Wird die geplante Rentenreform für Ostdeutschland zum Problemfall? Davor warnen die Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser (SPD) und der DGB Sachsen. Sie befürchten, dass ein höheres Renteneintrittsalter und die Abschaffung der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren viele Ostdeutsche besonders hart treffen könnten.Doch mehrere Ökonomen aus Ostdeutschland widersprechen dieser Sichtweise. „Die geplante Rentenreform soll ja gerade dieses Manko geringerer Vermögen und geringerer Betriebsrenten beheben“, sagen Marcel Thum und Joachim Ragnitz von der ifo-Niederlassung Dresden auf Anfrage unserer Zeitung. Auch andere Experten teilen die Sorge vor besonderen Nachteilen für Ostdeutschland nicht. Die Reform sei kein Instrument der Regionalpolitik, sondern vor allem eine Antwort auf die alternde Bevölkerung und die zunehmenden Finanzierungsprobleme der gesetzlichen Rente.
Warum die Reform gerade im Osten umstritten ist
Die Rentenkommission hat insgesamt 33 Empfehlungen vorgelegt, um die Alterssicherung angesichts des demografischen Wandels langfristig zu stabilisieren. Zu den zentralen Vorschlägen gehören eine stärkere Orientierung des Renteneintrittsalters an der Lebenserwartung sowie die Einführung einer verpflichtenden Kapitalrente. Dafür sollen Arbeitnehmer und Arbeitgeber schrittweise zusätzliche Beiträge zahlen, die am Kapitalmarkt angelegt werden.












