Nach Zugfunk-Ausfall: Verkehr rollt wieder planmässig – Deutsche Bahn sucht nach der Ursache der StörungAm späten Dienstagabend standen wegen einer Störung des Funksystems für zwei Stunden alle Züge der Deutschen Bahn still. Inzwischen wird davon ausgegangen, dass ein fehlerhaftes Update die Ursache war.24.06.2026, 11.38 Uhr3 LeseminutenWegen einer Störung im digitalen Funkverkehr wurde der Bahnverkehr am Dienstagabend bundesweit eingestellt. Im Bild: Anzeigetafel am Kölner Hauptbahnhof.IMAGO/Christoph Hardt / ImagoAm frühen Mittwochmorgen geht am Berliner Hauptbahnhof alles seinen geregelten Gang. Um halb acht ist hier ohnehin wenig los: Reisende schlendern durch den Bahnhof und ziehen ihren Koffer hinter sich her, vereinzelt sitzen Fahrgäste auf den Bänken und warten auf ihren Zug. Von der bundesweiten Störung, die am Abend zuvor zu einem zweistündigen Stillstand des Bahnverkehrs geführt hatte, ist bereits nichts mehr zu merken.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Auf der riesigen Anzeigetafel ist zu sehen, dass vier Züge etwa fünfzehn Minuten Verspätung haben, nur der ICE nach Saarbrücken und der ICE 2839, der um 8 Uhr 16 weiter Richtung Berlin-Südkreuz gefahren wäre, fallen aus. Für regelmässige Bahnreisende kein ungewöhnliches Bild. Nur das ZDF-Team, das eine Kamera am Eingang des Bahnhofs aufgestellt hat, deutet darauf hin, dass hier gerade etwas geschehen sein muss.Viele Reisende strandeten an BahnhöfenUm etwa 23 Uhr hatte die Deutsche Bahn am Dienstagabend gemeldet, dass es eine Störung beim digitalen Bahnfunksystem GSM-R gebe. Das hatte zur Folge, dass bundesweit für zwei Stunden kein einziger Zug fuhr. Von der Störung waren Tausende von Reisenden betroffen. Viele strandeten auf Bahnhöfen, vor den Informationsschaltern bildeten sich lange Warteschlangen.Wegen der Störung sassen viele Reisende an Bahnhöfen wie hier in Leipzig fest.IMAGO/EHL Media/Björn Stach / ImagoZwar wurden laut einem Bahnsprecher Taxi- und Hotelgutscheine ausgegeben; einige Reisende konnten aber keine freien Hotelzimmer mehr buchen, etwa in Frankfurt. Unter anderem am Berliner Hauptbahnhof beklagten Fahrgäste, dass es keine Auskünfte gebe.Von der Störung waren nicht nur Fern- und Regionalverkehrszüge betroffen, sondern auch S-Bahnen, die von der Deutschen Bahn betrieben werden, sowie Privatbahnen. In Berlin war der Verkehr im gesamten S-Bahn-Netz eingestellt, ebenso in Stuttgart. Auch der Güterverkehr stand am Dienstagabend still. Die Güterzüge sind vor allem abends und nachts unterwegs.Kurz nach Mitternacht war das Problem behoben. Gegen 0 Uhr 30 fuhren wieder die ersten Züge. Die Bahn-Chefin Evelyn Palla sagte der «Bild»-Zeitung, die Lage sei mit einem Notfallsystem stabilisiert worden.Am Mittwochmorgen sei der Zugverkehr reibungslos angelaufen, teilte die Deutsche Bahn mit. Vereinzelt komme es noch zu Verspätungen. Alle Strecken seien uneingeschränkt befahrbar, und alle Züge im Regional- und Fernverkehr führen weitestgehend planmässig. Auch in Nordrhein-Westfalen, dem bevölkerungsreichsten Bundesland, lief der Verkehr am Morgen wieder so gut wie normal.Sabotage wird derzeit ausgeschlossenDie Ursache der Störung des Funksystems hatte die Bahn noch in der Nacht identifiziert; Details könnten aber nicht genannt werden, hiess es. Sicherheitsbehörden gehen derzeit nicht von Sabotage aus, wie der Rundfunk Berlin-Brandenburg berichtete.Nach Angaben aus Sicherheitskreisen dürfte ein fehlerhaftes Update der Bahn die Störung ausgelöst haben. Ein Sprecher des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sagte der Deutschen Presse-Agentur, das BSI und die Bahn stünden seit Dienstagabend in engem Austausch.Am Leipziger Hauptbahnhof fuhr am Dienstagabend kein einziger Zug mehr.IMAGO/EHL Media/Björn Stach / ImagoGSM-R steht für «Global System for Mobile Communications – Railway». «Das GSM-R Mobilfunknetz ersetzt nahezu alle analogen Funksysteme der Deutschen Bahn AG», heisst es auf der Website der DB InfraGo, der Betreiberin der Infrastruktur der Deutschen Bahn. Laut den Angaben gewährleistet das Funksystem eine hohe Sicherheit in der betrieblichen Kommunikation und bietet die Möglichkeit, spezielle Gruppenanrufe zu tätigen sowie mit den Fahrdienstleitern Kontakt aufzunehmen.Nordrhein-Westfalens Verkehrsminister Oliver Krischer übte scharfe Kritik an der Bahn. «Das macht mich fassungslos. Dass durch einen technischen Defekt der komplette Bahnverkehr in Deutschland zum Erliegen kommt, ist ein neuer Tiefpunkt bei einer ohnehin schwachen Betriebsqualität», sagte der Grünen-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. Krischer bemängelte auch das Notfallmanagement. Nötig seien Mechanismen, die ein solches Desaster in Zukunft vermieden.Mit Material der Deutschen Presse-AgenturPassend zum Artikel
Zugausfälle wegen Funkstörung: Verkehr bei der Deutschen Bahn rollt wieder an
Am späten Dienstagabend standen wegen einer Störung des Funksystems für zwei Stunden alle Züge der Deutschen Bahn still. Inzwischen wird davon ausgegangen, dass ein fehlerhaftes Update die Ursache war.










