Von welchem Einsatz kommt der Kerl? Von einer Demo? Einer Straßenschlacht? Vom Wahlkampf? Aus einem Stadion?Kopf und Oberkörper bilden einen riesigen metallenen Trichter. Unterkörper und Beine gleichen denen eines Menschen. „Apron“, so heißt der surreale Typ, den der Südafrikaner William Kentridge formte, scheint etwas hinunterzurufen in die Stadt, hin zu deren Mitte: dem Schloss des Landtags, der Nikolaikirche, den Museen, gerade dem Barberini, auf dessen zur Havel ausgerichteter Terrasse Wolfgang Mattheuers „Der Jahrhundertschritt“ deutsche und Weltgeschichte in Bronze gerinnen ließ: Militärstiefel und Sieg-Heil-Gruß; Welt-Kriege, Hass, Gewalt, Macht und Machtlosigkeit.

Das 20. Jahrhundert mündete 1989/90 hoffnungsvoll ins Ende des Kalten Krieges, mit Mauerfall, Wiedervereinigung und einem um zig Stockwerke erweiterten Europäischen Haus. Im fernen Südafrika endete 1990 die Apartheid, als Mandela freikam. Als der ANC-Mann und der damalige Präsident de Klerk sich die Hände reichten und das Land 1994 den ersten Schwarzen zum führenden Staatsmann wählte.

Als Rufer am Berg

Es könnten gute Mitteilungen von diesem seltsamen Rufer am Brauhausberg sein, und sie könnten, je wie der Wind steht, zurückschallen, vorbei am dekorativen Blu-Schwimmbad-Wandbild von Kentridges jungem Landsmann Robin Rhode, dann hinauf bis zur Burg, dem Schwechten-Bau, in dem viele DDR-Jahre lang die allwissend-allbestimmende Partei das planwirtschaftlich desaströse Sagen hatte.