Seit Jahren wird in Brüssel über den digitalen Euro gestritten, nun kommt das Projekt der Europäischen Zentralbank (EZB) einen Schritt voran. Am Dienstag verabschiedete der Ausschuss für Wirtschaft und Währung (ECON) des Europäischen Parlaments seine Position zum Währungspaket, das auch die Einführung des digitalen Euro umfasst.Die neue elektronische Form des Zentralbankgeldes soll von der EZB ausgegeben werden und sowohl online als auch offline nutzbar sein. Während Online-Zahlungen über ein kontobasiertes System abgewickelt werden, sollen Offline-Zahlungen direkt zwischen Endgeräten erfolgen. Die Einführung des digitalen Euro ist nach den derzeitigen Planungen bis 2029 vorgesehen.
Digitaler Euro kommt – was wird aus dem Bargeld?
„Der digitale Euro wird Bargeld ergänzen, niemals ersetzen“, sagte Berichterstatter Fernando Navarrete Rojas (EVP). Zugleich stelle die Einigung sicher, dass der Schutz personenbezogener Daten gewahrt bleibe. Das Verhandlungsmandat soll zu Beginn der Juli-Plenarsitzung bestätigt werden. Anschließend beginnen die Verhandlungen mit dem Rat, bevor das Gesetz endgültig verabschiedet werden kann.
Das Vorhaben stößt jedoch auch auf Kritik. Der Europaabgeordnete Fabio De Masi (BSW) bezweifelt, dass Verbraucher von niedrigeren Kosten profitieren werden. „Die Gebühren im Zahlungsverkehr werden für die Endkunden nicht deutlich gesenkt“, schrieb er auf X. Stattdessen solle eine Formel die Händlergebühren an den tatsächlichen Kosten der Zahlungsabwicklung ausrichten. „Doch die Berechnung ist intransparent und hängt auch davon ab, welche Kosten die marktbeherrschenden Zahlungsnetzwerke wie Visa und Mastercard behaupten“, so De Masi.












