Am dritten Tag der bislang größten Fußball-Weltmeisterschaft der Geschichte möchte die Schweiz gegen Qatar ihrer Favoritenrolle gerecht werden und erfolgreich in das Turnier starten. Danach trifft der fünfmalige Weltmeister Brasilien ohne den weiter verletzten Hoffnungsträger Neymar auf Marokko. Die formstarken Afrikaner erreichten bei der vorherigen Weltmeisterschaft das Halbfinale und dürften daher für die Ancelotti-Elf direkt ein anspruchsvoller Gradmesser sein.Die Spiele des WM-TagesQatar: Für Qatar ist es die zweite WM-Teilnahme nach der Ausgabe in der Heimat 2022. Damals holte die Mannschaft keinen einzigen Punkt. Auch diesmal ist das Team aus dem arabischen Land in Gruppe B krasser Außenseiter. Der Star ist der Trainer: Julen Lopetegui coachte unter anderem schon Real Madrid und die spanische Nationalmannschaft.Schweiz: Die Schweizer wollen endlich mal wieder weiter kommen als bis ins Achtelfinale. Zuletzt gelang das 1954. Die ehrgeizige Mannschaft um Mittelfeldstratege Granit Xhaka hat durchaus Potential, für Überraschungen zu sorgen. Zahlreiche Bundesliga-Profis prägen das Team. Unter anderem Torwart Gregor Kobel von Borussia Dortmund, Nico Elvedi von Borussia Mönchengladbach und Johan Manzambi vom SC Freiburg sind dabei.Brasilien: Die Seleção jagt weiter ihrem sechsten WM-Titel hinterher – diesmal allerdings nicht aus einer großen Favoritenrolle heraus. Die Qualifikation war holprig, absolute Weltklasse verkörpern nur wenige Spieler im Kader. Große Hoffnungen ruhen auf den Offensivstars Vinícius Júnior und Raphinha. Und auf Trainer Carlo Ancelotti. Den bislang letzten WM-Triumph bejubelte Brasilien 2002.Marokko: Kann der Afrikameister dem Rekordweltmeister direkt ein Bein stellen? Vor vier Jahren in Qatar erreichten die Marokkaner das Halbfinale und sorgten so für das beste Ergebnis in Afrikas WM-Historie. Das Team wird vom früheren Dortmunder Achraf Hakimi als Kapitän angeführt. Vorn wirbelt unter anderem Brahim Díaz vom spanischen Topklub Real Madrid.Haiti: Haitis bislang einzige Teilnahme an einer Weltmeisterschaft datiert aus dem Jahr 1974. Damals gab es in der Gruppenphase drei Niederlagen. Auch diesmal ist ein Weiterkommen unwahrscheinlich. In der FIFA-Weltrangliste liegt der Karibikstaat nur auf Platz 83. Große Hoffnungen ruhen auf Stürmer Duckens Nazon.Schottland: Schottland kehrt nach 28 Jahren auf die WM-Bühne zurück. Können die „Bravehearts“ im neunten Anlauf endlich die Gruppenphase überstehen? Fest steht, dass sich die Mannschaft wieder auf die Unterstützung ihrer Fans verlassen kann. Schon in den Tagen vor Anpfiff waren unzählige Anhänger im Schottenrock in Boston unterwegs.Australien: Australien ist inzwischen Stammgast bei Weltmeisterschaften, seit der WM in Deutschland 2006 sind die „Socceroos“ stets dabei gewesen. In der Gruppe mit Ko-Gastgeber USA, Paraguay und der Türkei ist der Einzug in die K.-o.-Phase eine Herausforderung, die die Profis um St.-Pauli-Profi und Kapitän Jackson Irvine gerne annehmen.Türkei: Seit der WM 2002 war die Türkei nicht mehr bei einer Fußball-WM dabei. Entsprechend groß ist die Vorfreude. Angeführt von den Stars Arda Güler und Hakan Çalhanoğlu ist die große Frage, ob die goldene Generation die Erwartungen erfüllen kann. Am Talent besteht kein Zweifel, an der Konstanz und der Defensive allerdings schon.Was passiert sonst noch?Langsam wird es ernst für die deutsche Mannschaft vor dem ersten Spiel an diesem Sonntag (19.00 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Fußball-WM, in der ARD und bei MagentaTV) gegen Curaçao. Nach dem Abschlusstraining in Winston-Salem am Vormittag geht es zum nur zehn Fahrminuten entfernten Smith Reynolds Airport. Von dort fliegt der Tross in knapp drei Stunden nach Houston. Nach der Pressekonferenz mit Bundestrainer Julian Nagelsmann und einem Spieler läuft der Countdown bis zum WM-Auftakt am Tag danach.