Diesen Laufweg hat Cristiano Ronaldo hunderte Male zurückgelegt, er kennt das ja, wenn man Tore schießt. Aber ist er jemals beim Jubeln so voller Trotz Richtung Bank geprescht, ehe ihn die Mitspieler umringten? Hatte er je so ein grimmiges Gesicht aufgesetzt wie diesmal, nach seinem Treffer zum 1:0 gegen Usbekistan? Es war das Bild eines Fußballers, der etwas geradezurücken hatte, wieder mal. Und wie er das bewerkstelligte: Dieses und noch ein Tor bescherten Portugal eine klare Führung, am Ende stand ein 5:0 (3:0), das auch als Indiz an die Konkurrenz zu sehen war: Bom dia, Mitfavorit Portugal ist jetzt drin in dieser WM!41 ist Ronaldo inzwischen und bislang war diese WM noch ohne Ronaldo-Momente gewesen, bis zu jener 6. Minute des zweiten Vorrundenspiels seiner Portugiesen in Houston. Schwer zu ertragen für einen, der sich immer noch ganz gut findet – und der sich einiges hatte anhören müssen nach dem mauen Turnierstart beim 1:1 gegen die DR Kongo. Aber Ronaldo hat es meistens allen gezeigt, seine ganze Karriere ist von „Ihr werdet schon sehen“-Momenten durchzogen. Schon früh nutzte er also sein Torjägergespür, machte zwei Schritte und vollstreckte nach einer Hereingabe von João Cancelo.Fußball-WM:Ronaldo und Messi – ihr letzter Tanz?Der Portugiese und der Argentinier spielen jeweils ihre sechste WM. Sie stehen weiterhin im Zentrum ihrer Teams – die Frage ist nur, ob sie diesen noch helfen. Ein Vergleich.Da hatte er sein Tor, jenes, das man wohl mit Versalien versehen kann, also: SEIN Tor. Und SEINEN Rekord. Denn er hat damit als erster Spieler der Historie bei sechs Weltmeisterschaften getroffen. 2006 gelang ihm sein Premierentreffer bei einem 2:0 gegen Iran: ein Elfmeter in Frankfurt, rausgeholt vom wuselnden Luís Figo. Es folgten Treffer 2010, 2014, 2018 und 2022. Und jetzt? Sind seine Kollegen andere, aber nicht weniger talentiert.Nachdem Nuno Mendes, Champions-League-Sieger mit PSG, einen Freistoß mit links zum 2:0 ins Netz gedroschen hatte (17.), trat Bruno Fernandes auf den Plan. Dessen Passfähigkeiten sind in Portugals Nationalteam noch nicht ganz so lange zu bestaunen wie Ronaldos Tore, aber doch eine Weile – und so brachte eine Co-Produktion der beiden fast zwangsläufig das 3:0: Zuspiel von Fernandes in die Tiefe hinter Usbekistans Abwehrreihe, wieder ein Spurt von Jubilar Ronaldo (er spurtete überhaupt recht viel), Abschluss ins lange Eck (39.). Sein zehnter Treffer bei Weltmeisterschaften, nur noch acht bis zu Messis Rekord von 18. Und einer mehr als der große Eusébio, Portugals ewiger „Schwarzer Panther“, der in den 60er- und 70er-Jahren seine Tore erzielte. Viele Tore. Aber nicht so viele wie Ronaldo, dessen Weltrekord in Sachen Länderspieltoren nun bei 145 liegt.Es hätten noch mehr sein können, so luftig ließen die Usbeken ihn gewähren. Einmal kratzte Abwehrmann Abdukodir Khusanov einen Chipball Ronaldos noch von der Linie, beim 4:0 nahm der Mann von ManCity Ronaldo dann die Arbeit ab und fabrizierte ein Eigentor (60.). Rafael Leãos 5:0 (87.) rundete die Sache ab, weshalb Ronaldos Laufweg durch dieses Turnier noch andauern dürfte.
Fußball-WM: Cristiano Ronaldo trifft doppelt und bricht Rekorde
WM-Vorrunde mit Portugal in Houston: Beim 5:0 gegen Usbekistan zeigt Ronaldo sich voller Trotz, erzielt zwei Treffer und stellt historische Rekorde auf.











