Der chinesische Konzern CATL will mit einer neuen Salzbatterie den globalen Batteriemarkt umkrempeln. Der größte Batteriehersteller der Welt präsentierte seine Pläne für die Natrium-Ionen-Batterien am Montagabend in München. Im September startet der Verkauf in China, Mitte kommenden Jahres dann auch weltweit.Das „Tener“ genannte System ist für die stationäre Energiespeicherung gedacht. Es soll etwa den Strom aus Sonne und Wind speichern, damit auch den Energiebedarf der Künstlichen Energie decken. CATL treibt aber auch den Einsatz der Salzbatterien in Elektroautos voran. „Wir wollen die Produktion von Natriumbatterien hochfahren“, sagt CATL-Chef Robin Zeng am Dienstag auf dem Sommer-Weltwirtschaftsforum in Nordostchina.Damit nimmt eine technologische Umwälzung, über die seit vielen Jahrzehnten diskutiert wird, immer konkretere Formen an. Bisher dominieren Lithium-Ionen-Batterien den globalen Markt. Lithium ist aber viel teurer als Natrium, das sich als Natriumchlorid in jedem Salzstreuer befindet. Laut CATL ist Natrium tausendmal so leicht verfügbar wie Lithium, das als kritischer Rohstoff gilt und großen Preisschwankungen unterliegt. 2026 könne ein „Schlüsseljahr“ für die Technologie werden, schrieb die Internationale Energieagentur (IEA) schon im Februar. CATL bezeichnete Lithium und Natrium am Montag nun als die beiden Pfeiler der Energiespeicherung der Zukunft.Fällt oder steigt die Abhängigkeit von China?Weil Natrium so leicht verfügbar ist, haben die Salzbatterien theoretisch das Potential, die Abhängigkeit von der chinesischen Batterieindustrie zu reduzieren. So setzt auch der ums Überleben kämpfende baden-württembergische Batteriehersteller Varta große Hoffnungen auf Natrium-Ionen-Batterien und will so der chinesischen Konkurrenz etwas entgegensetzen (F.A.Z. vom 23. Juni 2026).Bisher sieht es aber nach dem Gegenteil aus: „Fast alle existierenden globalen Produktionskapazitäten“ stehen in China, bilanziert die IEA. Konkret liege Chinas Anteil an bestehenden oder bis 2030 angekündigten Fabriken bei 95 Prozent. Neben CATL arbeitet etwa auch BYD an Natrium-Ionen-Batterien. BYD ist der weltgrößte Hersteller von Elektroautos und nach CATL zweitgrößter Hersteller von Batterien.Natrium-Ionen-Batterien haben zwar eine geringere Energiedichte als Lithium-Ionen-Batterien. Dafür haben sie aber einige andere Vorteile, streicht CATL heraus. Die Leistungsfähigkeit ist unter extremen Temperaturen stabiler, und die Batterien sind langlebiger. Zudem sind sie sicherer und weniger leicht entzündlich.Es werde drei bis fünf Jahre dauern, eine Jahreskapazität von 100 Gigawattstunden für die Salzbatterien zu erreichen, sagte Zeng in Dalian. Für dieses Jahr stellte er in Aussicht, insgesamt mehr als 1000 Gigawattstunden an Batterien auszuliefern nach 660 GWH im vergangenen Jahr. Dabei handelt es sich größtenteils um Lithium-Ionen-Batterien, die den Markt auf absehbare Zeit weiter dominieren.In München kündigte CATL zwei Fabriken für insgesamt 200 Gigawattstunden an jährlicher Produktion an. Schon im April schloss der Konzern einen ersten Vertrag über die Lieferung von 60 Gigawattstunden an Natrium-Ionen-Batterien an einen chinesischen Energiekonzern ab.