Detmold. Auch das sollte man über die Brauerei Strate aus Detmold in Ostwestfalen wissen: Die 90-jährige Renate Strate, neben ihren Töchtern eine von drei Geschäftsführerinnen, trinkt nach eigener Aussage jeden Abend zwei Flaschen Bier. Das Thusnelda-Bier, Alkoholgehalt 4,8 Prozent.Die Geschichte geht so, dass die Stadt Detmold einst an das Unternehmen herantrat mit der Bitte, ein Arminius-Bier zu brauen. Zu Ehren des Germanenführers, der hier vor 2000 Jahren die Römer geschlagen hatte und dessen Hermannsdenkmal das Wahrzeichen der Stadt ist. Die Frauen hatten aber keine Lust, dass schon wieder irgendwas nach Arminius benannt wurde, und entschieden sich für seine Frau Thusnelda.Seit drei Jahrzehnten führen drei Frauen die Geschäfte der Brauerei, die seit der Gründung 1863 in Familienbesitz ist: Renate Strate und ihre Töchter Friederike, 61, und Simone, 56. Obwohl die Brauerei deutlich weniger Bier verkauft als noch in den 90ern, ist ihre Erzählung eine Erfolgsgeschichte.Andere kleine Brauereien werden verkauft oder geben auf. Erst vor wenigen Wochen wurde bekannt, dass die nahe Paderborner Brauerei verkauft – oder alternativ der Betrieb eingestellt wird. Die ebenfalls ostwestfälische Herforder Brauerei soll schon im August schließen. 2019 gab es laut Statistischem Bundesamt noch 1552 Brauereien. Bis 2025 sank die Zahl auf 1415. Ohne die neu entstandenen Craft-Beer-Brauereien wären es noch weniger.