Das wollte die Bildungssenatorin dann doch klarstellen: Die Gewalt, die man an Berliner Schulen sehe, sei kein Hauptstadtphänomen. Diese Einordnung war Katharina Günther-Wünsch wichtig, als sie am Montag die Ergebnisse des Berliner Konflikt- und Gewaltbarometers präsentierte. Einer groß angelegten Befragung von Berliner Schülern und Lehrkräften, die die CDU-Politikerin in ­Auftrag gegeben hatte. Die Ergebnisse klingen alarmierend: Für mehr als die Hälfte der Lehrerinnen und Lehrer ist Gewalt »ein großes bis sehr großes Problem« an ihrer Schule. Fast zwei Drittel beobachten, dass die Auseinandersetzungen unter Schülerinnen und Schülern zunehmen. Neun von zehn Berliner Neuntklässlern sagen, sie hätten im vergangenen Jahr Gewalt erlebt. Gemeint ist ­damit alles von Beleidigungen, Cybermobbing, Bedrohungen bis hin zu körperlicher und sexualisierter Gewalt. Auch Lehrer werden von Schülern attackiert.