PfadnavigationHomePolitikDeutschlandEx-Justizministerin„‚Junge Freiheit‘ ist für mich No-Go-Terrain“ – Leutheusser-Schnarrenberger rügt FDP-GeneralsekretärStand: 17:42 UhrLesedauer: 2 MinutenSabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP)Quelle: picture alliance/dpa/David YoungMartin Hagens Auftritt in der „Jungen Freiheit“ entfacht einen offenen Richtungsstreit in der FDP. Ex‑Ministerin Leutheusser‑Schnarrenberger sieht die Gefahr der AfD‑Normalisierung, Hagen spricht von der Bereitschaft, die „eigene Blase“ zu verlassen.Die langjährige Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger kritisiert FDP-Generalsekretär Martin Hagen wegen seines Interviews mit der „Jungen Freiheit“ (JF). „Die ‚Junge Freiheit‘ ist für mich No-Go-Terrain“, sagte die FDP-Politikerin dem „Spiegel“. „Es gibt für mich Grenzen der Kommunikation.“ Die Ehrenvorsitzende der bayerischen Liberalen sagte mit Blick auf Hagens Interview in der neurechten Zeitung: „Die Gefahr der Normalisierung der AfD steigt.“ Leutheusser-Schnarrenbergers deutliche Worte Richtung Hagen sind auch deshalb bemerkenswert, weil sie ihn in Bayern jahrelang politisch gefördert hat.Hagen steht dagegen weiterhin zu seinem Vorgehen. „Ich würde das wieder so machen“, erklärte er. „Wer Menschen überzeugen will, muss bereit sein, die eigene Blase zu verlassen.“ Der FDP-Generalsekretär sagte weiter: „Ich habe das Interview zugesagt und geführt, um meinen Grundsätzen treu zu bleiben.“ Die Meta-Debatte, die daraus entstanden sei, „war zwar nicht das Ziel, aber sie schärft letztlich unser Profil als Partei des offenen Diskurses“. Hagen: „Die JF ist politisch klar rechts, aber nach meinem Eindruck weder unseriös noch verfassungsfeindlich.“Lesen Sie auchRückendeckung erhält der FDP-Generalsekretär von Präsidiumsmitglied Susanne Seehofer. „Wir müssen gerade in einer Zeit, in der Populisten Zulauf haben, unsere Echokammern verlassen“, sagte sie. „Nur jenseits der eigenen Bubble wird es gelingen, wieder mehr Menschen von unserer liberalen Demokratie zu überzeugen.“Hagen hatte sich kürzlich vom Begriff der Brandmauer im Verhältnis zur AfD distanziert. „Eine Partei, die eine klare Haltung hat, die braucht keine Brandmauer, um sich von der AfD oder auch jeder anderen Partei abzugrenzen“, hatte er gesagt. „Für die FDP kommt weder die AfD noch die Linkspartei als Koalitionspartner infrage. Die FDP arbeitet nicht mit linken oder rechten radikalen Parteien zusammen. Aber dazu braucht man ja nicht die Brandmauer und alles, was dazugehört.“Lesen Sie auchHagen wurde Ende Mai auf dem Bundesparteitag der FDP in Berlin zum Generalsekretär seiner Partei gewählt. Er erhielt rund 58,8 Prozent der Stimmen aller Delegierten. Gegenkandidaten gab es keine. Er war zuvor vom neugewählten Parteivorsitzenden Wolfgang Kubicki für das Amt vorgeschlagen worden. nw
Ex-Justizministerin: „‚Junge Freiheit‘ ist für mich No-Go-Terrain“ – Leutheusser-Schnarrenberger rügt FDP-Generalsekretär - WELT
Martin Hagens Auftritt in der „Jungen Freiheit“ entfacht einen offenen Richtungsstreit in der FDP. Ex‑Ministerin Leutheusser‑Schnarrenberger sieht die Gefahr der AfD‑Normalisierung, Hagen spricht von der Bereitschaft, die „eigene Blase“ zu verlassen.






