Teure Burger, fettige Pommes und ein nur mäßig unterhaltsames Bühnenprogramm auf leergefegten Plätzen: Zumindest für Letzteres könnte man nun zwar den „Wettergott“ und den Spielplan der Fußballweltmeisterschaft verantwortlich machen. Aber eigentlich ist es schon den Organisatoren der viertägigen Freiluftfete anzukreiden, dass die von der Stadt ausgerichtete Mainzer Johannisnacht 2026 nicht gerade viel zu bieten hatte. Das Volksfest zu Ehren des weltberühmten Johannes Gutenberg wirkte wie jede x-beliebige Kirmes in der Region.Abstriche bei Kunst und KulinarischemKulinarisch ist sogar manches Weinfest in Rheinhessen deutlich besser aufgestellt. Gerade bei Essen und Getränken offenbarte sich an etlichen Ständen in Mainz eine schwer zu tolerierende Diskrepanz zwischen Preisen und Leistung. Wenn schon alles teurer wird, darf nicht auch noch die Qualität nachlassen. Eine Frage des Geldes dürfte es zudem gewesen sein, dass beim Musik- und Kabarettprogramm namhafte und zugkräftige Künstler fehlten, deretwegen man sich selbst bei größter Hitze vielleicht doch auf den Weg in die Innenstadt gemacht hätte.Nun war es ja nicht zum ersten Mal so, dass der berühmteste Sohn der Stadt, der von amerikanischen Journalisten 1998 zum „Man of the Millennium“ gewählte Gutenberg, während der Mittsommer-Sause am Rhein ein bisschen an den Rand gedrückt wurde. Umso mehr gilt es, das Konzept zu überprüfen und nachzuschärfen: Denn die Gefahr besteht, dass der eigentliche Anlass der viertägigen Feierlichkeiten zwischen Fahrgeschäften, Segelregatta und Drei-Brücken-Lauf vergessen gehen könnte. Mit einem „Preisquadräteln“ genannten mittelalterlichen Würfelspiel allein wird man der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Metalllettern jedenfalls nicht gerecht.Aktuell bleiben fast nur mehr das „Gautschen“ junger Schriftsetzer und Mediengestalter und ein selbst in die Jahre gekommener antiquarischer Büchermarkt. Auf Unterstützung aus dem zur Großbaustelle gewordenen Gutenberg-Museum braucht man auf Jahre hinaus nicht zu hoffen. Und die wenig überzeugende Drohnenshow, die am Montag abermals das früher übliche Abschlussfeuerwerk ersetzen durfte, ist bisher nichts, was dem Volksfest einen Schub geben könnte. Die paar am Himmel strahlenden Motive, die präsentiert wurden, hätten besser zu einem Sportfest gepasst. Für eine Medienstadt, die im Gespräch bleiben will, könnte man sich anderes vorstellen.
Mainzer Johannisnacht: Langweiliges Programm und teures Essen
Wer eine Familie zu versorgen hat, überlegt es sich zweimal, die Mainzer Johannisnacht zu besuchen: weil das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht immer stimmt.








