Der andere BlickDeutsche Schulen haben ein Problem mit fundamentalistischen Muslimen. Der Staat scheitert daran, seine Regeln durchzusetzenAn Berliner Schulen gehören Mobbing und Anpassungsdruck durch fundamentalistische Muslime zum Alltag. Wenn die Politik nicht gegensteuert, könnte das bald auch andernorts der Fall sein.24.06.2026, 04.30 Uhr3 LeseminutenDass muslimische Mädchen mit Kopftuch in die Schule gehen, gehört in Deutschland vielerorts zum Alltag.ImagoSie lesen einen Auszug aus dem Newsletter «Der andere Blick am Morgen», heute von Nathan Giwerzew, Redaktor NZZ Deutschland. Abonnieren Sie den Newsletter kostenlos. Nicht in Deutschland wohnhaft? Hier profitieren.Optimieren Sie Ihre BrowsereinstellungenNZZ.ch benötigt JavaScript für wichtige Funktionen. Ihr Browser oder Adblocker verhindert dies momentan.Bitte passen Sie die Einstellungen an.Kinder lernen in der Schule, wie man liest, schreibt und rechnet. Die Lehrer zeigen ihnen aber auch, wie man Konflikte löst, und sie halten sie zur Achtung gegenüber ihren Mitmenschen an. So weit die Theorie. Vielerorts aber gelten an Schulen grundsätzliche Regeln des Zusammenlebens nicht mehr. Es gibt Schulen, an denen sich rechtsextremistische Einstellungen zunehmend Raum verschaffen. Mindestens genauso problematisch ist die Ausbreitung fundamentalistischer islamischer Ansichten.Wie weit es damit kommen kann, zeigt erstmals eine repräsentative Studie, deren Ergebnisse die Berliner Landesregierung am Montag veröffentlicht hat. Darin sagten 41 Prozent der befragten muslimischen Neuntklässler, die religiösen Regeln des Islam seien ihnen wichtiger als die Regeln der Schule. Immerhin 11 Prozent der befragten Schüler klagen über den Druck, sich an religiöse Regeln anpassen zu müssen.Noch dramatischer sind weitere Befunde: Über ein Viertel aller befragten Neunt- bis Zwölftklässler gab an, sich in der sexuellen Freiheit eingeschränkt zu fühlen. Von den wenigen befragten jüdischen Schülern gaben 34 Prozent an, sie hätten aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit bereits Gewalt erlebt. So unscharf dieser Anteil aufgrund der kleinen Stichprobe auch sein mag: Das ist unerträglich.Aufhalten lässt sich diese Entwicklung nur dann, wenn der Staat seine Regeln an den Schulen rigoros durchsetzt und wenn die irreguläre Einwanderung von nun an konsequent beschränkt wird. Deutschland muss sich auf die Integration der dort bereits lebenden Migranten konzentrieren, die schwer genug werden wird. Andernfalls wird der Punkt kommen, an dem einzelne Schüler meinen, anderen ihre Lebensweise aufzwingen zu können. An vielen Berliner Schulen ist das bereits der Fall.Meist äussert sich der Anpassungsdruck subtilUm zu sehen, was dort inzwischen möglich ist, muss man nur ab und an in der Zeitung blättern. Vor einem Jahr machte ein schwuler Lehrer aus dem Bezirk Moabit Schlagzeilen, weil ihn Schüler aufgrund seiner sexuellen Orientierung gemobbt hatten. Laut seinen Aufzeichnungen sagte ihm ein Schüler: «Du Schwuler, geh weg von hier. Der Islam ist hier der Chef.»Statt aber dem Lehrer zu helfen, liess ihn die Schulleitung im Regen stehen. Sie liess sogar polizeiliche Ermittlungen gegen ihn einleiten, weil sie ihm vorwarf, er habe seine Fürsorgepflicht verletzt. Erst ein Jahr nachdem die «Süddeutsche Zeitung» über den Fall berichtet hatte, wurde der Lehrer vollumfänglich entlastet.Und das ist nur der Extremfall. Meist äussert sich das Dominanzgebaren fundamentalistischer Muslime subtiler.Mal hält ein muslimischer Schüler eine muslimische Mitschülerin dazu an, sich zu verhüllen und während des Ramadan zu fasten. Im Ergebnis zieht sie sich zurück, oder sie passt sich stillschweigend der islamischen Lebensweise an. Mal werden homosexuelle oder jüdische Schüler gehänselt, weil sie nicht ins Raster passen. Oder es wird Lehrerinnen der Respekt verweigert, so dass ein geregelter Unterricht unmöglich wird.Merz sprach treffend von «kleinen Paschas»Als er noch Oppositionsführer im Bundestag war, hat der christlichdemokratische Kanzler Friedrich Merz dieses Phänomen mit dem Ausdruck vom «kleinen Pascha» bedacht. Damit meinte er vor allem Jungen aus arabischsprachigen Migrantenfamilien, die sich an deutschen Schulen aufführten, als seien sie dort die Herren.Merz erntete damals grosse Empörung aus dem linken Lager. Dabei hatte er bloss in Worte gefasst, was viele Schüler und Lehrer nicht nur in Berlin tagtäglich erleben.Es stimmt natürlich, dass sich die Mehrheit der muslimischen Schüler in Deutschland an die Regeln hält. Das sollte man in der Debatte niemals vergessen. Doch um eine Schule auf den Kopf zu stellen, reicht bereits eine dreist auftretende Minderheit aus, sofern eine Mehrheit der Mitschüler, Eltern und Lehrer den Konflikt mit ihr scheut.In einer Gesellschaft, die von Einwanderung geprägt ist, ist es schwer genug, sich auf gemeinsame Regeln des Zusammenlebens zu einigen. Mindestens die im Grundgesetz niedergeschriebenen Prinzipien müssen gelten, an Schulen ganz besonders.Passend zum Artikel