Lieber nicht in den Rhein: Mit der Hitze kommen auch die tödlichen Badeunfälle. Allein 13 Tote in FrankreichBesonders offene Gewässer wie Aare, Reuss oder Rhein bergen Risiken, die selbst geübte Schwimmer unterschätzen können.Elena Panagiotidis24.06.2026, 12.44 Uhr3 LeseminutenEin Mitarbeiter der DLRG steht am Rheinufer, im Hintergrund ein Boot der Wasserschutzpolizei. Aufnahme von 2025.IMAGO/Christoph Hardt / ImagoDie hohen Temperaturen in weiten Teilen Europas ziehen derzeit viele Menschen in kühle Gewässer. Doch auch die Zahl der tödlichen Badeunfälle steigt.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Am Montag kam ein 22-Jähriger bei der Zurlindeninsel in der Aare ums Leben. Er stieg ins Wasser verschwand und konnte später nur noch leblos geborgen werden. Am Dienstag fanden Angehörige die Leiche eines fünfjährigen Buben. Das Kind war am Samstag bei einem Schlauchbootunfall auf der Reuss mit seiner Familie gekentert und galt tagelang als vermisst.Auch schwere Verletzungen sind möglich: Ein 22-Jähriger verletzte sich am Freitagabend laut der Kantonspolizei Graubünden schwer, als er kopfüber in den Rhein bei Chur sprang.Der Rhein ist wie eine massiv befahrene AutobahnÜberhaupt der Rhein! Auch in Deutschland häufen sich die Todesfälle. Am Samstag kam es im Rhein zu gleich drei Badeunfällen. Nach den Männern im Alter von 50, 27 und 23 Jahren suchte die Polizei tagelang, am Dienstag konnte sie nur noch den Tod der Männer bestätigen. Während der 50 Jahre alte Mann laut Medienberichten im hessischen Biblis-Nordheim ums Leben kam und häufiger im Rhein geschwommen sein soll, handelte es sich bei den jüngeren Männern um Nichtschwimmer. Sie wurden bei Gernsheim von der Strömung mitgerissen.Das Schwimmen im Rhein hat seine Tücken. Die DLRG Rheinhessen warnt im «SWR» ausdrücklich davor. Nicht nur die Strömung sei stark, sie erreicht bis zu acht Kilometer pro Stunde. Auch dicke Baumstämme und Abfall stellen ein Risiko da: «Selbst ein geübter Schwimmer geht unter, wenn er davon getroffen wird.»Im «Deutschlandfunk» verglich Melvin Beuermann von der Wasserschutzpolizei in Nordrhein-Westfalen den Rhein mit einer massiv befahrenen Autobahn. Man müsse klar sagen, dass der Rhein die mit Abstand grösste Bundeswasserstrasse europaweit sei, was den Schiffverkehr angeht. Niemand würde auf die Idee kommen, seine Kinder auf dem Randstreifen der Autobahn spielen zu lassen. Genauso solle es auch mit dem Rheinufer sein. Selbst wenn ein Kind nur knietief am Ufer steht, kann das schon lebensgefährlich werden.Einige Städte, darunter Köln und Duisburg, haben mittlerweile Verbote für das Schwimmen im Rhein erlassen. Bei Verstössen drohen Bussgelder bis zu 1000 Euro.Ein besonders opferreiches Wochenende erlebt Frankreich. Laut der Zivilschutzbehörden ertranken an diesem Wochenende insgesamt 13 Personen. Wie der Sender TF1/LCI berichtet, war unter den Opfern ein 13-jähriges Mädchen, dass am Sonntagabend im Departement Seine-et-Marne ertrunken ist. Die Zivilschutzbehörde rät, sich zur Abkühlung am besten unter die Dusche zu stellen.Fast 400 Badetote in Deutschland in 2025Ein Blick auf die Statistik zeigt, dass Badeunfälle jedes Jahr viele Todesopfer fordern. In der Schweiz ertranken im vergangenen Jahr 43 Personen. Das liegt etwas unter dem langjährigen Durchschnitt von rund 50 Fällen pro Jahr. Das Grossteil der Fälle ereignete sich in offenen Gewässern. Männer waren weit häufiger betroffen als Frauen.In Deutschland sind im vergangenen Jahr 393 Menschen ertrunken. Das letzte Juniwochenende erwies sich dabei als besonders tödlich: die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) registrierte 15 Tote.Die Deutsche und die Schweizer Lebensrettungsgesellschaft versuchen immer wieder, die wichtigsten Regeln für sicheres Schwimmen zu vermitteln. Gerade in offenen Gewässern sollte man immer eine aufblasbare Boje oder einen Gurtretter mitführen.Die wichtigsten BaderegelnKinder nur begleitet ans Wasser lassen – kleine Kinder in Griffnähe beaufsichtigen.Nie alkoholisiert oder unter Drogen ins Wasser.Nie mit vollem oder ganz leerem Magen schwimmen.Nie überhitzt ins Wasser springen.Der Körper braucht Anpassungszeit.Nicht in trübe oder unbekannte Gewässer springen! Unbekanntes kann Gefahren bergen.Luftmatratzen und Schwimmhilfen gehören nicht ins tiefe Wasser! Sie bieten keine Sicherheit.Lange Strecken nie allein schwimmen! Auch der besttrainierte Körper kann eine Schwäche erleiden.Passend zum Artikel