Eine klare Mehrheit der Menschen in Deutschland traut Donald Trump laut einer neuen Umfrage nicht zu, in der Weltpolitik das Richtige zu tun. In der Erhebung des Pew Research Center sprechen 84 Prozent der Befragten dem amerikanischen Präsidenten die Fähigkeit ab, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Nur 16 Prozent sehen Trump auf dem richtigen Weg.Die Frage lautete: „Wie viel Vertrauen haben Sie darin, dass Trump in weltpolitischen Angelegenheiten das Richtige tut?“ Die Antwortmöglichkeiten lauteten auf der einen Seite „viel“ oder „wenig Vertrauen“, auf der anderen Seite „nicht allzu viel“ oder „gar kein Vertrauen“.Für die Studie hat das Meinungsforschungsinstitut 42.151 Leute befragt. Durchgeführt wurden die Befragungen in 36 Staaten aus Europa, Asien, Afrika, Nord- und Südamerika sowie Australien. Die Interviews fanden zwischen dem 8. Februar und dem 13. Mai 2026 statt, sowohl in Staaten mit hohem als auch mit mittlerem Einkommen.Mit ihrer Skepsis gegenüber dem amerikanischen Präsidenten sind die Deutschen nicht allein. Nur in fünf von 36 Staaten, in denen die Umfrage durchgeführt wurde, vertrauen mehr als 50 Prozent der Befragten auf Trump. Den höchsten Zustimmungswert erhält er auf den Philippinen mit 68 Prozent. In Israel waren laut Umfrage noch 66 Prozent der Befragten positiv auf Trump zu sprechen. Allerdings könnte dieser Wert nach dem Rahmenabkommen, das er zur Beendigung des Kriegs mit Iran geschlossen hat, gesunken sein. In den afri­kanischen Staaten Nigeria (65 Prozent), Kenia (63 Prozent) und Ghana (54 Prozent) vertraut demnach ebenfalls eine Mehrheit Trump.Auf dem anderen Ende der Skala liegt die Türkei. Hier sagen 92 Prozent der Befragten, sie vertrauten Trump nicht, gefolgt von Schweden (89 Prozent) und Mexiko (88 Prozent). Deutschland liegt mit seinen 84 Prozent im oberen Viertel, der Median liegt bei 76 Prozent. Insgesamt haben nur in elf Staaten weniger als zwei Drittel der Befragten Trump ihr Misstrauen ausgesprochen.Die Autoren der Studie richten ein besonderes Augenmerk auf die Werte in Europa. In keinem der zehn befragten europäischen Länder sagt eine Mehrheit, sie vertraue Trump. Auf den höchsten Wert kommt er in Ungarn, wo 44 Prozent antworten, sie vertrauten Trump. In sieben von zehn europäischen Staaten erreicht Trump einen Misstrauenswert von mehr als 75 Prozent.Das könnte an Trumps Vorgehen gegenüber den NATO-Verbündeten liegen. Diese hat er wiederholt vor den Kopf gestoßen. Sei es mit den Zöllen, die er erhoben hat, oder mit der Forderung, Grönland müsse zu den Vereinigten Staaten gehören.In Bezug auf die Ukrainepolitik gibt es nur ein Land, in dem deutlich mehr als ein Viertel der Befragten sagt, Trumps Vorgehen sei richtig: Ungarn. Wesentlich einheitlicher ist die Ablehnung von Trumps Zollpolitik. In fast allen Staaten erreicht die Ablehnung jeweils Werte von mehr als zwei Dritteln. Dasselbe Bild zeigt sich bei der Ablehnung von Trumps Grönlandpolitik. Den höchsten Zustimmungswert erhält Trump hier wiederum in Ungarn mit 18 Prozent.Deutlich ist auch die Haltung der befragten Europäer zu Trumps Iranpolitik. In Ungarn stimmen dieser zwar 33 Prozent der Befragten zu, doch lehnen sie auch 60 Prozent ab. In den restlichen neun Staaten erreicht die Ablehnung jeweils einen Wert von mehr als zwei Dritteln.In Deutschland liegt das Vertrauen in Trump momentan ein wenig über den Werten, die er in seiner ersten Amtszeit erreichte. Allerdings waren das die niedrigsten im Vergleich zu den Werten der vergangenen vier Präsidenten. Eine ähnlich schlechte Meinung von einem amerikanischen Präsidenten hatten die Deutschen davor von George W. Bush zum Ende seiner zweiten Amtszeit im Jahr 2008. Deutlich besser schätzten die Deutschen die Präsidenten Barack Obama und Joe Biden ein; die beiden kamen auf Zustimmungswerte von mehr als 60 Prozent.Interessant ist ein Vergleich, den die Autoren der Studie anstellen: Die Befragten sollten ihr Vertrauenslevel in andere Politiker wie Frankreichs Präsident Emmanuel Macron oder Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu nennen. In Deutschland sticht dabei vor allem eine Zahl heraus. Die Werte von Trump gleichen fast jenen des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Auch ihm misstrauen 84 Prozent der Befragten. Sein Vertrauenswert liegt bei 15 Prozent, ein Prozentpunkt niedriger als bei Trump.Die negative Einschätzung, die Trump bekommt, schlägt sich laut Umfrage auf die Vereinigten Staaten nieder. Immer weniger Menschen halten die USA für einen vertrauensvollen Partner. Die Werte ähneln hierbei jenen, die Trump persönlich erreicht.Gab es bei Trump nur fünf Staaten, in denen eine Mehrheit sagte, sie vertraue ihm, so sind es immerhin zwölf Staaten, in denen die USA als verlässlicher Partner gesehen werden.In Deutschland ist das nicht der Fall. 60 Prozent halten die Vereinigten Staaten nicht für einen verlässlichen Partner, 39 Prozent dagegen schon. Das ist eine deutliche Umkehr: Noch 2022 sahen 83 Prozent die USA als verlässlich an.Diese mehrheitlich negative Wahrnehmung der Vereinigten Staaten in der Welt zeigt sich auch in der Einschätzung, ob sie zu Frieden und Stabilität beitragen. In fast allen Staaten denken dies weniger Befragte als noch vor drei Jahren. Der Median der 36 Staaten liegt bei 35 Prozent.In den Vereinigten Staaten selbst denkt insgesamt eine Mehrheit von 57 Prozent, dass ihr Land zu Frieden und Stabilität in der Welt beiträgt. Aber die Sicht auf diese Frage ist deutlich parteipolitisch eingefärbt. 82 Prozent der den Republikanern zuneigenden Befragten sehen ihr Land in dieser Hinsicht positiv. Bei Befragten, die den Demokraten zuneigen, sind es nur 35 Prozent.