War es das etwa schon? Zumindest für einige Außenseiter dürfte der heutige Auftritt der Letzte bei dieser WM werden. Mitgastgeber Mexiko kann derweil auch bei einer Niederlage beruhigt für die K.-o.-Phase planen, auch Kanada ist so gut wie sicher weiter. Bei Bosnien-Hercegovina steht hinter der nächsten Runde dagegen ein großes Fragezeichen. Und bei Brasilien stellt sich eine ganz andere Frage.Die Spiele des WM-TagesSchweiz: Das 4:1 gegen Bosnien-Hercegovina war nach dem Remis-Fehlstart gegen Qatar eine kleine Erlösung. Nun geht es gegen Gastgeber Kanada um den Gruppensieg und den damit verbundenen leichteren Turnierbaum. Der starke Joker Manzambi drängt nach seinen zwei Toren in die erste Elf. Rechts hinten dürfte Widmer den Vorzug vor Zakaria erhalten.Kanada: Der Ko-Gastgeber hat mit dem 6:0 gegen Qatar eine Welle der Euphorie losgetreten und will beim nächsten Auftritt in Vancouver nachlegen. Der Ausfall des schwer verletzten Koné wiegt im Teamgefüge zwar schwer, dürfte sportlich vom dynamischen Saliba aber bestens aufgefangen werden. Alphonso Davies könnte in der Partie sein Comeback geben. Der Bayern-Profi werde zwar „nicht in der Startelf stehen“, sagte Kanada-Trainer Jesse Marsch: „Aber ja, ich erwarte, dass er spielt.“Bosnien-Hercegovina: Die bisherigen Auftritte des Italien-Besiegers waren eher enttäuschend. Um eine echte Chance aufs Weiterkommen zu haben, muss das Team von Trainer Barbarez gegen Qatar die Pflicht erfüllen. Sowohl Demirovic als auch Dzeko sind bei dieser WM noch torlos. Der zuletzt angeschlagene Gladbacher Tabakovic könnte Schwung bringen.Qatar: Was nach dem Remis gegen die Schweiz hoffen ließ, wurde beim 0:6-Debakel mit zwei Roten Karten gegen Kanada schnell zerstört. Qatar wirkt wie eines der schwächsten Teams dieser Weltmeisterschaft. Ein Sieg gegen Bosnien wäre eine Überraschung, doch genau den braucht es für eine Chance auf das Sechzehntelfinale.Schottland: Schottland träumt immer noch vom erstmaligen Einzug in die K.-o.-Phase einer WM. Die gute Nachricht: Selbst bei einer Niederlage gegen die klar favorisierten Brasilianer stehen die Chancen gut, zu den acht besten Gruppendritten zu gehören. Spielerisch konnten die Schotten bislang kaum überzeugen – weder beim 1:0 gegen Haiti noch beim 0:1 gegen Marokko.Brasilien: Der Rekordweltmeister liegt auf K.-o.-Runden-Kurs, präsentiert sich bisher bei diesem Turnier aber noch nicht in Titelform. Dem Remis zum Auftakt gegen Marokko folgte ein zwar verdienter, aber doch recht schmuckloser Sieg gegen Underdog Haiti. Der lange angeschlagene Neymar steht vor seinem Comeback. Auf den am Oberschenkel verletzten Raphinha muss Brasilien indes erst mal verzichten. Rayan und Endrick stehen offensiv als Alternativen bereit.Marokko: Der Halbfinalist von 2022 möchte sich den Gruppensieg sichern. Deshalb betonte Trainer Ouahbi nach dem Sieg gegen Schottland, er werde auch gegen Außenseiter Haiti die bestmögliche Mannschaft aufstellen. Das schließt eine gewisse Rotation zwar nicht aus, doch trotz bisher vier Punkten hat Marokko noch genügend Baustellen. Eine davon ist die Chancenverwertung, bisher traf man erst zweimal.Haiti: Für Haiti geht es nur noch darum, sich anständig aus dem Turnier zu verabschieden. Bisher hat sich die Mannschaft aus dem gebeutelten Inselstaat gut geschlagen, auch gegen Brasilien gab es keine unerhört hohe Niederlage. Was bei der zweiten WM-Teilnahme nach 1974 noch fehlt, ist ein eigenes Tor. Dieses dürfte gegen Marokko ein sehr schweres Unterfangen sein.Tschechien: Nur ein Punkt aus zwei Spielen – Tschechien steht zum Gruppenabschluss unter Druck. In der Heimat ist die Hoffnung groß, dass die bereits als Gruppensieger für die K.-o.-Runde qualifizierten Mexikaner es etwas ruhiger angehen lassen und Stammkräfte schonen.Mexiko: Schont Trainer Aguirre wirklich ein paar Topleute? Bekommt Torwart-Ikone Ochoa seinen Ehreneinsatz? Wenn es schiefgeht, ist Mexiko weiter Gruppenerster. Die Fans, die sogar bei den beiden bisherigen Siegen pfiffen, dürften dann aber hart mit El Tri ins Gericht gehen. Die Stimmung kann auch sehr schnell umschlagen. Gut wäre das vor der K.-o.-Runde nicht.Südafrika: Südafrikas Zeitung „The Star“ schreibt kurzerhand das große Risikoszenario den Südkoreanern zu. Es drohe ein historischer Aussetzer. Besonders viele Argumente lieferte Bafana Bafana aber nicht. Sehr enttäuschend gegen auch nicht brillierende Mexikaner, viel besser wurde es danach gegen Tschechien nicht. Die Rückkehr auf die WM-Bühne nach der Heim-WM vor 16 Jahren droht mit dem vierten Vorrunden-Aus von Südafrika zu enden.Südkorea: Mit dem bitteren Gegentor nach einem üblen Torwartpatzer raubte Südkorea die Hoffnungen auf den Gruppensieg. Möglicherweise wird Superstar Heung-Min Son nach zwei Partien wieder eher von der linken Seite attackieren. Bisher lief es bei ihm noch nicht optimal. Die Chancen aufs Weiterkommen, sind immer noch gut mit bisher drei Punkten: Es sei denn, Mexiko verliert gegen Tschechien und die Asiaten gegen Südafrika.