Drohnen-Lichtshow oder Feuerwerk? Darüber, wie die Mainzer Johannisnacht am Montagabend idealerweise enden sollte, ist schon zu Beginn des viertägigen Volksfests kontrovers diskutiert worden. Einig waren sich beide Lager darin, dass die im vergangenen Jahr erstmals erprobte Flugschau über dem Rhein kein „richtiger Hingucker“ gewesen sei. Deshalb will man nun doppelt so viele, also etwa 400 Drohnen, aufsteigen lassen, um bei einer viertelstündigen Vorführung einige zu Mainz und der Fußball-Weltmeisterschaft passende Motive an den Nachthimmel zu zaubern. Wer am Montag gegen 22.30 Uhr von der Theodor-Heuss-Brücke aus Richtung Weisenau blickt, sollte nach den Worten von Oberbürgermeister Nino Haase auf seine Kosten kommen.Genau das wollen auch die Betreiber von 180 Verpflegungsständen und Fahrgeschäften, die während der Johannisnacht zwischen Schillerplatz und Rheinufer ihre Angebote machen. Dass die Sperrstunde von der Stadt als dem Festausrichter inzwischen auf Mitternacht respektive ein Uhr verkürzt worden ist, um so unter anderem die Ausgaben für die Sicherheitsdienste zu verringern, könnte sich, ebenso wie die extreme Hitze am Wochenende, diesmal allerdings negativ auf das Geschäft in den Weindörfern, an den Pommesbuden und Zuckerwatteständen ausgewirkt haben. Bei der oft bis zu eine halbe Million Besucher anlockenden Freiluftparty zum Sommeranfang gehörte es früher dazu, lange draußen sitzen zu dürfen – manchmal gar, bis die Sonne wieder aufging.Vor allem will man mit dem 1968 aus der Taufe gehobenen Volksfest aber den berühmtesten Sohn der Stadt, den erfindungsreichen Buchdrucker Johannes Gutenberg, hochleben lassen. Deshalb wurden am Samstag wie üblich gut 30 junge Mediengestalter und Schriftsetzer vor Publikum in einen großen Wasserbottich getaucht, um sie so nacheinander von den Sünden der Lehrzeit zu reinigen. Zwischendrin war zudem Platz für einige „Ehrengautschlinge“: als Dankeschön etwa an den Drucker und Fotografen Markus Kohz, der zu Gutenbergs 625. Geburtstag vor einem Jahr in Mainz die nachweislich „größte Bibelseite der Welt“ geschaffen hatte.