PfadnavigationHomeICONISTFitness & WellnessFitness-GadgetsWhoop! Whoop! Warum displaylose Tracking-Armbänder doch nicht so hilfreich sindStand: 09:32 UhrLesedauer: 3 MinutenNo display: Der „Whoop“-Tracker erfasst rund um die Uhr biometrische Daten wie Puls, Herzfrequenzvariabilität oder Hauttemperatur. Für die Datennutzung braucht es aber die AppQuelle: WHOOPSchicke Daten-Tracker wie die von Whoop haben keinen Bildschirm. Sie gehören zu den gerade sehr beliebten Tools, die uns das ständige Onlinesein abgewöhnen wollen. So richtig funktioniert das aber nicht.Ich habe Smartwatches und Fitness-Armbänder noch nie wirklich schön gefunden. Und zwar egal, ob da ein Lederarmband von Hermès dranhängt. Kürzlich sah ich ein Modell mit dicken Metallgliedern, wie bei einer Kette. Was ich inzwischen noch häufiger sehe, sind „Wearables“ ohne Display. Stattdessen besteht der Tracker nur aus einem Stoffband mit einem eingearbeiteten Plastikgehäuse, er sieht aus wie ein Gürtel fürs Handgelenk. Die Technik verbirgt sich unter dem Stoff. Der Hersteller hinter dem Modell, das mir dauernd begegnet, heißt Whoop. Und wie man mir erzählt hat, funktioniert die Whoop nur mit einer App und einem Abo, das man abschließen muss, um diverse Tracking-Features nutzen zu können. Das ist nicht gerade günstig. Die Abo-Pakete kosten ab 199 Euro pro Jahr, das Wearable ist Teil des Pakets. Aber man weiß ja, dass Daten heute viel wert sind. Ich will gar nicht so viel über meine Daten wissen. Aber eine Information, die mir mein Smartphone ständig aufdrängt, ist meine Bildschirmzeit. Nun muss ich kurz von dem Bildschirm, auf dem ich dieses Textdokument sehe, zu meinem Smartphone-Bildschirm wechseln. Ich schaue nach. Bei etwas über zwei Stunden lag der Tagesdurchschnitt in dieser Woche, 51 Prozent weniger als in der Woche zuvor. Einen so krassen Absturz kann ich mir nicht wirklich erklären. Aber ich bin stolz auf mich, denn das wollen ja gerade alle: weniger Screentime. Siehe Whoop Watch. Und siehe all die anderen Tools und Gadgets, die uns das ständige Onlinesein und Abgelenktsein abgewöhnen wollen. „Dumb phones“, also „dumme Handys“ ohne E-Mail- oder Social-Media-Apps. Digitale Schreibmaschinen mit Displays, die Textdokumente direkt in der Cloud oder Dropbox abspeichern und fokussiertes Schreiben erleichtern sollen. Lesen Sie auchEs gibt ein Teil namens Brick: Ein grauer Bauklotz, an den man sein Handy halten soll, um dann über die dazugehörige App andere Apps auszuschalten, um mehr Ruhe zu haben. Wenn man sie wieder einschalten will, muss man sein Gerät wieder an das Brick halten. Dieser Zwischenschritt soll es schwieriger machen, die App-Sperre zu umgehen. Ich finde das alles sehr smart. Vor allem von den Unternehmen, die einem etwas verkaufen, damit man andere gekaufte Dinge weniger nutzt. Diese anderen Dinge wiederum wurden von anderen Unternehmen so gestaltet, dass schiere Willenskraft allein kaum ausreicht, um sie weniger zu nutzen. So läuft das Business. Ich habe die Arbeit an diesem Text nun schon viermal unterbrochen, um irgendwas auf meinem Handy nachzuschauen. Es nervt mich so sehr, dass ich schon mit dem Gedanken spiele, mir ein Brick zu kaufen. Lesen Sie auchWarum muss man eigentlich alles sofort wissen? Schrittanzahl, Herzfrequenz, Schlafqualität, wie das Wetter in zwei Stunden wird oder welche E-Mail gerade im Postfach gelandet ist. Man denkt dann, man sei smarter. Und hat doch nur Zeit verloren. Auch ein Wearable ohne Display sorgt am Ende für mehr Bildschirmzeit, wenn man alle Ergebnisse in einer App ablesen muss. Immerhin sieht es besser aus. Finde ich.