei Erdbeben in Venezuela verheerende Schäden an. Ein Überblick.NZZ-Redaktion25.06.2026, 07.40 Uhr3 LeseminutenHelfer suchen in den Trümmern nach Überlebenden.ReutersOptimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Was ist passiert?Zwei starke Erdbeben haben am Mittwochabend Venezuela erschüttert. Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke der Beben mit 7,2 und 7,5 an. Die Präsidentin Delcy Rodríguez hat den Notstand ausgerufen und spricht von grossen Schäden. Die Rettungskräfte suchen unter den Trümmern nach verschütteten.Rodríguez teilte in einer ersten Meldung mit, man gehe bislang von 32 Toten und über 700 Verletzten aus. Aus der Region La Guaira, die besonders stark getroffen wurden, sind allerdings noch keine Opferzahlen bekannt. Eine Modellrechnung der US-Erdbebenwarte legte nahe, dass über 10 000 Todesopfer zu befürchten sind.Fotos und Videos aus mehreren Teilen des Landes zeigen eingestürzte Gebäude, so auch in der Hauptstadt Caracas. Der Zugverkehr im Land wurde eingestellt, der internationale Flughafen der Hauptstadt Caracas ist wegen Schäden geschlossen. Auch die Schulen bleiben zu.Wo lag das Epizentrum?Zwischen den Beben lagen laut USGS nur 39 Sekunden. Das erste Beben ereignete sich am Mittwoch um 18 Uhr 04 (Ortszeit) 24 Kilometer östlich von San Felipe im Nordwesten des Landes in einer Tiefe von 21,9 Kilometern. Das zweite, stärkere Erbeben ereignete sich wenige Kilometer weiter nördlich in nur rund zehn Kilometern Tiefe. Wegen der geringen Tiefe dürften die Auswirkungen des zweiten Bebens grösser sein. Laut Präsidentin Rodríguez hat es bereits 20 Nachbeben gegeben.Was ist über die Schäden bekannt?Allein in den nahe gelegenen Städten Puerto Cabello und San Felipe leben zusammen mehr als 400 000 Menschen. Auch dort ist vom Einsturz von Gebäuden und erheblichen Schäden die Rede – zunächst ohne nähere Angaben.Die ersten Bilder und Berichte von dem Beben kommen aus der Hauptstadt Caracas: Auch dort scheint die Zerstörung gross zu sein. Dies obwohl Caracas über 150 Kilometer vom Epizentrum entfernt liegt.Die Erdbeben haben in Caracas Gebäude zum Einsturz gebracht.Rayner Pena / EPAIn Stadt Tucacas an der Karibikküste würden allein 15 Personen unter den Trümmern eines eingestürzten fünfstöckigen Gebäudes vermutet, sagt der Gouverneur des Bundesstaates Falcón dem Fernsehsender VTV. Rund 22 Verletzte würden dort in Kliniken medizinisch versorgt.Wer schickt Hilfe?Die Präsidentin Rodríguez sprach am Mittwochabend (Ortszeit) von einem «Vorfall mit schwerwiegenden Folgen». Das US-Aussenministerium hat nach eigenen Angaben einen Krisenstab eingerichtet, um in Absprache mit der venezolanischen Regierung Such- und Rettungsmannschaften sowie humanitäre und medizinische Hilfe zu schicken. Der US-Präsident Donald Trump schreibt auf X, er habe die Regierung angewiesen, schnell zu helfen.Venezuelas Interimspräsidentin Delcy Rodríguez, aufgenommen im April 2026 in Caracas.Leonardo Fernandez Viloria / ReutersAuch der Präsident von El Salvador, Nayib Bukele, hat Hilfe angeboten. Auf X schreibt er, es stünden 300 Rettungskräfte und Sanitäter sowie 50 Tonnen Hilfsgüter bereit, um in die venezolanische Hauptstadt Caracas gebracht zu werden.Der Präsident der Dominikanischen Republik, Luis Abinader, sagte, spezialisierte Such- und Rettungsteams würden am Donnerstagmorgen nach Venezuela aufbrechen. Auch Brasilien signalisierte Hilfsbereitschaft. Laut Rodríguez sind auch andere Staaten bereit zu helfen.Mit Agenturmaterial.Passend zum Artikel
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