Im Film „Das Sommerbuch“ nach dem Roman von Tove Jansson brilliert Glenn Close als Großmutter. Statt Witz und Leichtigkeit herrscht aber Melancholie.

Die Großmutter (Glenn Close) und das Meer in „Das Sommerbuch“

Film Kino Text

Es ist ein Wagnis, dieses Buch zu verfilmen. „Das Sommerbuch“ der finnlandschwedischen Autorin Tove Jansson spielt in der finnischen Schärenlandschaft und handelt von der Freundschaft zwischen dem kleinen Mädchen Sophia und ihrer Großmutter. Es ist durchzogen von einer einzigartigen Atmosphäre, gleichsam durchatmet von einer in sich ruhenden Heiterkeit, über die die Autorin mit leichter Hand Momente von alltagsphilosophischem Witz und von aufblitzendem Trotz gegenüber den Zumutungen des Lebens gesprenkelt hat.

Diese Grundstimmung ist, vielleicht ja sogar absichtlich, nicht wiederzufinden im gleichnamigen Film von Charlie McDowell, „based on the novel by Tove Jansson“, dessen Drehbuchautor Robert Jones zwar viele Szenen aus dem Roman übernommen hat, aber dem Stoff genau jene zugleich heitere wie weise Leichtigkeit entzieht, die Janssons Buch ausmacht. Stattdessen wendet er den Film auf der Stimmungsskala um hundertachtzig Grad ins Melancholische.