Für die Bundesregierung könnte eine Rentenreform der große Wurf werden. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) möchte die Vorschläge der Rentenkommission vollständig umsetzen. Und auch von der Industriestaaten-Organisation OECD kommt Lob für die Pläne.Gewerkschaftsnahe Ökonomen dagegen warnen vor Schäden für Konjunktur und Arbeitsmarkt. Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) und das Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) prognostizieren, dass die Pläne Wachstum und bis zu 250.000 Arbeitsplätze kosten könnten. Sie kritisieren vor allem die geplante Anhebung der Rentenbeiträge zum Aufbau eines Kapitalstocks.
Dagegen hieß es von der OECD, viele der Vorschläge der Rentenkommission deckten sich mit Schlüsselempfehlungen der OECD. Die Organisation begrüßt insbesondere die geplante Beschränkung von Minijobs und die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren (»Rente mit 63«). »Angesichts des Fachkräftemangels in vielen Branchen und Berufen ist diese Subvention von Teilzeit-Beschäftigung nicht mehr zeitgemäß«, sagte OECD-Deutschland-Experte Robert Grundke der Nachrichtenagentur Reuters.
OECD rät zum Einbeziehen von Beamten in die gesetzliche RenteDie Abschaffung der Frühverrentung für überdurchschnittlich ausgebildete und gesunde Fachkräfte könne den Fachkräftemangel ebenfalls mindern. Die Organisation mahnte jedoch, dass solche Schritte von besseren Arbeitsbedingungen für Ältere und einer gestärkten Erwerbsminderungsrente begleitet werden müssten.Die Einbeziehung von Selbstständigen und Abgeordneten in die gesetzliche Rentenversicherung sollte zudem auf die Beamten erweitert werden, so die OECD. »Dies hätte es sicherlich für viele gesetzlich Versicherte aus Fairness-Gesichtspunkten einfacher gemacht, das große Reformpaket zu unterstützen«, sagte Grundke. Auch würden die Anreize für einen Wechsel aus dem Staatsdienst in die private Wirtschaft verbessert. Derzeit sei der Verlust der Beamtenpension ein wichtiger Faktor, sich gegen solch einen Stellenwechsel zu entscheiden.











